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Umfrage zur Landtagswahl in Thüringen 2019: AfD schwankt in Prognosen erheblich - Linke dominiert 

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Landtagswahl in Thüringen 2019: Bodo Ramelow (l.) und Björn Höcke.

Es wird eine spannende Landtagswahl - die Linke ist zwar aktuell stärkste Kraft, die rot-rot-grüne Regierung könnte aber dennoch die Mehrheit verlieren. 

Update vom 18. Oktober 2019: Auch wenn die aktuellen Umfragewerte klar für die Partei von Ministerpräsident Bodo Ramelow sprechen - die Regierungsbildung in Thüringen wird nach der Landtagswahl dennoch schwierig werden. Zwar liegt die Linke an der Spitze der Umfragen, die rot-rot-grüne Regierung könnte aber dennoch keine Mehrheit bekommen.

Umfrage zur Landtagswahl in Thüringen 2019: Bürger mit Ramelows Arbeit zufrieden

Wie die ARD-Vorwahlumfrage Thüringen von Infratest dimap ergeben hat, sind 58 Prozent der Bürger mit der Arbeit der Landesregierung zufrieden, 62 Prozent mit der Arbeit von Ministerpräsident Bodo Ramelow. Und trotzdem wird es eng. So erreicht zwar die Linke in der Sonntagsfrage 29 Prozent (damit wäre sie erstmals stärkste Kraft in Thüringen), die SPD mit acht Prozent und die Grünen mit sieben Prozent liegen aber so weit dahinter, dass es für eine Mehrheit nicht reichen würde.

CDU und AfD kommen in der Umfrage auf jeweils 24 Prozent, die FDP wäre mit vier Prozent in der Umfrage nicht einmal im thüringischen Landtag vertreten.

Umfrage zur Landtagswahl in Thüringen 2019: Regierungsbildung schwierig

Bleibt es bei den aktuellen Umfragewerten, könnten nur Linke und CDU gemeinsam eine Mehrheit im Landtag ohne Einbeziehung der AfD bilden. Eine Koalition mit der Linken hatte die CDU aber bislang immer ausgeschlossen, was 55 Prozent der Befragten nicht gut finden.

Dahingegen finden es 68 Prozent gut, dass die CDU eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen hat. Eine deutliche Mehrheit der befragten Bürger (72 Prozent) ist der Meinung, dass sich die AfD in Thüringen nicht ausreichend von rechtsextremen Positionen distanziere. Ein anderes Bild ergibt sich, wenn man AfD-Anhängern diese Frage stellt: Hier stimmen nur 27 Prozent dieser Aussage zu.

Ein weniger klares Bild ergibt sich bei der Frage, wer die Regierung in Thüringen künftig führen soll: Dass die Linke weiterhin die Regierung führt, wünschen sich 40 Prozent der Befragten, 49 Prozent der Befragten befürworten eine andere Partei.

Umfrage zur Landtagswahl in Thüringen 2019: Zufriedenheit mit Landespolitikern

Die Bürger konnten bei der Umfrage auch die Leistung anderer Landespolitiker bewerten. SPD-Spitzenkandidat und Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee bekam 49 Prozent Zustimmung. Nur 32 Prozent sind mit der Leistung von Mike Mohring, dem Spitzenkandidaten der CDU, zufrieden. 26 Prozent der Befragten gaben an, mit der amtierenden Umweltministerin Thüringens Anja Siegesmund von den Grünen zufrieden zu sein. Björn Höcke, Spitzenkandidat der AfD, erhält in der ARD-Umfrage 15 Prozent Zustimmung.

