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Corona in Deutschland: Laschet fordert neue Art der Risikobewertung - und will Österreich nacheifern

Deutschland hat einen neuen Corona-Hotspot: Der Auslöser für diese zweite Corona-Welle sorgt für Ärger. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet schaltet sich in die Auflagen-Debatte ein.

  • Wie steht Deutschland in puncto Corona-Eindämmung* da?
  • Während die Bundesrepublik im Europa-Vergleich gut dasteht, bereitet eine Stadt Sorge.
  • Die Regierung hat eine Strategieänderung bei Reiserückkehrern verschoben.

Update vom 25. September, 10.15 Uhr: Dieser News-Ticker ist ab sofort beendet. Alle aktuellen Nachrichten zum Coronavirus in Deutschland finden Sie ab sofort in unserem neuen News-Ticker.

Corona in Deutschland: Laschet fordert neue Art der Risikobewertung - und will Österreich nacheifern

Update vom 25. September, 6.59 Uhr: Während sich die Debatte um erneute Corona-Beschränkungen aufheizt, schlägt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet vor dem Bund-Länder-Gespräch am kommenden Dienstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel* (CDU) eine andere Art der Risikobewertung vor.

„Mit Corona leben lernen bedeutet in erster Linie, alle Entwicklungen genau im Blick zu haben. Dabei dürfen wir nicht nur auf die reinen Infektionszahlen schauen“, sagte der CDU-Politiker dem Handelsblatt. Laschet forderte, die Kapazität der Krankenhäuser und die Zahl der intensivmedizinisch behandelten und beatmeten Covid-19-Patienten stärker in die Lagebewertung einfließen zu lassen. Gleiches gelte für den Anteil zurückverfolgbarer Infektionen, die Anzahl der Tests und den Anteil positiver Testergebnisse.

„Wir brauchen für ganz Deutschland ein standardisiertes Corona-Monitoring, das die Pandemieentwicklung kommunenscharf abbildet“, sagte Laschet. Er stellte sich damit hinter den Vorschlag seines Corona-Expertenrats, der sich für ein „Ampel“-System ausspricht. Als Beispiel nennt der Rat Österreich.

Dem Rat gehört auch der Virologe Hendrik Streeck an, der vor einigen Tagen ebenfalls für einen Strategiewechsel plädiert und davor gewarnt hatte, bei der Bewertung der Situation nur auf die reinen Infektionszahlen zu schauen.

Armin Laschet (CDU)

Corona in Deutschland: Hundert Schulklassen in Baden-Württemberg dicht - Alarmstufe in Hamm

Update vom 24. September, 22.22 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegen eine bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ausgesprochen. „Aus meiner Sicht macht es Sinn, dass das tatsächlich lokal, regional, nach dem Infektionsgeschehen auch passiert“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend in den ARD-Tagesthemen. Es komme immer darauf an, was die Quelle für erhöhte Infektionszahlen sei.

„Wir haben ja gewusst, dass mit den Lockerungen, die es gegeben hat über die letzten Wochen und Monate, es auch wieder zu steigenden Infektionszahlen kommen kann“, so Spahn. „Wichtig ist, wir sehen ja jetzt vor allem, wo sie passieren. Sie passieren nicht im Einzelhandel, nicht vor allem in Kitas und Schulen, sondern eben vor allem beim Feiern.“ Deswegen sei es richtig, dass die Städte und Regionen, wo die Infektionszahlen besonders stark gestiegen seien, lokal Maßnahmen ergriffen hätten.

Corona in Deutschland: Hundert Schulklassen in Baden-Württemberg dicht

Update vom 24. September, 17.58 Uhr: Knapp zwei Wochen nach dem Start des neuen Schuljahres sind 172 Schulklassen in Baden-Württemberg aus dem Präsenzunterricht genommen worden. An 128 Standorten werden die Klassen wegen einer Infektion mit dem Coronavirus oder dem Verdacht einer Infektion vorübergehend nur im Fernunterricht unterrichtet, wie das Kultusministerium am Donnerstag mitteilte. Drei Schulen in Ulm, Friedrichshafen und Schorndorf seien vorerst vollständig geschlossen. Zuvor hatte die Stuttgarter Zeitung berichtet. In Baden-Württemberg gibt es rund 67.500 Klassen an 4500 Schulen.

