Der Besuch im Live-Ticker

Merkel am Chiemsee: Als die entscheidende Frage zu Söder kommt, sorgt die Kanzlerin für Lacher

Vorbei die Zeiten des Zwistes: Am Dienstag empfängt Markus Söder Kanzlerin Angela Merkel in königlicher Kulisse. Ein Plan mit Hintergedanken des „Kronprinzen“?

  • Markus Söder pflegt neuerdings ein sehr kollegiales Verhältnis zu Kanzlerin Angela Merkel.
  • Am Dienstag (14. Juli) gab es ein Treffen vor symbolträchtiger Kulisse: Auf Schloss Herrenchiemsee.
  • Der Termin könnte wahltaktische Hintergründe gehabt haben - Medien sehen Söder als Favoriten auf die Unions-Kanzlerkandidatur.

Update vom 9. September: Fast zwei Monate nach dem Treffen von Markus Söder und Angela Merkel auf Herrenchiemsee gibt es Kritik - Grund sind die hohen Kosten des Termins.

Update vom 26. August: Wird Bayerns Ministerpräsident Markus Söder von der CSU Kanzlerkandidat der Union* und damit möglicher Nachfolger von Angela Merkel (CDU)? Zwei Politikwissenschaftler liefern eine Einschätzung, die so manchen Beobachter in der Corona-Krise überraschen dürfte.

Update vom 17. August: Im Juli war Kanzlerin Angela Merkel zu Gast bei Markus Söder - nun erweist sie Armin Laschet dieselbe Ehre: Merkel reist am Dienstag (18. August) nach Düsseldorf.

Update vom 24. Juli: Die Frage, wer in Angela Merkels Fußstapfen treten soll und Chancen auf die Kanzlerkandidatur hat, ist in der Union immer noch offen. CDU-Politiker sprechen sich für Markus Söder und Jens Spahn aus.

Update vom 17. Juli, 17.45 Uhr: Ist er tatsächlich der „Kronprinz“? Nun gibt es bereits Berichte über ein neues Szenario, das Markus Söder den Weg zur Kanzlerkandidatur ebnen könnte.

Update vom 16. Juli, 11.20 Uhr: Bereits am Dienstag hatten Angela Merkel und Markus Söder Einigkeit beim Thema Corona-Maßnahmen demonstriert - nun scheinen sich Bund und Länder tatsächlich auf schärfere lokale Regeln für Corona-Hotspots geeinigt zu haben.

Update vom 15. Juli, 10.26 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schafft es weiterhin, einer konkreten Antwort auf die „K-Frage“ auszuweichen - und gleichzeitig die Gerüchte über seine Kandidatur fürs Kanzleramt zu befeuern. So berichtet die Bild von seinem Treffen mit Angela Merkel (CDU) am Schloss Herrenchiemsee zunächst, dass er die Bundeskanzlerin mit „einer angedeuteten Verbeugung“ begrüßt habe, bevor es auf den Raddampfer „Ludwig Fessler“ ging. 

Merkel am Chiemsee: Als die entscheidende Frage zu Söder kommt, sorgt die Kanzlerin für Lacher

Update vom 14. Juli, 19.07 Uhr: „Das gibt nur Ärger.“ Mit diesen Worten soll sich Markus Söder geweigert haben, ein Plakat mit der Aufschrift „Markus Söder Kanzlerkandidat“ zu unterzeichnen (siehe Update um 12.50 Uhr). Was Söder damit gemeint haben könnte? Schon einmal hatte ein Fan-Plakat für Aufregung gesorgt.

Als in Bayern noch der Kampf um die Nachfolge von Horst Seehofer tobte, war Söder zu Gast bei der bayerischen Jungen Union. Die empfing ihn, während Seehofer noch amtierender Ministerpräsident war, mit Plakaten “MP Söder!” oder “Söder - unsere neue Nummer 1”. Und tatsächlich stellte sich der gebürtige Nürnberger damals für ein Foto neben die jungen Leute. 

Mitglieder der Jungen Union Bayern im Jahr 2017 neben Markus Söder auf der JU-Landesversammlung in Erlangen. Damals war Söder noch bayerischer Finanzminister.