Landtagswahl Thüringen: Die aktuellen Umfragen (alle Angaben in Prozent)

Institut

Datum

Zustimmung in Prozent

CDU

Linke

SPD

Grüne 

AfD

FDP

Sonstige

Infratest dimap/ARD

17.10.2019

24

29

8

7

24

4

4

Forschungsgruppe Wahlen/ZDF

17.10.2019

26

27

9

8

20

5

5

INSA

26.09.2019

23

29

9

9

24

4

2

Infatest dimap

16.09.2019

22

28

7

8

25

5

5

INSA

22.08.2019

24

26

9

11

21

4

5

Infratest dimap

30.07.2019

21

25

8

11

24

5

6

INSA

24.06.2019

26

24

10

10

20

5

5

INSA

30.05.2019

26

25

11

8

20

5

5

INSA

25.04.2019

27

25

10

7

19

6

6

Infratest dimap

26.03.2019

28

24

11

8

20

5

4

INSA

26.03.2019

27

24

10

8

20

5

6

Wahl 2014

14.09.2014

33,5

28,2

12,4

5,7

10,6

2,5

6,2

Landtagswahl in Thüringen 2019: Mike Mohring will Personaldebatten beenden

Update vom 17. Oktober 2019: Knapp eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Thüringen hat der CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring seine Partei einem Bericht zufolge dazu aufgerufen, Personaldebatten zu beenden. „Diese permanente Selbstbeschäftigung verstärkt die Wahrnehmung der Bürger, dass es Politikern immer nur um ihre eigenen Posten geht“, sagte Mohring dem „Spiegel“.

Der 47-Jährige fordert bei der Wahl am 27. Oktober den bisherigen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) heraus, landete mit seiner CDU in den jüngsten Umfragen aber nur auf dem zweiten oder dritten Rang.

Umfrage zur Landtagswahl in Thüringen 2019: CDU holt Linke ein - AfD schwächelt

Update vom 17. Oktober 2019: Rund eine Woche vor der Landtagswahl in Thüringen zeigt sich, dass die Mehrheitsfindung schwierig werden könnte - zumindest nach den neuesten Prognosen des ZDF-Politbarometers.

Aktuell würde die CDU 26 Prozent erreichen, die Linke käme auf 27 Prozent. Die SPD liegt in den Umfragewerten bei neun Prozent, die AfD bei 20 Prozent. Acht Prozent gibt es laut dem ZDF-Politbarometer für die Grünen, fünf Prozent für die FDP. Die restlichen Parteien lägen zusammen bei fünf Prozent.

Für die Regierungsbildung würden die aktuellen Werte bedeuten, dass die amtierende Regierung aus Linke, SPD und Grünen ihre Mehrheit verliert. Eine Regierung aus  CDU, SPD und Grünen würde ebenfalls eine parlamentarische Mehrheit verfehlen. Ob sich das Bild bis zum Zeitpunkt der Wahl noch ändern wird, wird sich zeigen.

Landtagswahl in Thüringen 2019: Großteil der Wähler sieht AfD vor Thüringen-Wahl kritisch

Update vom 8. Oktober 2019: Trotz der erwarteten hohen Stimmenanteile für die AfD bei der Landtagswahl in Thüringen wird die Partei von einem Großteil der Wähler kritisch eingeschätzt. In einer am Dienstag in Erfurt veröffentlichten Studie des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) gaben mit 72 Prozent fast drei Viertel der Befragten an, die AfD stehe aus ihrer Sicht zu weit rechts. Mit 51 Prozent ist nur gut die Hälfte der Auffassung, dass die AfD keine „normale demokratische Partei“ sei.

Eine Regierungsbeteiligung der AfD wird von den Befragten mehrheitlich abgelehnt, wobei 55 Prozent aus Sicht des IDZ „eine besorgniserregend knappe Mehrheit“ ist. Nicht ganz ein Drittel von 30 Prozent der Befragten befürworten eine Regierungsbeteiligung und 15 Prozent sind zumindest teilweise dafür, der Partei Mitverantwortung zu übertragen.

Die Studienautoren sprechen von einer „fortgeschrittenen Normalisierung“ der AfD. Mehr als zwei Drittel der potenziellen AfD-Wähler stehen demnach politisch hinter dem rechtsradikalen Thüringer Landesverband und ihrem Parteichef Björn Höcke. Mit 52 Prozent verortet etwa jeder zweite der potenziellen AfD-Wähler sich selbst in der politischen Mitte, weitere 44 Prozent sehen sich rechts davon, vier Prozent links. Der Anteil der selbst erklärten Rechten ist in dieser Wählergruppe damit stark erhöht.