Die Landtagsgrünen fordern einen wissenschaftlich begleiteten Modellversuch für Luftfilter, um die Ansteckungsgefahr in Schulen und Kitas zu verringern. „Die Kultusministerin muss jetzt schnelle Vorarbeit leisten, bevor in den Wintermonaten noch mehr Schulklassen zu Hause bleiben müssen“, sagte der technologiepolitische Sprecher der Fraktion, Thomas Poreski, am Donnerstag. Man müsse herausfinden, inwieweit Luftreiniger geeignet sind, in Klassenzimmern und Kitaräumen für eine effektive Verbesserung der Luft zu sorgen.

Corona in Deutschland: Neue Quarantäne-Regeln für Einreisen aus Risikogebieten

Update vom 24. September, 17.15 Uhr: Zeitgleich mit einer für den 15. Oktober geplanten Einführung einer digitalen Anmeldung für nach Deutschland einreisende Menschen sollen die Bundesländer neue Quarantäne-Regeln beschließen. Anmelden muss sich über das neue Online-Portal demnach nur, wer sich vorher in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten hat.

Die neue Teststrategie für Einreisende „wird auf der Basis einer neuen Rechtsgrundlage eingeführt“, sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Hierfür erarbeitete das Ministerium gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium eine neue Musterquarantäneverordnung, die dann jeweils von den Ländern in eigener Verantwortung in Kraft gesetzt werden müsse. „Die digitale Einreiseanmeldung wird aus diesem Grund ebenfalls erst zu diesem Zeitpunkt - am 15. Oktober - eingeführt“.

Nach dpa-Informationen erhält, wer seine Angaben in dem Portal eingibt, eine Bestätigung, die er bei einer Kontrolle - etwa am Flughafen durch die Bundespolizei - vorzeigen soll. Gleichzeitig gehen die Daten auch an das jeweils zuständige Gesundheitsamt. Wer seiner Verpflichtung zur Anmeldung nicht nachkommt, riskiert ein Bußgeld. Ausnahmeregelungen soll es weiterhin für Berufspendler und andere Reisende im sogenannten kleinen Grenzverkehr geben.

Corona: Alarmstufe Rot in Hamm - Stadt korrigiert Fallzahlen noch einmal nach oben

Update vom 24. September, 14.42 Uhr: Höchstwert in Deutschland: In der Stadt Hamm (NRW) steigt der 7-Tage-Inzidenz auf 95,5, teilt die Stadt am Donnerstag mit. Das RKI das die Zahlen mit zeitlichem Verzug veröffentlicht, gibt diesen Wert noch mit 88,2, ist auf der Webseite der Stadt Hamm zu lesen. Das RKI veröffentlicht die aktuellen Zahlen erst Mitternacht. Die Zahl der Neuinfektionen ist in Hamm in den vergangenen 24 Stunden um 22 gewachsen, aktuell sind demnach 196 Corona-Fälle aktiv. 13 Personen müssen im Krankenhaus behandelt werden, ein Covid-19-Patient auf der Intensivstation.

Hamm gilt mit diesem Wert derzeit als DER Corona-Hotspot in Deutschland. Der Auslöser: eine Hochzeitsfeier (siehe Update vom 24. September, 9.11 Uhr). Den kritischen Wert von 50 Corona-Neuinfektionen auf 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen - der sogenannten 7-Tage-Inzidenz - hat aktuell noch der Landkreis Dingolfing-Landau (Bayern) überschritten.

In Dingolfing-Landau (Bayern) hat es bei BMW* und dessen Logistikdienstleister mehr als 30 Corona-Fälle gegeben.

