„Da geht heute nichts mehr“

Unwetter in München: Große Corona-Demo auf Theresienwiese abgesagt - „Sicherheit geht vor“

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Um Menschenansammlungen rund um die Wiesn zu vermeiden, will die Polizei wieder mit einem Großaufgebot anrücken.

Die Stadt München hat eine Demonstration gegen die Corona-Einschränkungen am Samstag auf der Theresienwiese erneut zugelassen. Wegen des Unwetters wurde diese aber abgesagt.

  • Am Samstag (23. Mai) sollte in München erneut gegen die Corona-Auflagen* demonstriert werden.
  • 10.000 Menschen wollte der Anmelder auf der Theresienwiese um sich versammeln.
  • Allerdings machte ein Unwetter den Demonstranten einen Strich durch die Rechnung.


15.09 Uhr: Wegen des Sturms, der über München zieht, wurde die Corona-Demo auf der Theresienwiese gegen 15 Uhr abgesagt, das berichtet die Abendzeitung. „Sicherheit geht vor“, wurde über die Lautsprecher mitgeteilt. „Da geht heute nichts mehr“, kommentierte ein Polizeisprecher die Lage unter Blitz und Donner.

Es gibt auch eine amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter mit Orkanböen in der Region in und um München*. Diese gilt von 14.40 bis 16 Uhr.

Update vom 23. Mai 2020, 13.20 Uhr: 1000 Teilnehmer dürfen am Samstag auf der Theresienwiese in München gegen die Corona-Beschränkungen demonstrieren, doch müssen sie dabei die Abstandsregeln einhalten. Besteht trotzdem eine erhöhte Gefahr, das Virus in München rasend schnell neu aufflammen zu lassen, was so zu einer zweiten Welle führen könnte? 

Wie das ZDF berichtet, sei es schwer, die Anzahl der Infizierten nach einer Demonstration zu berechnen. Nach den Demonstrationen am 9. Mai hätten sich demnach keine nennenswerten Steigerungen der Infektionszahlen ergeben. 

Wie das ZDF unter Berufung auf die Gesundheitsämter von Stuttgart und München erklärt, habe keiner der in diesen Städten positiv auf das Virus getesteten Personen danach bestätigt, an einer der Demonstrationen beteiligt gewesen zu sein. 

"In dieser Situation spielt der Zufall eine große Rolle. Es kann sein, dass zufällig kein Infizierter unter den Demonstranten war. Oder, dass ausgerechnet der infizierte Teilnehmer nicht viel Kontakt auf der Demo hatte", erklärt der Epidemiologe Rafael Mikolajczyk gegenüber dem ZDF. 

Der Epidemiologe warnt jedoch ausdrücklich, dass die Folgen der Demonstrationen vom 16. Mai noch nicht abzusehen seien. „Es wäre falsch zu schlussfolgern, dass nur, weil einmal nichts passiert ist, das nächste Mal auch keine Gefahr besteht“, so Mikolajczyk.

Corona-Demo in München - 1.000 Menschen erlaubt

Update vom 23. Mai, 9.34 Uhr: Auf der Theresienwiese in München dürfen am Samstag erneut nur 1000 Menschen gegen die Corona-Beschränkungen demonstrieren. Die Demonstration wurde auf zwei Stunden begrenzt, sie soll gegen 15 Uhr beginnen. Der Veranstalter wollte zunächst rund 10.000 Menschen die Möglichkeit geben, ihrem Unmut Luft zu machen. 

Das Verwaltungsgericht München lehnte am Freitag jedoch den Eilantrag des Veranstalters gegen die Beschränkung auf 1000 Leute ab. Die Organisatoren scheiterten am späten Freitagabend auch am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. 

Er begründete seine Entscheidung damit, dass das vom Veranstalter vorgelegte Sicherheitskonzept nicht geeignet sei, die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen bei 10.000 Teilnehmern „auch nur annähernd sicherzustellen“.

Demonstration in München: Beginn 15 Uhr

Die Demonstranten müssen einen Mindestabstand von 1,50 Metern einhalten. Der Veranstalter muss zusammen mit 100 von ihm gestellten Ordnern gewährleisten, dass alle Auflagen eingehalten werden.

Der Verwaltungsgerichtshof weiter: Unabhängig vom konkreten Versammlungsgeschehen habe die Landeshauptstadt die Teilnehmerzahl auch deshalb beschränken dürfen, weil mit einer höheren Zahl von Teilnehmern das Risiko von Neuinfektionen steige und sich die Gefahr der unkontrollierten Ausbreitung des Virus erhöhe.

Auf der Theresienweise wurde bereits am vergangenen Samstag demonstriert, auch damals galt die Maximalzahl von 1000 Teilnehmern. Abseits des abgesperrten Versammlungsgeländes standen jedoch Hunderte eng beisammen. Die Polizei sprach Platzverweise aus, nahm Personalien auf und schrieb Anzeigen. Einige Menschen wurden weggetragen. 