Merkel zu Gast am Chiemsee: Kanzlerin stellt klar - nicht nur für Söder da

Update vom 14. Juli, 15.40 Uhr: Stilecht in der Kutsche reisen Markus Söder und Angela Merkel von der Pressekonferenz wieder ab, ehe es via Boot zurück aufs Festland geht. Eine offizielle Bestätigung, dass Markus Söder 2021 als Kanzler kandidieren will, blieb am heutigen Dienstag weiterhin aus. Die Bilder die der bayerische Ministerpräsident heute mit der Kanzlerin auf Schloss Herrenchiemsee zum Besten gab, bringen jedoch ordentlich Symbolkraft mit sich. Die Bundeskanzlerin und der bayerische Ministerpräsident betonten gleich mehrmals, dass man sich in fast allen Punkten einig sei und ließen auch den Ausdruck an gegenseitiger Wertschätzung nicht zu kurz kommen. Interessant wird nun zusehen sein, ob beispielsweise Armin Laschet, der für den CDU-Vorsitz kandidiert, die Kanzlerin auch nach NRW einladen wird. Einer solchen Einladung würde die sie nämlich ebenfalls folgen, so Angela Merkel. 

Merkel zu Gast bei Markus Söder: „Wir dürfen nicht den Eindruck haben, Corona wäre vorbei“

Update vom 14. Juli, 14.35 Uhr: Und nach knapp 20 Minuten ist die Pressekonferenz auf der Herreninsel auch schon wieder vorbei. Die Bundeskanzlerin muss weiter zu ihrem nächsten Termin.

Update vom 14. Juli, 14.29 Uhr: „Wir dürfen nicht den Eindruck haben, Corona wäre vorbei“, warnt Markus Söder. Eine Funken würde reichen, um die Situation wieder eskalieren zu lassen. „In der Ruhe liegt die Kraft“, sei das Motto von Angela Merkel und das könne auch die bayerische Staatsregierung von der Kanzlerin lernen, so Söder. Deswegen wolle er weiter besonnen und ruhig vorgehen und nicht zu früh weitere Lockerungen anordnen. 

Merkel zu Gast am Chiemsee: „Kann Söder Kanzler?“ - Merkel gibt eine klare Antwort 

Update vom 14. Juli, 14.22 Uhr: Nun dürfen die Pressevertreter vorort ihre Fragen stellen, die es auch gleich in sich haben. In einer zweigeteilten Fragestellung, wollte ein Pressevertreter einerseits wissen, was Europa für eine eigene digitale Infrastruktur unternehme und schob andererseits eine direkte Frage zu Merkels Gastgeber nach „Kann Markus Söder Kanzler?“. Die Kanzlerin atmet einmal tief durch ehe sie ihre Antwort gibt. „Ja... die digitale Infrastruktur“, beginnt Angela Merkel, ehe sie selber lächeln muss und noch einmal klarstellt „also ich beantworte jetzt Frage eins“. Das „Ja“ galt also nicht der zuvor gestellten Frage, ob Söder das Zeug zum Kanzler habe. Die Pressevertreter quittierten die Klarstellung von Merkel mit Gelächter. 

Nach ihren Ausführungen über die Digitalisierung wendet sich Angela Merkel dann aber doch noch der zweiten Frage zu und beantwortet diese gewohnt diplomatisch „Sie wissen, dass ich als Bundeskanzlerin nicht mehr zur nächsten Wahl antrete. Mit dieser Aussage verbunden ist, dass ich mich was die Frage, wer wird mein Nachfolger, betrifft eine besondere Zurückhaltung auferlegt habe. Bayern hat einen guten Ministerpräsidenten. Mehr werden sie heute dazu von mir nicht hören.“ Auch zum symbolischen Charakter des Treffens äußerte sich die Kanzlerin. „Wenn ich von anderen Kabinetten eingeladen werde, würde ich auch andere Kabinette besuchen“, erwidert Angela Merkel auf eine Nachfrage kühl, ob sie bald auch eine Schifffahrt mit Armin Laschet oder eine Kutschfahrt mit Norbert Röttgen plane.  

Übrigens: Für Lacher sorgt derzeit auch ein Youtube-Video der CSU-Landesgruppe. Im Rahmen einer Social-Media-Offensive wurden Auszüge aus Reden von CDU- und CSU-Politikern zu einem Rap verarbeitet. Bei Twitter erntet das Video Spott und Häme. 

