126 Millionen teure Mission

Indien steht kurz vor der Mondlandung - es wäre historisch

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Ein Rover der indischen Raumsonde steht kurz vor Mondlandung.

Im Weltall steht Indien vor einem großen Etappenziel. Ein Rover soll heute auf dem Mond landen - und könnte Indien zum vierten Land machen, dass den Mond vom Boden aus erkundet.

Die indische Raumfahrtbehörde steht mit ihrer Raumsonde vor einem großen Etappenziel: Ende Juli startete die „Chandrayaan-2“ (zu Deutsch: Mondfahrzeug 2) ihren Weg in Richtung Orbit. Seit dem 20. August befindet sich das Gefährt in der Umlaufbahn des Mondes und soll laut Bild am Freitag zwischen 22 und 23 Uhr deutscher Zeit auf dem Mond landen - und Indien damit zur vierten Nation der Welt machen, der die Mondlandung gelingt.

Mondmission mit großem Ziel: Indien plant Südpol-Erkundung

126 Millionen Euro ließ sich Indien die neue Mondmission kosten, das ausgesprochene Ziel ist es die Südpol-Region des Mondes genauer zu erkunden. Die Wissenschaftler hoffen auf eine weiche Landung, mit der sie zumindest die Anreise des Projektes abschließen dürfen.

In einer ersten Mission aus dem Jahr 2008 - die wenig überraschend den Namen „Chandrayaan-1“ trug - bewegte sich die Sonde der Inder nur in der Mondumlaufbahn, dockte aber nicht an. Während das Mutterschiff der aktuellen Mission auch weiterhin dort verbleibt, soll eine Landefähre samt Rover auf die Oberfläche des Mondes geschickt werden, wie Bild berichtet.

Tatsächlich wäre die Mondlandung nicht nur für Indien selbst eine neue Erfahrung, auch der Mond wurde auf der Südpol-Seite bisher noch nicht untersucht. Absolut historisch also. Das Ziel ist es, Wasser in dem Krater vor Ort nachzuweisen. Wie der Deutschlandfunk berichtet, befinden sich die Pole selbst allerdings in ewiger Dunkelheit, kein Sonnenstrahl fällt in sie hinein - doch diesen Weg soll nun der besagte Rover gehen, um nähere Erkenntnisse zu bringen.

Mondlandung Indien: Gelingt der Traum?

Um den Traum der Erkundung des Pols zu erfüllen, muss die Landung aber gelingen. Bereits in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass nicht immer eine weiche Landung am Ende einer solchen Mission steht. Im April scheiterte Israel an dem Mond-Vorhaben, das Gefährt ist auf der Oberfläche zerschellt, da ein Motor ausgefallen ist. Dafür hat Indien nun realistische Chancen, als viertes Land eine Mondlandung zu schaffen - nach den Großmächten Russland, USA und China. Der Frostmond steht seit dem 12. November am Himmelszelt. 

dpa/jw

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