Vorstandsboss vs. Ehrenpräsident

Klopp als Trainer zum FC Bayern? Rummenigge macht klare Ansage

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Im dritten Anlauf hat Jürgen Klopp zum ersten Mal als Trainer ein Champions-League-Finale gewonnen.

Franz Beckenbauer wünscht sich sehnlichst Jürgen Klopp als Trainer beim deutschen Rekordmeister. FCB-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge ist da jedoch ganz anderer Meinung.

Update vom 5. Juni 2019: Karl-Heinz Rummenigge macht seinem Ehrenpräsidenten Franz Beckenbauer wenig Hoffnung, dass der Trainer des deutschen Rekordmeisters in naher Zukunft Jürgen Klopp heißen könnte. "Ich weiß nicht, ob die Bundesliga noch einmal ein Reiz für Jürgen Klopp wäre. Er ist aktuell in der Liga, welche die Benchmark in Fußball-Europa darstellt", sagte der Vorstandsboss des FC Bayern der SportBild.

Beckenbauer sei "offensichtlich ein großer Befürworter von Jürgen Klopp", der als Teammanager des FC Liverpool am vergangenen Samstag den Titel in der Champions League gewann. "Aber das möchte ich jetzt nicht vertiefen. Wir haben einen Trainer und wollen keine erneute Diskussion", sagte Rummenigge. Der frühere Dortmunder und Mainzer Coach verfügt beim Premier-League-Klub noch über einen Vertrag bis 2022, den die „Reds“ außerdem gerne vorzeitig verlängern würden.

Die kommende Saison könnte für Kovac also genauso durchwachsen werden wie die vergangene. Der Bayern-Trainer scheint trotz des Doubles, nicht unumstritten zu sein. Ein Vertrauter des Bayern-Coachs erklärte jetzt, dass es Kovac beim FC Bayern „richtig dreckig“ ging, wie tz.de* berichtete.

Klopp zum FCB? „Man weiß gar nicht, wie das dann gelaufen wäre“

Karl-Heinz Rummenigge geht davon aus, dass Klopp noch eine ganze Weile an der Anfield Road bleiben wird und auch das Amt des Bundestrainers keine Option wäre. "Ich glaube, dass er dort, wo er jetzt ist, am richtigen Ort ist. Er und der Klub sind sehr happy. Ich nehme an, er wird sich jetzt keine Gedanken machen, was in x Jahren möglich ist", sagte er. Klopp habe "viel bewegt" und den FC Liverpool sowie das Umfeld "euphorisiert."

Karl-Heinz Rummenigge mit FCB-Trainer Niko Kovac auf dem Münchner Oktoberfest.

Bekanntlich hatte der FC Bayern 2008 einmal mit dem Gedanken gespielt, Klopp zu verpflichten, entschied sich damals aber für Jürgen Klinsmann, der jedoch scheiterte. "Im Nachhinein weiß man ja auch gar nicht, wie das dann gelaufen wäre. Heute können beide Parteien, sowohl der FC Bayern als auch Jürgen Klopp, zufrieden sein, wie es sich seitdem entwickelt hat", sagte Rummenigge.

Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff bezeichnete Klopp als "Vorzeigebeispiel" international erfolgreicher deutscher Trainer und hält sich alle Optionen offen. "Er lebt vom Feuer, das in ihm brennt. Ich denke, am Ende ist es für jeden Trainer interessant und eine Ehre, für die deutsche Nationalmannschaft zu arbeiten", sagte Bierhoff. Joachim Löws Vertrag als DFB-Coach endet wie der aktuelle von Klopp im Jahr 2022.

Beckenbauer über Traum-Verpflichtung: „Wünsche mir nichts sehnlicher“

Update vom 3. Juni, 10.55 Uhr: Franz Beckenbauer hat einen großen Traum. Und den wiederholte der „Kaiser“ aus aktuellem Anlass nun in der Bild. Denn nach dem Champions-Leaue-Triumph des FC Liverpool sagte die Bayern-Legende mit Blick auf Teammanager Jürgen Klopp: „Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass er eines Tages zum FC Bayern kommt.“ Der emotionale und enorm mitreißende Coach und der Rekordmeister - „das würde passen. Für mich ist er einer der weltbesten Trainer.“

Was Beckenbauer besonders am Kloppschen Fußball gefällt: „Schnelles Umschaltspiel, mit schnellen Spielern den Gegner zu überfallen. Das hat das zähe Ballgeschiebe abgelöst. Was er in Dortmund begonnen hat, hat er in Liverpool verfeinert.“ Für den 73-Jährigen sei Klopp ein Symbol des „neues Fußballs“. Und Beckenbauer setzt nicht darauf, dass der gebürtige Stuttgarter in der Premier League alt wird: „Ich glaube, dass ein Job in England dir die Kräfte raubt. Du hast als sogenannter Manager bei einem Premier-League-Klub noch mehr Verantwortung.“

Wünscht sich Jürgen Klopp als Bayern-Trainer: Franz Beckenbauer ist noch immer ein Roter mit Leib und Seele.

Klopps Vertrag bei den „Reds“ läuft noch bis 2022. Und der Klub aus der Beatles-Stadt würde diesen Kontrakt gern erneut verlängern. LFC-Boss Tom Werner sagte: „Jürgen ist ein brillanter Trainer, aber genauso wichtig ist, dass er bescheiden und fürsorglich ist. Als die Spieler Jürgen nach unserem Sieg in die Luft warfen, haben sie erkannt, was alle Liverpool-Fans wissen - er wird von allen geliebt, die Fußball schätzen.“ Aktuell soll Klopp acht Millionen Euro pro Saison kassieren. Der FC Bayern und Beckenbauer müssten sich also wohl noch gedulden.