Merkel zu Gast anm Chiemsee: „Corona ist nicht vorbei, das sehen wir jeden Tag“

Update vom 14. Juli, 14.17 Uhr: Nun beginnt die Kanzlerin ihre kurze Ansprache und bedankt sich zuerst bei Markus Söder für die Einladung nach Herrenchiemsee. Darüber hinaus bedankt sich die Kanzlerin für die konstruktive Diskussion und sieht die Einladung als Unterstützung für die EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands an. „Ich bin sehr dankbar, dass die bayerische Staatsregierung sagt ‚Besondere Zeiten bedürfen besondere Antworten‘“, sagt die Kanzlerin mit Blick auf die Corona-Krise und unterstreicht damit die Einigkeit zwischen Berlin und München bei der Bewältigung der Krise. „Corona ist nicht vorbei, das sehen wir jeden Tag. Diese Pandemie wird uns noch eine Zeit lang begleiten“, sagt Merkel. Auch die Kanzlerin betont dabei immer wieder den Fokus auf eine einheitliche europäische Lösung für die Krise und betont ebenfalls die Einigkeit zwischen ihr und Söder

Video: Der ganze Videstream zum Nachsehen

Merkel zu Gast bei Markus Söder: „Es ist uns eine große Ehre und Freude“

Update vom 14. Juli, 14.14 Uhr: Söder beginnt: „Es ist uns eine große Ehre und Freude. Das erste Mal, dass eine amtierende Bundeskanzlerin im bayerischen Kabinett zu Gast war. Es war ein sehr ehrlicher Meinungsaustausch mit einer ganz großen Übereinstimmung.“ Dass Deutschland so gut durch die Corona-Krise gekommen ist, liege zu großem Anteil auch an der Bundeskanzlerin, sagt Söder zu der Corona-Krise. Dabei betont der Ministerpräsident, dass es eine europäische Reaktion auf die Corona-Krise geben müsse und Deutschland durch die EU-Ratspräsidentschaft diese Herausforderung stemmen könne. Das wäre bei der heutigen Sitzung auch das Hauptthema gewesen, so Söder. Er und die Kanzlerin stehen für ein „progressives und nachhaltiges Europa“. 

Update vom 14. Juli, 14.12 Uhr: Überpünktlich startet die Pressekonferenz.

Update vom 14. Juli, 14.07 Uhr: Jeden Moment dürfte es so weit sein und Angela Merkel und Markus Söder werden vor die Mikrofone der Presse-Vertreter treten. Besonders interessant wird dabei sein, ob es eine Antwort auf die Frage gibt, ob Markus Söder als möglicher Kanzlerkandidat der Union gehandelt wird. Auf der Tagesordnung steht dieses Thema jedenfalls nicht.

Update vom 14. Juli, 13.30 Uhr: In einer knappen Dreiviertelstunde sollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vor die Mikrofone treten und im Garten von Schloss Herrenchiemsee eine Pressekonferenz geben. Dabei soll es unter anderem auch um die Corona-Krise und die EU-Ratspräsidentschaft von Deutschland gehen. Während der Kabinettssitzung sagte Söder, dass es während der Corona-Krise phasenweise schwierig gewesen sei, in einem europäischen Geist zu denken. „Umgekehrt ist es umso wichtiger, dass wir das jetzt tun", so der bayerische Ministerpräsident. Damit stellt sich Söder in Bezug auf eine europäische Antwort auf die Corona-Krise klar hinter den Kurs von Angela Merkel. 

Merkel zu Besuch in Bayern: Söder sorgt für kuriose Situation - „Das gibt nur Ärger“

Update vom 14. Juli, 12.50 Uhr: Auch wenn die Kanzlerfrage bei dem Besuch von Angela Merkel am Chiemsee nicht auf der Tagesordnung steht, ist sie doch nicht ganz von dem Aufeinandertreffe zwischen der Kanzlerin und Markus Söder wegzudenken. Zu einer kuriosen Szene kam es dabei noch an der Anlegestelle in Prien. Dort hielten Zuschauer ein Plakat mit der Aufschrift „Markus Söder Kanzlerkandidat“ in nicht ganz korrekter Schreibweise. Als die Plakatmaler Markus Söder um seine Unterschrift auf dem Transparent baten, lehnte dieser jedoch freundlich ab. „Das gibt nur Ärger“, so der Ministerpräsident nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa. 