Warum in München die Infektionszahlen* so rasant ansteigen, ist zunächst unklar. In der bayrischen Landeshauptstadt gilt seit diesem Donnerstag ein strengeres Kontaktverbot und eine Maskenpflicht.

Im Landkreis Cloppenburg (Niedersachsen) sollen laut Medienberichten Privatpartys und Verstöße bei den Hygienekonzepten in der Gastronomie der Grund für den Anstieg der Corona-Infektionen sein.

In Remscheid (NRW) konnten die Infektionen hauptsächlich Familien zugeschrieben werden, die aus den Ferien zurückgekehrt sind, heißt es im RKI-Lagebericht (23. September). Mehrere Schulen und Kindergärten seien betroffen.

Corona-Hotspot7-Tage-Inzidenz
Stadt Hamm (NRW)95,5
Landkreis Dingolfing-Landau (Bayern)64,44*
München Stadt (Bayern)45,12*
Landkreis Cloppenburg (Niedersachsen)44,9
Remscheid (NRW)43,2

*Fallzahlen des Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Stand 24. September, 8 Uhr).

Corona in Deutschland: Berlin plant Alkoholverbot wie München

Update vom 24. September, 12.38 Uhr: Zwei Corona-Hotspots gibt es derzeit in Deutschland: Die Stadt Hamm (NRW) und der bayerische Landkreis Dingolfing-Landau sind auf der Übersichtskarte des Robert-Koch-Instituts (RKI) rot markiert. München ist ein orangefarbener Fleck auf der Covid-19-Karte, so auch Berlin.

Um die Infektionszahlen zu bremsen hat der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Donnerstag neue Corona-Regeln angekündigt. „Ich gehe davon aus, dass wir tatsächlich auch wieder Einschränkungen vornehmen müssen, bei diesen Feiern vor allen Dingen im öffentlichen Raum, das wird man so nicht zulassen können“, sagte Müller am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin. Ähnlich wie in München könnte sich der Regierende Bürgermeister ein Alkoholverbot vorstellen. In Berlin Friedrichshain-Kreuzberg sind die Zahlen in den vergangenen Tagen sehr nach oben geschossen. Gerade, wenn jungen Menschen unter freiem Himmel, im Park zusammensitzen und privat feiern, sei das Ansteckungsrisiko hoch. Anders als in Gaststätten, wo es doch geordneter zugehe. Eine Maskenpflicht in München sieht Müller derzeit nicht.

Corona-Hotspot Hamm (NRW): 40 Schulkinder positiv auf Corona getestet

Update vom 24. September, 12.24 Uhr: In der Stadt Hamm sind auch viele Schulkinder von dem Corona-Ausbruch (siehe Update vom 24. September, 9.11 Uhr) betroffen. „Wir haben mehr als 40 infizierte Kinder und Jugendliche an Schulen“, sagte ein Stadtsprecher am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Derzeit seien neun Schulen betroffen. Nur in einem Fall gebe es keine Verbindung zu der Hochzeit.

Corona: Alarmstufe Rot in Hamm - Auslöser für zweite Welle lässt OB toben: „Es kann nicht sein ...“

Update vom 24. September, 9.11 Uhr: Alarmstufe rot herrscht in der Stadt Hamm (NRW). Auf der RKI-Karte ist die Stadt ein roter Fleck auf der Covid-19-Karte des Robert-Koch-Instituts (RKI). Der 7-Tage-Inzidenz liegt laut RKI-Angaben bei 88,2 (Stand: 24. September, 9.20 Uhr). Die Stadt Hamm gibt selbst einen Wert von 94,9 an und verweist darauf, dass das RKI Zahlen mit zeitlichem Verzug veröffentlichen würde.

Coronavirus in Deutschland: In der Stadt Hamm (NRW) hat eine Hochzeit eine zweite Corona-Welle ausgelöst (Symbolfoto).