Gesundheitsprobleme offenbar gravierend: Franz Beckenbauer ist nicht vernehmungsfähig. So geht es dem Kaiser am 19. Juli 2019.

Video: Beckenbauer will Klopp beim FC Bayern

Update vom 6. Mai, 14.35 Uhr:Thomas Müller fühlt sich auch nach der Kritik von Franz Beckenbauer gut im Trikot des FC Bayern und Sportdirektor Hasan Salihamidzic wirft dem Kaiser vor, „nicht die richtigen Worte getroffen“ zu haben.

Jetzt äußert sich auch Joshua Kimmich zur Kritik Beckenbauers. Nach dem Spiel der Bayern gegen Hannover 96 (3:1) sagte der Rechtsverteidiger noch in der Mixed Zone: „Herr Beckenbauer war ein Riesenspieler und ein Riesentrainer. Wenn Herr Beckenbauer das so sagt, dann ist das eindeutig.“ 

Außerdem ist der 24-Jährige der Meinung, dass die Mannschaft in dieser Saison in „sehr vielen Spielen“ zu wenig geleistet hat. Der FCB habe zu häufig nicht auf dem höchsten Leistungsniveau agiert. Klar ist aber auch: Schon am Samstag kann Bayern Meister werden

Müller kontert: „Wer lesen kann...“

Update vom 4. Mai, 19.22 Uhr: Auf die Kritik von Franz Beckenbauer angesprochen meinte Thomas Müller: „Ich weiß nicht, wie gut die Uwe-Seeler-Traditionself war“, und konterte die Kritik dann: „Wer lesen kann, fühlt sich gut im Trikot des FC Bayern. Natürlich hatten wir schon bessere Spielzeiten. Aber wenn man neun Punkte Rückstand zu fünf Punkten Vorsprung aufarbeitet, dann hat man auch viel richtig gemacht“.

Noch deutlicher wies Sportdirektor Hasan Salihamidzic die Beckenbauer-Kritik zurück. Seiner Meinung nach hat der Kaiser „nicht die richtige Wortwahl getroffen“. Brazzos Sicht der Dinge: Man habe „größtenteils sehr gut gespielt“ und könne ja auch noch zwei Titel holen.

Beckenbauer mit Kritik an FC Bayern: „Verwöhnte Truppe“

Erstmeldung vom 4. Mai, 15.30 Uhr: München - Ehrenpräsident Franz Beckenbauer wünscht Bayern-Coach Niko Kovac das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal. „Abgerechnet wird zum Schluss. Das könnte er hernehmen, um denen die lange Nase zu zeigen, die nicht an ihn geglaubt haben. Ich wünsche es ihm“, sagte Beckenbauer am Samstag in der Allianz Arena. Dort wurde die Meister-Mannschaft des FC Bayern München aus der Saison 1968/69 geehrt. Die Spieler um Beckenbauer hatten vor 50 Jahren erstmals in der Vereinsgeschichte das Double gewonnen.

Beckenbauer über Kovac: „Er muss es schaffen“

Unter Kovac könnten die Münchner in diesem Jahr zum zwölften Mal das Double holen. „Es ist nicht leicht, eine solche Mannschaft zu trainieren. Es ist eine verwöhnte Truppe“, sagte Beckenbauer. „Aber Niko sollte das Double schaffen, er muss es schaffen.“

Der „Kaiser“ glaubt an die Qualität der Münchner, rügte aber auch einige Auftritte: „Der FC Bayern ist stark genug für das Double. Die Mannschaft braucht nur die richtige Einstellung.“ Genau die hatte Beckenbauer in der laufenden Saison mitunter vermisst. „Sie hätten den Sack schon längst zu machen können, das ist aber nicht gelungen. Wenn ich die Spiele in der Champions League und der Europa League sehe, wie da gefightet wird, da meine ich manchmal, die Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft zu sehen“, sagte Beckenbauer über Auftritte des FC Bayern im Vergleich zu den kontinentalen Top-Spielen. „Das müssen sie sich leider gefallen lassen“, verteidigte BEckenbauer siene Aussage mit Blick auf die Spieler des FCB und schloss mit den Worten: „Das muss nicht sein und das darf nicht sein“.

Zudem äußerte sich Beckenbauer auch zur Causa James Rodriguez beim FC Bayern*. Der Kaiser ist offenbar ein Fan des Kolumbianers. Offenbar denken die Bayern-Bosse über eine Veränderung auf der Trainerbank nach. Wie tz.de* berichtet, soll Thomas Tuchel als neuer Coach gehandelt werden.

Joshua Kimmich gehört in dieser Saison zu den Eckpfeilern des FC Bayern. Seine Qualitäten sind bekannt - auch bei Lionel Messi und dem FC Barcelona. Kommt es zum Mega-Transfer?

Borussia Dortmund hat sich doch noch einen Titel geschnappt. Bei der Wahl des Spielers der Saison durch die Bundesliga-Profis landete ein BVB-Star ganz vorne.

Javi Martinez hat eine krasse Typveränderung vorgenommen. Der neue Look des Spaniers ruft bei Instaram gespaltene Reaktionen hervor. Auch Thomas Müller reagiert.

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dpa

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