Prognose vor Thüringen-Wahl: Rot-Rot-Grün fehlen noch zwei Sitze für Mehrheit

Updates vom 7. Oktober 2019: Es ist keine neue Umfrage, dafür jedoch eine Wahlkreisprognose, die einen äußerst spannenden Wahlsonntag vorhersagt. Demnach hat die derzeitige rot-rot-grüne Landesregierung noch eine Chance auf Wiederwahl - doch es wird ziemlich eng werden. Wie das Team von wahlkreisprognose.de berechnet hat, dürfen die Linken ebenso wie 2014 mit 28 Sitze rechnen. Die SPD würde vier Mandate verlieren (jetzt 12), die Grünen eines dazugewinnen (7). Insgesamt würden die rot-rot-grüne Koalition somit auf auf 43 der 88 Landtagssitze kommen - zwei zu wenig für die Mehrheit. Dagegen hätten theoretisch AfD (25 Sitze) und CDU (20) eine Mehrheit. Nicht weniger unrealistisch, aber rechnerisch möglich wäre eine Linke/CDU-Koalition. 

Noch ist allerdings Bewegung ist. Das Portal wahlprognose.de hat berechnet, dass die Linken im Idealfall sogar 41 Direktmandate gewinnen können. Das Maximum bei der AfD liegt bei 30 Wahlkreis-Erfolgen. 

Umfrage-Beben vor Thüringen-Wahl: AfD stärker als CDU - doch Linke fliegen allen davon

Update vom 26. September 2019: Knapp einen Monat vor der Landtagswahl in Thüringen hat die Linke von Ministerpräsident Bobo Ramelow in einer aktuellen Umfrage hinzugewonnen. Wäre am Sonntag Wahl, würden demnach 29 Prozent der Befragten der Partei ihre Stimme geben. Das sind 3 Prozentpunkte mehr als bei der entsprechenden Befragung im August. Das Erfurter Meinungsforschungsinstitut Insa hatte die Umfrage im Auftrag der Mediengruppe Thüringen durchgeführt, deren Zeitungen am Donnerstag darüber berichteten.

Die AfD kann demnach ebenfalls 3 Punkte hinzugewinnen im Vergleich zur der vorherigen INSA-Umfrage und liegt mit 24 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von der CDU mit 23 Prozent (-1). Gleichauf mit jeweils 9 Prozent liegen die SPD und die Grünen, die 2 Prozentpunkte verlieren. Die FDP würde mit 4 Prozent den Einzug in den Landtag verpassen.

Die Thüringer wählen am 27. Oktober ein neues Parlament. Derzeit regiert Bodo Ramelow mit einem rot-rot-grünen Bündnis das Land. Mehr zu den Parteien und ihren Wahlprogrammen bei der Landtagswahl in Thüringen erfahren Sie in unserem Übersichtsartikel. Weitere News gibt es zudem im Thüringen-Wahlticker.

Umfrage zur Wahl in Thüringen: AfD bei 25 Prozent - Ex-Stoiber-Berater entsetzt

Update vom 22. September 2019: Jeder vierte Wählr in Thüringen würde laut einer aktuellen Umfrage bei der Landtagswahl in Thüringen (am 27. Oktober 2019) seine Stimme der AfD geben. Die Alternative für Deutschland kommt in der Sonntagsfrage von Infratest dimap (im Auftrag des MDR) auf 25 Prozent. In Führung liegt die Linke von Ministerpräsident Bodo Ramelow mit 28 Prozent. Die CDU erreicht 22 Prozent, die SPD gerade einmal 7 Prozent. Die Grüne liegen bei 8 Prozent und die FDP muss mit aktuell 5 Prozent um den Einzug in den Landtag bangen. 

Michael Spreng, ehemaliger Berater des CSU-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber und Ex-Chefredakteur der Bild am Sonntag, zeigt sich angesichts des aktuellen Umfragewertes der AfD entsetzt. Er fragt sich in seinem Blog sprengsatz.de, warum so viele Thüringer die Partei von Björn Höcke „den Führer des ultrarechten Flügels der AfD, einen Rechtsextremisten, der zumindest in seinen Sprachbildern ein heimlicher Hitler-Verehrer ist“ wählen würden.