Dabei scheinen die Macher des Transparents mit ihrer Meinung keinesfalls alleine dazustehen. Nach einer Umfrage von RTL/ntv würden 52 Prozent eine Kanzlerkandidatur von Markus Söder gutheißen. 39 Prozent würden lieber sehen, dass die Union einen anderen Kandidaten ins Rennen schickt. Damit hat der bayerische Ministerpräsident zumindest in dieser repräsentativen Umfrage mehr als die Hälfte der Befragten hinter sich. 

Merkel zu Besuch bei Markus Söder: Foto von Kabinettssitzung mit Symbolkraft 

Update vom 14. Juli, 12.10 Uhr: Die Kabinettssitzung mit Ehrengast Angela Merkel ist bereits im vollen Gange. Im prunkvollen Spiegelsaal von Schloss Herrenchiemsee sitzen die bayerischen Kabinettsmitglieder jeweils an eigenen Tischen mit dem nötigen Abstand im Spalier. Ministerpräsident Markus Söder sitzt an der Kopfseite der Runde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zu seiner Linken. Die Symbolkraft dieser Bilder ist sicherlich nicht zu unterschätzen. Söder als „rechte Hand“ der Bundeskanzlerin und vielleicht ja sogar als potenzieller Nachfolger. Bilder die in NRW bei Armin Laschet*, der neben Söder als großer Favorit auf die Kanzlerkandidatur innerhalb der Union gilt, wohl keine Glücksgefühle hervorrufen werden. 

Für die Kanzlerin ist es nicht der erste Besuch auf der Herreninsel. „Ich bin hier gewesen, im Alter von sieben, 1961“, erzählt Angela Merkel zu Beginn der Sitzung. Die Eltern und die Großmutter machten eine damals eine Reise durch Bayern, aber die Kinder durften nicht mit rein ins Schloss. Die damals siebenjährige Angela Merkel musste draußen sitzen und warten. Jetzt sei sie endlich drinnen, erzählt die Kanzlerin im Gespräch mit Söder: „Das ist eine schöne Konstellation.“

Update vom 14. Juli, 11.50 Uhr: In einer eher schlichten Kutsche aus Holz fuhren die Bundeskanzlerin und der bayerische Ministerpräsident über die Herreninsel, ehe man am Schloss Herrenchiemsee ankam. Dort folgte dann das obligatorische Gruppenbild mit den anderen Mitgliedern des bayerischen Kabinetts. Hierfür nahmen Merkel und Söder ihre Alltagsmasken ab, hielten jedoch weiter den nötigen Abstand ein. Anschließend betraten die Kabinettsmitglieder gemeinsam mit der Bundeskanzlerin das Schloss, wo gegen 12.00 Uhr die Sitzung stattfinden soll. 

Merkel zu Besuch bei Markus Söder: Bundeskanzlerin am Chiemsee angekommen 

Update vom 14. Juli, 11.10 Uhr: Pünktlich um 11.00 Uhr kam Bundeskanzlerin Angela Merkel an der Anlegestelle in Prien an, wo sie gemeinsam mit Markus Söder ein Schiff bestieg, das die zwei Politiker zur Herreninsel bringen soll. Von dort aus werden Söder und Merkel eine Kutschfahrt zum Schloss Herrenchiemsee machen, wo dann gegen 12.10 Uhr die Kabinettssitzung beginnen soll. Zwei Stunden später etwa gegen 14.15 Uhr werden die Bundeskanzlerin und der bayerische Ministerpräsident dann vor die Mikrofone treten. Die Kanzlerfrage innerhalb der Union, über die im Rahmen von Merkels Besuch in Bayern viel spekuliert wird, steht jedoch nicht auf der Tagesordnung. Viel mehr soll es um Deutschlands EU-Ratspräsidentschaft und die weiterführende Strategie in der Corona-Krise gehen.