Corona in Deutschland: Auslöser für zweite Corona-Welle in Hamm sorgt für Ärger

Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann findet in einer Videobotschaft am Montag deutliche Worte zur Lage in der westfälischen Stadt. Besonders der Auslöser der zweiten Corona-Welle empört ihn. „Ich bin äußerst verärgert, dass die Situation aus einer einzigen Hochzeit entstanden ist“, sagt OB Hunsteger-Petermann im Facebook-Video. Die Hochzeitfeier habe schon vor drei Wochen in Dortmund stattgefunden, so Hunsteger-Petermann. Jetzt die Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen fiele schwer.

Mehr als 100 von aktuell 179 Corona-Infektionen in Hamm stehen im Zusammenhang mit der Hochzeit, teilt die Stadt mit. 300 Hochzeitsgäste stehen unter Quarantäne. Eine Familienfeier hat für die 182.000-Einwohner-Stadt jetzt drastische Konsequenzen. Zwei Wochen lang gelten strikte Kontaktbeschränkungen, eine Maskenpflicht in den Schulen und eine Anmeldepflicht für Privat-Partys. Ein Unding für das Stadtoberhaupt.

„Es kann nicht sein, dass eine kleine Gruppe im Grunde anschließend das Leben in einer ganzen Stadt erheblich beeinträchtigt“, sagt der OB im Video. „Wir werden hier mit allen rechtlichen Möglichkeiten, die wir haben, auch in Regress gehen“, betont Hunsteger-Petermann in der Video-Botschaft.

„Wir sind dabei herauszufinden, wer die Verantwortlichen sind und prüfen, wie wir sie zur Rechenschaft ziehen können“, erläuterte ein Sprecher der Stadt gegenüber der dpa. Bußgelder oder auch Schadenersatz seien denkbar. In ganz NRW sollen die Corona-Regeln für private Feiern verschärft werden, berichtet ruhr24.de*.

Coronavirus in Deutschland: RKI meldet mehr als 2.000 Corona-Neuinfektionen

Update vom 24. September, 8.14 Uhr: In den vergangenen 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2.143 neue Corona-Fälle und 19 Todesfälle an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet (Datenstand 24. September, 0.00 Uhr). Derzeit gibt 21.742 aktive Covid-19-Fälle.

  • 278.070 Menschen in Deutschland haben sich bisher nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2.
  • Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9428.
  • Rund 246.900 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Corona in Deutschland: Droht Deutschland erneut ein Lockdown? Antwort von Lauterbach überrascht

Update vom 24. September, 7.30 Uhr: SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält trotz steigender Corona-Zahlen in Deutschland einen Lockdown wie zu Beginn der Pandemie für unwahrscheinlich, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. „Die Wahrscheinlichkeit, noch einmal so einen Lockdown wie vor ein paar Monaten zu erleben, halte ich für gleich null“, sagte Lauterbach demnach gegenüber dem Nachrichtenportal watson.de. Die Bevölkerung werde größtenteils freiwillig tun, was notwendig sei, um einen weiteren Lockdown zu vermeiden. „Da bin ich absolut sicher.“ Die breite Bevölkerung sei zu sehr alarmiert und sensibilisiert für das Thema, sagte Lauterbach. „Sie hat begriffen, wie gefährlich Covid-19 sein kann, welche Langzeitschäden nach der Krankheit drohen, und dementsprechend werden die Menschen bereit sein, zeitnah Maßnahmen zu ergreifen, um das Schlimmste zu verhindern.“

Update vom 23. September, 22.46 Uhr: Zuletzt fiel ein größerer Anteil der in Deutschland durchgeführten Corona-Tests positiv aus. Die sogenannte Positivenquote lag in Kalenderwoche 38 bei 1,19 Prozent (Vorwoche: 0,86), wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem Lagebericht schrieb. Das ist der höchste Wert seit mehr als zehn Wochen. Insgesamt wurden laut RKI in Kalenderwoche 38 rund 1,086 Millionen Tests (Vorwoche rund 1,121 Millionen) in Deutschland gemacht. Etwa 12.900 Tests waren positiv, in der Vorwoche waren es mit rund 9700 noch deutlich weniger.