Ob sich Demonstranten auch an diesem Samstag rund um das Festgelände noch zusätzlich versammeln werden, ist unklar. 

Corona-Demo in München steht an: Dringender Wunsch des Veranstalters wird nicht berücksichtigt

Update 22. Mai, 17.07 Uhr: Auf der Theresienwiese in München dürfen am Samstag erneut nur 1000 Menschen gegen die Corona-Beschränkungen demonstrieren. Das Verwaltungsgericht München bestätigte am Freitag eine entsprechende Entscheidung der Landeshauptstadt München und lehnte den Eilantrag des Veranstalters gegen diese Beschränkung ab. Die Versammlung unter dem Motto „Zusammenstehen für Freiheit, Grundrechte und Selbstbestimmung“ war ursprünglich für 10.000 Menschen beantragt worden.

Corona-Demonstration in München: Versammeln sich wieder mehrere Tausend?

Am vergangenen Samstag hatten bereits 1000 Menschen auf der Freifläche im Westen der Stadt demonstriert - und rund 2500 drumherum. Diese Versammlung abseits des genehmigten Geschehens bereitete der Polizei Probleme, weil viele Teilnehmer den Mindestabstand nicht einhielten. Zwar hielten sich die Ordnungshüter lange zurück, schritten gegen Ende der Kundgebung aber ein. Dabei wurden insgesamt rund 600 Platzverweise verhängt. 

Die Veranstaltung gegen die Einschränkung der Freiheitsrechte* blieb dennoch friedlich, es kam zu keinerlei Gewalt. Dies lag mitunter auch daran, dass die Polizei mit 1000 Beamten vor Ort im Einsatz war. Ein ähnliches Aufgebot wird auch bei der Demonstration am kommenden Samstag (23. Mai) erwartet. Die große Frage wird nun sein, ob sich auch dann wieder entlang des Bavariarings Menschen versammeln. An der Einschätzung der Stadt hat sich seit der Vorwoche nichts geändert. Laut Gesundheitsreferat ist nur eine Personenhöchstgrenze von maximal 1000 „infektionsschutzrechtlich“ vertretbar.

Corona-Demo auf der Theresienwiese: Stadt verhängt erneut strenge Auflagen

Bereits am vergangenen Wochenende hatten in verschiedenen Städten bundesweit einige Tausend Menschen gegen die Coronavirus-Beschränkungen und damit verbundene Eingriffe in Grundrechte demonstriert. Auf der Theresienweise galt bereits am vergangenen Samstag die Maximalzahl von 1000 Teilnehmern. Abseits des abgesperrten Versammlungsgeländes standen jedoch Hunderte eng beisammen.

Bereits bei der ersten Corona-Demo auf der Theresienwiese waren zahlreiche Polizisten im Einsatz.

Originalmeldung vom 22. Mai, 11.41 Uhr

München - Der Anmelder wollte rund 10.000 Demonstranten einladen und hat beim Verwaltungsgericht München einen Eilantrag gegen die Einschränkung der Teilnehmerzahl gestellt. Über diesen wollte das Gericht nach Angaben eines Sprechers noch am Freitag entscheiden.

Große Corona-Demo in München: Veranstalter hat mit Wunsch keinen Erfolg

Die Demonstranten müssen den Mindestabstand von 1,50 Metern einhalten. Dies ist nach Auffassung des Kreisverwaltungsreferats (KVR) nur bei der Begrenzung der Teilnehmerzahl möglich. Die Demonstration wurde für maximal zwei Stunden erlaubt. Der Veranstalter muss zusammen mit 100 von ihm gestellten Ordnern gewährleisten, dass alle Auflagen eingehalten werden.

Auch am Karl-Stützel-Platz in der Nähe des Hauptbahnhofes sowie in Schwabing an der Münchner Freiheit sind Demonstrationen für jeweils 200 Teilnehmer angemeldet.

München: So lief die erste Corona-Demo auf der Theresienwiese

Bereits am vergangenen Wochenende hatten in verschiedenen Städten bundesweit einige Tausend Menschen gegen die Coronavirus-Beschränkungen und damit verbundene Eingriffe in Grundrechte demonstriert. Auf der Theresienwiese galt bereits am vergangenen Samstag die Maximalzahl von 1000 Teilnehmern

Abseits des abgesperrten Versammlungsgeländes standen jedoch Hunderte eng beisammen. Die Polizei sprach Platzverweise aus, nahm Personalien auf und schrieb Anzeigen. Einige Menschen wurden weggetragen. Die Demonstrationen verliefen aber insgesamt überwiegend friedlich.

tz/mm/dpa

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