DFB-Pokal

Wieder Enttäuschung für Rose in Gladbach - BVB im Halbfinale

Jubel
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Die Spieler von Borussia Dortmund feiern das Tor von Jadon Sancho (M) gegen Gladbach.
Torschuss
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Marcus Thuram (r) erzielt einen Treffer für Gladbach, der nicht anerkannt wird: Abseits.
Zweikampf
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Mönchengladbachs Stefan Lainer (l) und Erling Haaland vom BVB kämpfen um den Ball.
Tor
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Dortmunds Jadon Sancho erzielt das Tor zum 1:0 gegen Gladbach.
Rot
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Schiedsrichter Sascha Stegemann zeigt Dortmunds Mahmoud Dahoud die Gelb-Rote Karte.

Für Marco Rose gibt es wohl kein Happy End mehr in Gladbach. Gegen seinen zukünftigen Arbeitgeber aus Dortmund platzte der Pokal-Traum im Viertelfinale. Jadon Sancho entwickelt sich beim BVB zum Mister DFB-Pokal.

Mönchengladbach (dpa) - Marco Rose stand enttäuscht in der Gladbacher Coaching-Zone, seine zukünftigen BVB-Spieler sanken dagegen jubelnd zu Boden. Borussia Dortmund hat mit dem 15. Einzug in ein Pokal-Halbfinale seinem künftigen Trainer Rose die Saison mit Borussia Mönchengladbach fast verhagelt.

Der BVB gewann das brisante Viertelfinal-Duell der beiden Westrivalen 1:0 (0:0) und schaffte damit im dritten Anlauf erstmals einen Pokal-Erfolg in Gladbach. Jadon Sancho (66. Minute) nutzte in einem intensiven Spiel einen üblen Abspielfehler von Nationalspieler Florian Neuhaus, um Dortmunds Halbfinal-Einzug perfekt zu machen. Daran änderte auch die Gelb-Rote Karte für BVB-Spieler Mahmoud Dahoud nichts mehr (90.+3).

«Das geht auch an mir nicht spurlos vorbei. Sechs Spiele ohne Sieg, das sind wir so nicht gewohnt. Wir sind in einer schwierigen Phase. Das bedeutet, dass ich vorangehen muss», sagte Rose nach dem Pokal-Aus bei Sky. Der Coach sprach aber von einer guten Leistung seines Teams: «Ich habe meine Mannschaft mit sehr viel Überzeugung gesehen. Es hat die glücklichere Mannschaft gewonnen.»

Gladbach muss nun in der Fußball-Bundesliga eine Aufholjagd starten, um noch die erneute Europapokal-Qualifikation zu schaffen. Im Achtelfinale der Champions League droht nach dem 0:2 im Hinspiel gegen Manchester City zudem das Aus. Seit Rose vor gut zwei Wochen seine Entscheidung öffentlich machte, im Sommer nach Dortmund zu wechseln, geht es für die Gladbacher bergab: Die Pokalpleiteausgerechnet gegen Roses künftigen Club war die vierte Pflichtspiel-Niederlage am Stück seitdem.

«Es war ein enges Spiel. Wer das erste Tor macht, hat alle Karten in der Hand. Es war sehr ärgerlich. Wir dürfen nicht den Ball so einfach hergeben», sagte Gladbachs Matthias Ginter in der ARD und fügte hinzu: «Das ist sehr bitter für uns. Wir wollten den Pokal gewinnen. Es ist eine Riesen-Enttäuschung da. Wir müssen jetzt alle zusammen anpacken.» Glücklich war dagegen auf der Gegenseite Mats Hummels: «Wir haben gekämpft und sehr vieles richtig gemacht. Wir müssen das beibehalten.» Kapitän Marco Reus sprach von einer «anderen Energie» seit dem Sevilla-Spiel.

So sehr Rose auch beteuerte, dass es bei diesem brisanten Aufeinandertreffen nicht um ihn gehe, waren die Augen doch auf den Coach gerichtet. Eine kurze Umarmung vor dem Spiel mit seinem zukünftigen Assistenten Edin Terzic, ansonsten vermied der bei den Gladbacher Fans in Ungnade gefallene Trainer jeden Kontakt mit seinem zukünftigen Arbeitgeber.

Sorgen um ein vorzeitiges Ende seiner Tätigkeit am Niederrhein, muss er sich vorerst nicht machen. Auf die Frage, ob dies auch bei Niederlagen gegen BVB und darauf Bayer Leverkusen Bestand habe, stellte Sportdirektor Max Eberl vor dem Spiel klar: «Ich sehe den Grund nicht, warum es nicht funktionieren soll.»

Die von Eberl angeführte Ergebniskrise machte sich im leeren Borussia-Park zunächst nicht bemerkbar. Die Gladbacher suchten die direkt den Weg nach vorn und hatten schon in der zweiten Minute die Riesenchance zur Führung, als Marcus Thuram nach feinem Zuspiel von Jonas Hofmann den Ball aus kurzer Entfernung neben das Tor setzte.

Der BVB war noch gar nicht im Spiel, da war es für Raphael Guerreiro auch schon vorbei. Der Außenmann musste in der fünften Minute wegen muskulärer Probleme verletzt runter und wurde durch Nico Schulz ersetzt. Die Gastgeber blieben auch in der Folgezeit die aktivere und strukturiertere Mannschaft, auch weil sich der BVB viele unnötige Ballverluste im Spielaufbau leistete.

Ohne Chance war der BVB aber keineswegs. Bei einem verunglückten Volleyschuss von Marco Reus (8.) sowie einer guten Gelegenheit von Sturmriese Erling Haaland (36.), als der Norweger frei durch war, hätten die Schwarz-Gelben in Führung gehen können. Ansonsten war es eine Höhepunkt-arme erste Halbzeit mit mehr Zweikämpfen als glanzvollen Momenten - ganz im Gegensatz zum rasanten Bundesliga-Duell am 22. Januar (4:2).

Mit mehr Schwung kam der BVB aus der Kabine und sorgte gleich für brenzlige Momente in der Gladbacher Defensive. Und schon durfte die Terzic-Elf jubeln, als Haaland nach Reus-Vorlage traf (53.). Doch zuvor hatte der Torjäger seinem Gegenspieler Ramy Bensebaini in die Hacken getreten hatte, entsprechend wurde das Tor zurückgenommen.

13 Minuten später war es dann aber doch passiert. Nach einem verhängnisvollen Abspielfehler von Neuhaus bei einer Gladbacher Ecke ging es schnell in die andere Richtung über Schulz, Haaland und Reus, ehe Sancho mit seinem vierten Pokal-Treffer vollendete. Zuvor hatte BVB-Keeper Marwin Hitz bei einem Schuss von Bensebaini den Rückstand verhindert (59.).

© dpa-infocom, dpa:210302-99-662004/6

Aufstellung Borussia Mönchengladbach

Aufstellung Borussia Dortmund

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