Update vom 23. September, 14.05 Uhr: Im Hinblick auf die weiterhin hohen Infektionszahlen in Deutschland (siehe aktueller Lagebericht des RKI, Update von 11.15 Uhr) lehnt die Bundesregierung Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen ab. Es gebe immer weniger Landkreise ohne Fälle, eine Zunahme der Hotspots und ein „diffuses Geschehen“, sagte Kanzleramtschef Helge Braun am Mittwoch in Berlin bei einer Pressekonferenz anlässlich der 100-Tage-Bilanz der Corona-App. Aus diesem Grund sei „kein Anlass gegeben, über weitere Lockerungen nachzudenken“. Vielmehr müsse man weiterhin über klare Beschränkungen sprechen, „damit sich das Geschehen insgesamt weiter eindämmen lässt“. In der kommenden Woche wollen sich Bund und Länder zu erneuten Beratungen hinsichtlich der Beschränkungen treffen.

Coronavirus in Deutschland: RKI-Lagebericht - R-Wert fällt unter eins - 1769 Neuinfektionen

Update vom 23. September, 11.15 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1769 Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen bei 9409, was einem Plus von 13 zum Vortag entspricht. 245.400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, 275.927 haben sich nachweislich insgesamt mit dem Coronavirus infiziert (Datenstand 23.9., 0.00 Uhr). 

Vergangenen Samstag (19. September) war der höchste Wert an Neuinfektionen in Deutschland seit April erreicht worden. In dem Lagebericht schreibt das RKI: „Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten.“ Zum Überblick: Mit mehr als 6000 Neuinfektionen Ende März / Anfang April lagen die Zahlen auf einem Höhepunkt. Nach einem Absinken der Zahlen stiegen diese im Juni wieder an. Im August lag die Zahl der Fälle einmal über 2000. Der R-Wert von Dienstag lag dem RKI-Bericht zufolge bei 0,92 (Vortag: 1,06), was bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Dieser Wert bildet das Infektionsgeschehen vor etwa eineinhalb Wochen ab. Der Sieben-Tage-R-Wert lag bei 0,99 (Vortag: 1,04). Er zeichnet das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen ab.

Reiserückkehrer müssen sich aktuell zwingend testen lassen.

Coronavirus in Deutschland: Regierung will Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten durch Quarantäne-Pflicht ersetzen

Update vom 23. September, 7.55 Uhr: Die Bundesregierung will die Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten durch eine fünftägige Quarantäne-Pflicht ersetzen. Startpunkt für dieses Vorhaben sollte eigentlich der Oktober sein - nun verzögert sich die Strategieänderung aber um einen Monat. Das berichtet die Bild unter Berufung auf Regierungskreise.

Grund dafür: Die Gesundheitsämter sollten technisch dazu in der Lage sein, Rückkehrer aus Risikogebieten nachzuverfolgen. Das ist erst ab November realisierbar. Das bedeutet, dass für Reisende in den Herbstferien weiterhin ein negativer Corona-Test genügt, um die Quarantäne zu umgehen.

Derweil haben die Gesundheitsämter am Mittwoch 1769 neue Corona-Infektionen registriert. Könnte es zum zweiten Lockdown kommen? Die Vorsitzende des deutschen Ethikrats hat eine solche Maßnahme für nicht verhältnismäßig erklärt. Alena Buyx sagte in den ARD-Tagesthemen am Dienstagabend: „Alle Experten sagen übrereinstimmend, dass wir einen zweiten Lockdown nicht brauchen werden und ich gehe auch nicht davon aus, dass das passieren wird“, sagt Buyx. „Wir können mittlerweile besser mit den Erkrankungen umgehen und besser behandeln.“

  • Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in Deutschland 275.927 Corona-Fälle registriert, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) mit (Datenstand vom 23. September, 0 Uhr).
  • 9.409 Menschen starben in Verbindung mit Sars-CoV-2.
  • Rund 243.700 Covid-19-Patienten haben die Virusinfektion überstanden, schätzt das RKI.
  • 22.818 aktive Corona-Fälle in Deutschland.