Update vom 14. Juli, 10.09 Uhr: Am Chiemsee steht alles bereit für den hohen Besuch aus Berlin, der am Dienstagvormittag nach Bayern kommt. Vor allem Ministerpräsident Markus Söder freut sich wohl besonders darüber, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Herrenchiemsee einer bayerischen Kabinettssitzung beiwohnt und sich nicht etwa für einen Besuch in Nordrhein-Westfalen entschieden hat. Auf Twitter zeigt sich Söder zumindest voller Vorfreude. „Heute großer Tag: Die Bundeskanzlerin zu Gast in Bayern“, schreibt der Ministerpräsident und postet dazu ein Bild mit drei Alltagsmasken in den Farben von Deutschland, Bayern und der EU. Politik in Zeiten der Corona-Krise*.

Merkel zu Besuch auf Herrenchiemsee: Erste Demonstranten bereits vorort 

Am Chiemsee haben sich derweil schon die ersten Demonstranten eingefunden, die den Besuch der Kanzlerin nutzen wollen, um auf politische Verfehlungen hinzuweisen, welche die Landwirtschaft betreffen sollen. „Bauern sind nicht die Prügelknaben der Nation, sondern eure Ernährer“, steht auf einem Transparent der Demonstranten. Ein weiteres Plakat trägt die Aufschrift „Die Totengräber der deutschen Landwirtschaft“ und zeigt unter anderem die Konterfeis von Merkel und Söder selbst, so wie die von Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Weitere Demonstranten haben derweil mit einer kilometerlangen Schlange aus Traktoren von der Autobahnausfahrt bis ins Dorf Prien auf sich aufmerksam gemacht. 

Update vom 14. Juli, 7.16 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel ist am heutigen Dienstag zu Besuch auf Schloss Herrenchiemsee, um an einer Sitzung des bayerischen Kabinetts teilzunehmen. Teilnahmen an solchen Landeskabinettssitzungen sind in Merkels Terminkalender eine absolute Ausnahme und ihr Besuch in Bayern auf Einladung von CSU-Chef und Ministerpräsident Markus Söder zeigt die aktuell enge und gute Zusammenarbeit mit Söder. 

Merkel zu Besuch im bayerischen Kabinett - EU-Ratspräsidentschaft im Fokus

Nachdem am Vorabend bereits der Ablauf von Merkels Besuch in Bayern bekannt geworden war, steht nun auch fest, worum es thematisch hauptsächlich gehen wird. Im Fokus soll die am 1. Juli begonnene deutsche EU-Ratspräsidentschaft stehen, aber auch die weiteren Folgen der Corona*-Krise sollen zur Sprache kommen. Söder hatte die deutsche EU-Ratspräsidentschaft jüngst als „Schicksalspräsidentschaft für Europa“ bezeichnet: „Ich glaube, das Wichtigste ist, dass es uns gelingt, den europäischen Gedanken zu stärken und Gesamteuropa durch die Krise zu führen“, sagte er. 

Weiter betonte er, dass nicht nur Deutschland derzeit infolge der Corona-Pandemie Probleme habe. „Die Probleme in anderen Ländern sind ungleich größer und wir haben gerade in der Corona-Zeit ein Auseinanderklaffen erlebt“, sagte der CSU-Vorsitzende. Das von Deutschland und Frankreich vorgeschlagene milliardenschwere Hilfspaket bezeichnete er als sehr guten Weg dahin. 

Abzuwarten bleibt, ob protestierende Landwirte die Agenda auf Herrenchiemsee möglicherweise durcheinanderbringen könnten. Am Dienstagvormittag wollen viele Landwirte aus Bayern die Gelegenheit nutzen, um gegen die aktuelle Agrarpolitik zu demonstrieren. Ob Merkel und Söder jedoch vor dem Gang auf das Schiff mit den Bauern das Gespräch suchen werden, bleibt abzuwarten.

Merkel zu Besuch auf Herrenchiemsee: Gemeinsame Schifffahrt mit Söder geplant

Update vom 13. Juli, 19.20 Uhr: Der Termin wird nicht nur symbolträchtige Fotos liefern - sondern auch eine Premiere. Am Dienstag reist Kanzlerin Angela Merkel* (CDU) nach Oberbayern, um im Schloss Herrenchiemsee Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und sein Kabinett zu treffen. Es ist das erste Mal überhaupt, dass Merkel an einer Sitzung des bayerischen Kabinetts teilnimmt. Mittlerweile ist auch der Ablaufplan bekannt.