Sprengs (etwas eindimensionale) Erklärung für die Popularität der AfD in Thüringen: Die Ostdeutschen wollen die Wessis schocken. „Es ist offenbar die perverse Lust, es denen in Berlin und den Wessis einmal richtig zu zeigen, ihnen größtmöglichen Schrecken einzujagen. Man kann sich so richtig vorstellen, wie sie zu Hause vor dem Fernseher sitzen und freudig erregt die neuen Umfragen sehen: Jetzt machen wir die Wessis und die in Berlin richtig kirre, jetzt treiben wir sie in den Wahnsinn. Das haben sie davon, dass sie uns jahrelang nicht beachtet haben.“

AfD: Ehemaliger Stoiber-Bearter warnt vor „autoritärem Staat“

Spreng warnt allerdings die Wähler in Thüringen vor einem „Spiel mit dem Feuer“. Denn: Sollte die AfD einmal regieren, dann würden sie sich bald in einem autoritären Staat wiederfinden. „Wenn ein Björn Höcke einmal an die Macht kommen sollte, dann ist die Zeit solcher Spiele vorbei. Dann wird`s richtig autoritär, dann kann – außer seinen Gefolgsleuten – keiner mehr sagen, was er denkt. Dann werden die Freiheiten, die heute Thüringer mit ihrer Wahlabsicht so radikal ausschöpfen wollen, endgültig beerdigt. Wann werden diese Wähler merken, dass sie ihr eigenes Grab schaufeln?“ 

Gibt Michael Spreng die Mentalität der Thüringer korrekt wieder? Bekanntlich verlor der von ihm beratene Kanzlerkandidat Edmund Stoiber 2002 die Wahl vor allem im Osten. Für Stoiber war das eine schlimme Kränkung. "Ich akzeptiere nicht, dass erneut der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird", giftete er deswegen im Bundestags-Wahlkampf 2005. Hat Michael Spreng auch noch einige Vorbehalte gegenüber den Ostdeutschen, die sein aktuelles Urteil beeinflussen? Darüber kann man nur spekulieren.

Im Wahl-O-Mat Thüringen 2019 können Wahlberechtigte noch einmal überprüfen, wer ihre wichtigsten Themen am besten repräsentiert.

Ostdeutschland: Rechte AfD legt zu

 Wahl in Thüringen: SPD sinkt in Umfrage auf Rekordtief - Flaute mit Folgen?

Update vom 16. September 2019: Knapp sechs Wochen vor der Landtagswahl in Thüringen baut die Linke von Ministerpräsident Bodo Ramelow ihren Stimmenanteil aus. Bitter für den Ramelow: Die rot-rot-grüne Koalition hat den aktuellen Zahlen zufolge dennoch keine Mehrheit, wie eine am Montag veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap für den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) zeigt.

Die Linke käme der Erhebung zufolge auf 28 Prozent und wäre damit stärkste Kraft. Das sind drei Prozentpunkte mehr als bei einer MDR-Umfrage vom Juli. Die SPD erreicht mit nur noch sieben Prozent ihr Allzeittief, die Grünen verlieren ebenfalls und kommen auf acht Prozent. Damit hätten die Regierungsparteien zusammen keine Mehrheit.

Die CDU kann leicht um einen Punkt zulegen und liegt der Umfrage zufolge bei 22 Prozent, aber immer noch hinter der AfD mit 25 Prozent. Die FDP muss mit fünf Prozent um den Einzug in den Landtag bangen. Eine Mehrheit käme nur zustande, wenn Rot-Rot-Grün zusätzlich die Liberalen ins Boot holen würde. In Thüringen wird am 27. Oktober ein neuer Landtag gewählt.

Die Zufriedenheit mit Ministerpräsident Ramelow ist weiterhin sehr hoch: Zwei von drei Befragten (65 Prozent) sind mit ihrem Ministerpräsidenten zufrieden bis sehr zufrieden. AfD-Landeschef Björn Höcke liegt mit einer Zustimmungsquote von 17 Prozent deutlich unter den Werten seiner Partei. Für die Erhebung wurden vom 10. bis 14. September in Thüringen 1001 Bürger befragt.