Corona in Deutschland: Todeszahlen steigen an

Update vom 22. September, 20.15 Uhr: Die Verbreitung des Coronavirus nimmt seit Wochen erneut an Fahrt auf, die Zahl der Neuinfektionen bleibt auch am Dienstag auf einem konstant hohen Niveau. Wie nun n-tv und focus.de unter Berufung auf die Gesundheitsämter in Deutschland berichten, ist die Zahl der Neuinfektionen auch am Dienstag weiter konstant hoch. Demnach seien rund 1.839 Personen in den vergangenen 24 Stunden positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Demnach sollen vor allem NRW mit rund 521 Neuinfektionen und Bayern mit rund 448 positiv getesteten Personen betroffen sein. Nachdem die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Wochen auf einem konstanten Niveau geblieben war, erhöht sich die Zahl der Todesopfer nun jedoch sprunghaft. Wie Focus.de nämlich berichtet, seien durch die Gesundheitsämter am Dienstag 13 weitere Todesopfer in Deutschland verzeichnet worden, sie alle sollen an oder mit Corona verstorben sein. In den vergangenen Wochen verzeichneten die Gesundheitsämter in Deutschland tägliche Todeszahlen im unteren einstelligen Bereich.

Wie hoch die tatsächliche Zahl der Neuinfektionen für Dienstag ist, wird sich dann am frühen Mittwoch herausstellen. Das Robert-Koch-Institut meldet die offiziellen Corona-Zahlen für Deutschland in den frühen Morgenstunden.

Corona in Deutschland: Kommt nun ein flächendeckender Lockdown für NRW?

Update vom 22. September, 17.30 Uhr: Die 180.000-Einwohner-Stadt Hamm in Nordrhein-Westfalen hat sich zum neuen Corona-Hotspot in Deutschland entwickelt. Die so genannte Siebentageinzidenz lag dort am Dienstagmittag bei 87,1 und damit so deutlich über dem kritischen Wert 50 wie derzeit sonst nirgendwo im Bundesgebiet, was neue Kontaktbeschränkungen zur Folge hatte. Auch Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) mahnte die Bürger mit eindringlichen Worten zu Vorsicht: „Jetzt ist Disziplin der Bevölkerung gefragt.“

Indes sprach sich der Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) trotz der steigenden Infektionszahlen gegen eine landesweite Verschärfung der Corona-Auflagen aus. „Wir wollen keinen flächendeckenden Lockdown in NRW“, sagte Laschet am Dienstag auf dem Wasserschloss Anholt in Isselburg. Bisher seien die Infektionsketten rückverfolgbar. Es werde daher weiter lokal reagiert, wie etwa in Hamm, wo die Auflagen verschärft worden seien. Neue Regeln brauche es laut Laschet nicht. „Aber es wäre gut, wenn sich alle an die Regeln halten würden", so der Ministerpräsident. Wenn es - wie in Hamm - Verstöße gebe, müsse darauf mit Ordnungswidrigkeitsverfahren reagiert werden. „Wenn es in Hamm Probleme gibt, muss man aber nicht Menschen in der Eifel und im Sauerland dafür leiden lassen.“

Unsere Erstmeldung: Corona in Deutschland: 116 Infizierte nach Hochzeit - Neuer Hotspot verschärft Maßnahmen drastisch

Hamm - Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen wieder. Nachdem die Pandemiekurve noch vor zwei Monaten auf etwa 500 Neuinfektionen pro Tag abgeflacht war, werden aktuell bis zu viermal so viele Fälle verzeichnet. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden haben die Gesundheitsämter 1.821 Corona-Neuinfektionen am Dienstag gemeldet. Vor dem Wochenende lag dieser Wert teils über der 2.000er-Marke. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts* gibt es derzeit 21.062 aktive Coronavirus-Fälle in Deutschland.

