Der Amtsinhaber und die Herausforderer

Landtagswahl in Thüringen: Wer könnte der nächste Ministerpräsident werden?

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Bodo Ramelow (Linke): Bleibt er Ministerpräsident in Thüringen?

Wer wird 2019 neuer Ministerpräsident in Thüringen? Bleibt Bodo Ramelow im Amt oder stößt ihn einer seiner Herausforderer vom Thron? Die Thüringen-Wahl wird es zeigen.

Erfurt - Mit Bodo Ramelow trat 2014 der erste Ministerpräsident der Partei Die Linke sein Amt an. Und das, obwohl die CDU die meisten Stimmen erreicht hatte. Doch durch das Dreierbündnis der Linken mit SPD und Grünen, konnten die Christdemokraten nicht den Ministerpräsidenten stellen.

Wird es Amtsinhaber Bodo Ramelow bei der Landtagswahl am 27. Oktober gelingen, erneut Ministerpräsident im Freistaat zu werden? Und welche Chancen haben seine Herausforderer?

Wer wird Ministerpräsident in Thüringen? Die Linke liegt vorne

Den Umfragen zufolge, gibt es im Grunde nur drei Parteien, die überhaupt den Ministerpräsidenten stellen könnten. Die Linke liegt aktuell knapp vor der AfD und CDU. Doch wer am 27. Oktober tatsächlich das Rennen machen und wer den künftigen Ministerpräsidenten stellen wird, ist noch offen.

Derzeit liegt die Linke in den Umfragen knapp unter der 30-Prozent-Marke, während sich CDU und AfD im Bereich der 25 Prozent befinden. Alle anderen Parteien liegen weit dahinter. Doch was bedeutet das, wenn es um den Posten des Ministerpräsidenten in Thüringen geht?

Bleibt Bodo Ramelow (Die Linke) Ministerpräsident von Sachsen?

Amtsinhaber Bodo Ramelow geht wieder für die Linke ins Rennen. Doch mit wem kann seine Partei nach der Landtagswahl 2019 in Thüringen eine Regierung bilden? Den Prognosen zufolge könnte es für die aktuelle Dreierkoalition aus Linken, SPD und Grünen sehr eng werden. Und mit der CDU wird die Linke kaum koalieren wollen, mit der AfD schon gar nicht. Kann Bodo Ramelow dann überhaupt noch Ministerpräsident bleiben?

Erfreulich für die Linke: Bei der letzten Landtagswahl in Thüringen erreichte die Partei 28,2 Prozent der Wählerstimmen. Dieses Ergebnis kann sie offenbar halten, wenn nicht sogar noch steigern. Dass sie die stärkste Kraft im zukünftigen thüringischen Landtag wird, scheint so gut wie sicher.

Die CDU hingegen muss mit einem starken Verlust rechnen. Konnten die Christdemokraten 2014 noch über 33,5 Prozent der Wählerstimmen für sich gewinnen, werden es bei der kommenden Wahl wohl fast zehn Prozentpunkte weniger sein. Doch welche Partei wird letztlich mit Ihrem Wahlprogramm bei der Landtagswahl 2019 in Thüringen überzeugen und damit die Chancen für ihren Spitzenkandidaten erhöhen, Ministerpräsident zu werden?

Kann Mike Mohring (CDU) neuer thüringischer Ministerpräsident werden?

Die CDU schickt Mike Mohring als Spitzenkandidat ins Rennen. Doch wenn man sich die Umfragewerte ansieht, wird deutlich, dass es der Politiker schwer haben wird, Ministerpräsident von Thüringen zu werden. Die Christdemokraten werden im Freistaat bei dieser Wahl nicht mehr stärkste Partei werden.

Für Mike Mohring, der Anfang des Jahres bekannt gab, dass er an Krebs erkrankt sei, und mittlerweile seine Behandlung abschließen konnte, stehen die Chancen, als neuer Ministerpräsident von Thüringen aus der Landtagswahl 2019 hervorzugehen, also denkbar schlecht.

Die Schutzmaßnahmen für Mike Mohring wurden erhöht, nachdem der CDU-Spitzenkandidat eine Morddrohung erhalten hat. Zuletzt erhielt er ein weiteres Drohschreiben mit schockierendem Inhalt.

Kann Björn Höcke (AfD) Ministerpräsident von Thüringen werden?

Doch da gibt es ja auch noch den Spitzenkandidaten der AfD, Björn Höcke. Seine Partei wird voraussichtlich zwar nicht stärkste Kraft im neuen Landtag, dennoch könnte sie rund ein Viertel der Wählerstimmen bekommen. Wenn es dann für rot-rot-grün nicht mehr reichen sollte - wird dann ein AfD-Politiker Ministerpräsident von Thüringen?

Auch wenn Björn Höcke bei der Landtagswahl 2019 mit der AfD ein beachtliches Wahlergebnis verzeichnen wird: Ministerpräsident von Thüringen wird er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht werden. Zwar wäre rein rechnerisch eine Koalition mit der CDU denkbar - in der Realität wird diese aber nicht umgesetzt werden.

Mit den anderen Parteien würde die AfD ohnehin keine Koalition auf die Beine stellen können, geschweige denn wollen. Kürzlich traf ein Gericht ein überraschendes Urteil, das den Umgang mit Höcke betrifft.

Können Grüne oder SPD den Ministerpräsidenten von Thüringen stellen?

Die Antwort ist leicht: Nein. Beide Parteien müssen bei der Landtagswahl 2019 darum kämpfen, überhaupt zehn Prozent der Wählerstimmen zu bekommen. Da hilft es auch nicht, dass die SPD mit dem ehemaligen Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee einen durchaus prominenten Spitzenkandidaten ins Rennen schickt.

Die Grünen schicken Anja Siegesmund und Dirk Adams als Spitzenkandidaten ins Rennen. Wirkliche Chancen hat die Doppelspitze aber nicht. Gut für beide Parteien: Die Linke will die rot-rot-grüne Koalition weiterführen und wirbt ganz offen dafür. Damit könnten SPD und Grüne zwar wieder auf der Regierungsbank sitzen, den Ministerpräsidenten von Thüringen werden sie aber nicht stellen.

Aber wer wird denn nun Ministerpräsident von Thüringen bei der Landtagswahl 2019? Wenn es den Grünen und der SPD gelingt, noch die eine oder andere Wählerstimme zu gewinnen und die Linke ihren Vorsprung weiter ausbaut, wird es wohl beim rot-rot-grünen Dreierbündnis bleiben. Und damit bei Bodo Ramelow als Ministerpräsident. Falls es nicht reicht, wird die Koalitionsfrage in Thüringen nach der Landtagswahl 2019 extrem spannend.

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