Landtagswahl Thüringen: Umfrage-Dämpfer für AfD - Rot-Rot-Grün wieder möglich

Update vom 22. August 2019: Zweieinhalb Monate vor der Landtagswahl in Thüringen sieht eine Umfrage die regierende Linkspartei als stärkste Kraft. Die Partei von Ministerpräsident Bodo Ramelow würden 26 Prozent der Befragten wählen, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa hervorging. Knapp dahinter kommt die CDU mit 24 Prozent. Die AfD landet laut der Umfrage für die Mediengruppe Thüringen mit 21 Prozent auf dem dritten Platz.

Die Grünen kommen in der Befragung auf elf Prozent, die Sozialdemokraten auf nur neun Prozent. Der neuen Umfrage zufolge würde die FDP mit vier Prozent knapp den Einzug in den Landtag verpassen. In diesem Szenario käme die aktuelle rot-rot-grüne Koalition rechnerisch erneut auf eine Mehrheit.

Björn Höcke Anfang August beim AfD-Wahlkampf im sächsischen Döbeln.

Könnten die Befragten den Ministerpräsidenten direkt wählen, würden sich 41 Prozent für Amtsinhaber Ramelow entscheiden. 15 Prozent würden CDU-Landeschef Mike Mohring wählen. Eine kleine Klatsche hält die Umfrage auch für Thüringens AfD-Chef Björn Höcke bereit. Er käme bei einer Direktwahl auf acht Prozent der Stimmen - und bleibt damit wie Mohring deutlich hinter der Zustimmungsquote für seine Partei zurück. Höckes Parteifreund aus dem extrem-rechten „Flügel“, Andreas Kalbitz, kommt bei Umfragen zur Brandenburg-Wahl auf vergleichbare Werte.

Für die repräsentative Umfrage befragte Insa zwischen dem 12. und 19. August 1009 Wahlberechtigte telefonisch und online. In Thüringen wird am 27. Oktober ein neuer Landtag gewählt. Eine neue Umfrage ist diese Woche auch für die Landtagswahl in Sachsen veröffentlicht worden

Kommentar zu den Landtagswahlen auf Merkur.de*: Erdrutsch in Sachsen und Brandenburg: Der wilde Osten rechnet ab

Umfrage-Spannung vor Landtagswahl in Thüringen: Linke, AfD und CDU streiten um Spitzenposition

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke).

Erfurt - Die Landtagswahl in Thüringen 2019 findet am 27. Oktober statt. Bis dahin versuchen die Parteien noch Wähler zu mobilisieren. Das scheint aktuell auch nötig zu sein, um die Regierungsbildung zu erleichtern. Denn nach laut den Umfragen vor der Landtagswahl in Thüringen kann kein etabliertes Regierungsbündis eine Mehrheit erreichen. Das hat sich bereits in den vergangenen Monaten abgezeichnet.

Nur eine Koalition aus CDU und den Linken scheint damit überhaupt in die Nähe einer Mehrheit kommen, wenn zwei Parteien alleine regieren wollten. Es ist ein unrealistisches Bündnis. 

Entscheidend für die CDU wird sein, wie sich die Partei zur AfD positioniert. In den Nachbarbundesländern gibt es dazu nämlich unterschiedliche Meinungen. Während sich die sächsische CDU schon vorab kategorisch gegen eine Koalition mit der AfD aussprach, kann sich in Sachsen-Anhalt unter anderem der Vizechef der CDU-Landtagsfraktion eine Koalition mit der AfD vorstellen. Auf ihrem Bundesparteitag hat die CDU 2018 allerdings eine Grundsatzentscheidung zu einer Zusammenarbeit mit der AfD getroffen.

Umfrage zur Landtagswahl Thüringen 2019: Regierungsbildung wird wohl schwierig

Theoretisch würde auch ein Bündnis aus CDU, SPD, den Grünen und der FDP eine Mehrheit im Landesparlament erreichen können. Ob sich die Parteien allerdings zu einem solchen Viererbündnis zusammenschließen würden, ist fraglich. Schon die Koalitionsgespräche zwischen CDU, Grünen und FDP nach der vergangenen Bundestagswahl zogen sich lange hin und sind am Ende gescheitert. 