Diese verteilen sich insgesamt auf die ganze Bundesrepublik, sind in fünf Bundesländern allerdings am stärksten vertreten. Die Sieben-Tages-Inzidenz* liege laut RKI-Angaben vom Montag „in Bayern und Berlin sehr deutlich, in Baden-Württemberg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen deutlich über dem bundesweiten Durchschnittswert.“ Insgesamt drei der 401 deutschen Land- und Stadtkreise überschreiten dabei derzeit die kritische Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern. Die zuletzt ebenfalls stark von Covid-19 gebeutelte Stadt München liegt mit 49,3 knapp unter der Marke.

7-Tages-Inzidenz in Deutschland (Stand: 22. September, 15 Uhr)

Stadt Hamm: 87,1

Stadt Würzburg: 61,0

Landkreis Cloppenburg: 56,1

Corona in Deutschland: Neuer Hotspot in NRW - Hamm verschärft Maßnahmen

Sorge bereitet unterdessen vor allem ein Ort: Der Corona-Hotspot Hamm. In der nordrhein-westfälischen 182.000-Einwohner-Stadt sind insgesamt 164 Personen akut mit Covid-19 infiziert. 116 Corona-Fälle stünden dabei im Zusammenhang mit einer Hochzeit, 99 Hochzeitsgäste oder Angehörige sind derzeit infiziert. 309 Hochzeitsgäste befinden sich in Quarantäne. Nachdem Hamm den Inzidenzwert am Montag noch mit 70,9 angegeben hatte, schnellte er einen Tag später auf 87,1.

Wegen des deutlichen Corona-Anstiegs verschärfte die Stadt am Dienstag ihre Pandemieauflagen weiter. Im öffentlichen Raum dürfen nur noch fünf Menschen oder Menschen aus zwei Haushalten zusammenkommen. Außerdem gilt an weiterführenden Schulen wieder eine Maskenpflicht im Unterricht. Die Regelungen gelten zunächst für zwei Wochen, wie wa.de* berichtet.

Hamm hatte bereits am Montag erste Corona-Auflagen mit sofortiger Wirkung verschärft. So sind nun private Feiern mit geselligem Charakter wie runde Geburtstage, Hochzeiten und Jubiläen ab 25 Teilnehmern anzeigepflichtig. Ab 50 Teilnehmern bis zur Obergrenze von 150 Teilnehmern müssen Feiern von der Stadt genehmigt werden. Auch sind bei Sportveranstaltungen nur noch maximal 150 Zuschauer zugelassen, ein verkaufsoffener Sonntag wurde abgesagt.

Corona in Deutschland: Situation im Vergleich zu Nachbarländern entspannt

Alles in allem ist die Lage in Deutschland derzeit sehr schwierig zu beurteilen. Auf der einen Seite steigen die Fallzahlen wieder deutlich, auf der anderen steht die Bundesrepublik ebenso klar besser da als viele andere Staaten. Im Vergleich mit den neun deutschen Nachbarländern scheint Deutschland die Pandemie ordentlich zu managen. Das zeigt der Blick auf die durch die WHO erstellten 14-Tages-Inzidenzen Europas. Nach den drei unrühmlichen Spitzenreitern Andorra (544 Fälle pro 100.000 Einwohnern), Montenegro (480) und Spanien (216) folgen mit Tschechien und Frankreich auch schon zwei deutsche Nachbarländer. Deutschland kommt auf einen Wert von 26 Fällen pro 100.000 Einwohner und liegt damit vor acht seiner neun Nachbarstaaten. (as) *Merkur.de, wa.de und ruhr24.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Die 14-Tages-Inzidenz in den deutschen Nachbarländern (Quelle: WHO, Stand: 22. September, 15 Uhr)

Tschechien: 206

Frankreich: 198

Luxemburg: 157

Niederlande: 119

Belgien: 115

Österreich: 105

Dänemark: 90

Schweiz: 67

Polen: 23

Rubriklistenbild: © Peter Steffen/dpa

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