Im Anschluss an eine gemeinsame Schifffahrt auf die Insel werden Söder und Merkel zunächst mit einer Kutsche zum Neuen Schloss fahren. Nach der Kabinettssitzung werden Söder und die Kanzlerin dann noch eine gemeinsame Pressekonferenz geben. Herrenchiemsee bleibt wegen des Kanzlertermins für Touristen gesperrt - Urlauber und Ausflügler haben ab Mittwoch wieder Zugang. 

Eine Konfrontation mit unzufriedenen Bürgern droht Merkel und Söder dennoch. Landwirte aus dem Freistaat wollen am Dienstagvormittag noch auf dem Festland gegen die gegenwärtige Agrarpolitik protestieren. Ob Kanzlerin und Ministerpräsident vor dem Gang aufs Schiff das Gespräch suchen werden, bleibt aber abzuwarten. Bei der gemeinsamen Kabinettssitzung dürften die Folgen der Corona-Krise und die deutsche EU-Ratspräsidentschaft auf der Agenda stehen. Am Montag hatte Merkel Italiens Premier Giuseppe Conte in Meseberg bei Berlin getroffen.

„Kronprinz“ trifft Kanzlerin: Söder empfängt Merkel im Königs-Schloss - mit Hintergedanken?

München/Prien am Chiemsee - Nicht allzu lange ist es her, da war die Kanzlerin in Bayern eine Art Persona non grata. Doch diese Zeiten sind passé. Das wurde die CSU zuletzt nicht müde zu betonen - vorbei die Konfrontation der Ära Seehofer und der Anfangstage von Markus Söder.

Wenn Angela Merkel (CDU) nun am Dienstag (14. Juli) nach Bayern reist, dann auf explizite Einladung des Ministerpräsidenten und zu einem Besuch beim komplett versammelten Kabinett. Empfangen wird die Kanzlerin vor königlicher Kulisse, auf Schloss Herrenchiemsee. Dafür gibt es zwar eine mehr oder minder praktische Erklärung. Doch natürlich wird dieser Tage etwas anderes hinter dem fototrächtigen Rendezvous vermutet. Schließlich schwelt in der Union der Kampf um die Kanzlerkandidatur.

Söder trifft Merkel auf Herrenchiemsee: „Kronprinz“-Bilder in Königskulisse?

In Merkels online abrufbarem Kalender heißt es zu dem Termin, die Bundeskanzlerin besichtige auf der Chiemsee-Insel „unter anderem auch die Ausstellung ‚Der Weg zum Grundgesetz – Verfassungskonvent Herrenchiemsee 1948‘“. Neu ist die Schau allerdings nicht, die Ortswahl bleibt auch in diesem Licht eher willkürlich.

Üblicherweise tagt das bayerische Kabinett in der Münchner Staatskanzlei. Besondere Gäste und Anlässe bekommen durchaus schon mal einen besonderen Rahmen. Das Schloss am Chiemsee ist nun ein ausnehmend besonderer Rahmen - bei gutem Wetter gibt es dort Bilder von fast kitschiger Schönheit.

Insofern steht die Bild-Zeitung mit einer These zum Besuch Merkels im sommerlichen Voralpenland wohl kaum allein da. Söder gelte angesichts der aktuellen Umfragewerte als „Kronprinz“ der Kanzlerin, schreibt das Blatt. „Die Bilder vor der Kulisse des Pracht-Schlosses von König Ludwig II. und von der gemeinsamen Schifffahrt mit der Kanzlerin dürften genau diesen Eindruck verstärken.“

Söder auf Kurs Merkel-Nachfolge? Annäherung zwischen CSU und Kanzlerin hält 

Die Kanzlerin in ihrer Spätphase und der 53 Jahre alte, ehrgeizige CSU-Chef scheinen ganz nach dem Motto "vergessen und verziehen" miteinander umzugehen. Noch 2018 hatte Söder in seinem holprig verlaufenden Landtagswahlkampf geätzt, zu ihm komme keine Kanzlerin, sondern ein Kanzler - statt Merkel holte er sich damals Österreichs Regierungschef Sebastian Kurz zur Wahlkampfunterstützung. Doch der litt zuletzt, anders als Söder, unter einem kleinen Umfrage-Knick.