Die rot-rot-grüne Koalition von Ministerpräsident Bodo Ramelow steht wohl vor dem Aus. Sie könnte, gemessen an den Wahlumfragen in Thüringen, nur eine Minderheitsregierung bilden. Das wäre kein Novum für eine Landesregierung. Nach der Landtagswahl im Jahr 2010 gab es in Nordrhein-Westfalen eine Minderheitsregierung aus SPD und den Grünen. Sie hat allerdings nicht einmal zwei Jahre gehalten. Immerhin konnte die Regierung gestärkt aus den vorgezogenen Neuwahlen hervorgehen und über die volle Dauer der nachfolgenden Legislaturperiode im Amt bleiben.

Die Linke könnte laut den aktuellen Umfragewerte nur dann erneut den Ministerpräsidenten in Thüringen stellen, wenn sie zusammen mit der AfD und der SPD oder den Grünen als Mehrheitsbeschaffer eine Koalition eingeht. Diese Option ist so unrealistisch wie keine andere.

Umfrage zur Landtagswahl Thüringen: Unsicherheit der Rechenmodelle

Die Spekulationen tragen noch sehr viele Variablen in sich, die sich bis zum Wahltag verändern können. Zum einen ist das natürlich die Wahlabsicht. Viele Wähler entscheiden sich erst kurzfristig für eine Partei. Zum anderen berücksichtigen die Umfragen für die Thüringen-Wahl 2019 noch die „sonstigen Parteien“. Es handelt sich um kleine Parteien, die die Sperrklausel nicht überschreiten und damit nicht ins Parlament einziehen werden. In den Umfragen beanspruchen sie zwar fünf Prozent der Stimmen für sich, bei der Zusammensetzung des Landtags werden sie allerdings außen vorgelassen.

Nicht zuletzt steht auch hinter der FDP ein Fragezeichen. Die Partei steht laut den Umfragen aktuell bei 5 Prozent der Stimmen. Schon geringe Veränderungen könnten zur Folge haben, dass der FDP der Wiedereinzug in den Thüringer Landtags misslingt.

Prognosen aus Thüringen zeigen AfD mit den größten Zuwächsen

Seit der letzten Landtagswahl sind die Zustimmungswerte der Grünen, der FDP und der AfD gestiegen. Bei der vergangenen Landtagswahl hat die AfD 10,6 Prozent der Stimmen geholt. Laut Umfragewerten würden vielleicht schon mehr als 20 Prozent der Thüringer die Partei wählen. Die größten Einbußen müsste die CDU hinnehmen. 2014 hatte die Partei mehr als 33 Prozent der Wählerstimmen erzielt. Dieses Mal wird die Partei wohl deutlich unter die 30-Prozent-Marke rutschen.

Damit die Wahl für Sie ohne Schwierigkeiten abläuft, haben wir Informationen zur Wahlbenachrichtigung in Thüringen und weitere Fakten zusammengestellt. Auch alle Spitzenkandidaten von den großen Parteien in Thüringen gibt es im Überblick. 

Einen Tag nach der Landtagswahl trat Bodo Ramelow beim Gillamoos in Abensberg auf. Es war das erste Mal, dass ein Politiker der Partei Die Linke eine Rede auf dem Volksfest hielt.

CDU-Politiker Friedrich Merz sorgt sich um die AfD-Überläufer. Und ein Ex-AfD-Mann packt aus: „AfD weist zunehmend nationalsozialistische Tendenzen auf.“

Lesen Sie auch: Kürzlich hat sich ein Gericht mit den Aussagen Höckes befasst und ein überraschendes Urteil gefällt. Oder von der Österreich-Wahl: Zahlen liegen vor - Kurz feiert neuen Rekord, Ibiza-Schock für FPÖ. Höcke fällt am Tag der Deutschen Einheit ein vernichtendes Urteil über die Entwicklung der Bundesrepublik. Das TV-Duell vor der Thüringen-Wahl bestreiten Ministerpräsident Bodo Ramelow von Die Linke und sein Herausforderer Mike Mohring von der CDU.

dg

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