Mittlerweile schwärmt Söder in den höchsten Tönen von Merkel, und auch ihr scheint die Nähe zu Söder nur recht zu sein. Das freundliche Miteinander ist eine Win-win-Situation - Merkel und Söder dominieren die Beliebtheitsumfragen in der Bevölkerung und verhelfen damit auch ihren Parteien CDU und CSU zu hohen Zustimmungswerten.

„Kann Söder Kanzler?“: Kommentatoren sehen CSU-Chef auf Kurs Richtung Berlin 

Die Frage, ob „Söder Kanzler kann“ hat unterdessen auch jene Teile der Öffentlichkeit erreicht, die nicht unbedingt als klassisches Publikum für CSU-Politik gelten. „Meine Unterstellung wäre, dass es auf die gefühlte Hoffnung hinausläuft, dass der Beste der Union das ganze Zeug schon regeln wird“, kommentierte taz-Chefreporter Peter Unfried am Wochenende.

Er sah allerdings - wenig überraschend - die Grünen um das Führungsduo Robert Habeck und Annalena Baerbock als erste Konkurrenten für Söder und die Union. Die Ökopartei wolle jetzt erklärtermaßen „möglichst stark in die Regierung kommen“. Damit sei nun „das Duell eröffnet“. Gemeint war wohl tatsächlich ein Kanzler-Duell schwarz gegen grün. Auch Söders Kontrahenten positionierten sich zuletzt schon mal in Richtung dieser sehr denkbaren Koalition. Als Favorit der Bevölkerung gilt aber auch für die Konstellation: Markus Söder.

Durchaus ähnlich sieht man das unweit von Söders Heimat, bei der Hofer Frankenpost: „Heute, mitten in der Pandemie, hat Söder längst den Status eines Messias erreicht. Tatkräftig, ein echter Macher, gewitzt, scharfsinnig und auch ein wenig bauernschlau, spielt er auf der Klaviatur des Krisenmanagements. Hier ein wenig Zuckerbrot, dort ein wenig Peitsche“, kommentiert die Zeitung. „Über Bayern hinaus schauen - und hören - sie auf ihn“, meint das Blatt. Und sieht tatsächlich den CSU-Kanzlerkandidaten heraufdämmern: „Da nutzt es nichts, wenn der CSU-Chef gebetsmühlenartig sein Mantra „Ich bleibe in Bayern“ murmelt. Wenn sie ihn fragen, wird er sich zwar zieren, aber zulangen.“

Union im Kanzler-Ringen: Söder auf einmal Topkandidat - ist sein Platz noch in Bayern?

Es war nicht unbedingt zu erwarten, dass der 1967 in Nürnberg geborene Söder überhaupt einmal als ernsthafter Kandidat gehandelt werden würde. Auch in der eigenen Partei schauten sie lange kritisch auf den von manchen als leichtfüßig, von anderen als Ehrgeizling empfundenen verheirateten Familienvater.

Doch dem gegenüber steht eine tadellose Biografie*. Söder ist promovierter Jurist, ausgebildeter Fernsehredakteur und schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert Berufspolitiker. 1994 wurde er Landtagsabgeordneter, war vier Jahre CSU-Generalsekretär, hat elf Jahre Ministererfahrung und sich mittlerweile als Nachfolger von Horst Seehofer als Regierungs- und Parteichef etabliert.

Schon zur jüngsten Bundestagswahl wollte Seehofer Söder nach Berlin schicken - dabei ging es Seehofer aber wohl eher darum, einen Konkurrenten vom Hals zu bekommen*. Damals prägte Söder den Satz, sein Platz sei in Bayern. Doch Seehofer hat mittlerweile den Abschied angekündigt. Und wie die zu erwartende Harmonie-Demonstration von Merkel und Söder am Dienstag zeigen wird, kann sich auch sonst manches schnell ändern in der Politik.

Kanzlerin Angela Merkel feiert am Freitag Geburtstag. Doch der EU-Gipfel droht aus dem Leim zu gehen. Es geht um alles - und ein Scheitern scheint möglich. In einem Interview mit dem Münchner Merkur* hat unterdessen auch Horst Seehofer Fragen zur Kanzler-Thematik beantwortet. Der Besuch von Angela Merkel in Oberbayern sorgte für prägnante Bilder - nun will auch Norbert Röttgen die Kanzlerin einladen. (fn/AFP) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa / Peter Kneffel

Auch interessant

Kommentare