Hintergründe unklar

Auto rammt Tor an Kanzleramt: Polizei entlässt Täter wieder - Staatsschutz ermittelt

Ein Auto ist in das Tor des Bundeskanzleramtes in Berlin gefahren. Der dunkle Kombi war mit politischen Botschaften beschriftet.

  • Am Mittwochmorgen ist ein Auto ins Tor des Bundeskanzleramtes gefahren.
  • Der blaue Kombi hatte Botschaften auf die Seiten geschrieben.
  • Die Hintergründe sind bisher unklar.

Update vom 26. November, 13.47 Uhr: Einen Tag nach der Attacke eines Autofahrer auf das Tor des Bundeskanzleramtes in Berlin ist der Täter von der Polizei entlassen worden. Es gebe keine Gründe für eine Haft oder eine Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Die Ermittlungen durch den für politisch motivierte Taten zuständigen Staatsschutz im Landeskriminalamt (LKA) laufen weiter.

Update vom 25. November, 15.46 Uhr: Der Mann hatte neuen dpa-Informationen zufolge zwar einen Rollstuhl bei dem Vorfall dabei, konnte aber auch laufen. Der Rollstuhl war wohl in dem dunkelgrünen Golf Kombi, mit Nummernschild aus dem Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen, mit dem er gegen das Tor des Kanzleramtes fuhr.

Auf ein Motiv will sich die Polizei nicht festlegen. Es könne nur spekuliert werden, „ob es sich um einen symbolischen Akt handelte oder Aufmerksamkeit erregt werden sollte“. Bei der Polizei äußerte sich der Fahrer am Mittwoch. Inhaltlich wurde dazu aber nichts verraten. Er werde vernommen, dann entscheide man, wie weiter mit ihm verfahren werde, sagte der Polizeisprecher. Von einem Anschlag geht indessen niemand mehr aus.

Vermutung bestätigt: Derselbe Mann fuhr bereits 2014 gegen das Tor des Kanzleramts

Update vom 25. November, 14.18 Uhr: Bei dem Mann, der am Morgen mit seinem Auto das Tor des Kanzleramtes rammte, handelt es sich offenbar um einen Rollstuhlfahrer. Das berichtete ein Augenzeuge gegenüber dem Spiegel.

Mittlerweile hat sich auch die Vermutung bestätigt, dass derselbe Mann bereits 2014 für eine ähnliche Aktion verantwortlich war. Der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, bestätigte, „dass der Täter bekannt ist aus einem ähnlichen Vorfall von 2014“. Die Hintergründe waren laut Polizei zunächst unklar. Ein Sprecher sagte, ob es sich um einen „psychischen Zustand oder eine andere Motivlage“ handele, werde noch geklärt.

Auto rammt Tor von Merkels Kanzleramt: Keine Gefahr für die Personen im Gebäude

Update vom 25. November, 13.30 Uhr: Der Vorfall am Mittwochmorgen ereignete sich während einer laufenden Sitzung des Bundeskabinetts. Dieses tagt in der Regel mittwochs morgens im Kanzleramt. Die Polizei sperrte den Bereich nach dem Vorfall ab. Gefahr für die Menschen im Gebäude habe aber zu keiner Zeit bestanden, erklärt die Bundespolizei auf Twitter. Die Sicherheitsmaßnahmen vor Ort hätten sich bewährt, heißt es weiter.

Auto-Vorfall vor Merkels Kanzleramt: Polizei nennt erste Details zum Fahrer

Update vom 25. November, 12.34 Uhr: Der Autofahrer, der mit seinem Wagen das Tor des Bundeskanzleramtes in Berlin gerammt hat, ist ein 54-jähriger Mann. Das twitterte die Berliner Polizei am Mittwoch. Der Mann sei um kurz nach 10.00 Uhr mit einem Fahrzeug gegen das Tor gefahren. „Sowohl das Tor als auch das Fahrzeug sind leicht beschädigt“, heißt es dort weiter.

Aus Sicherheitskreisen hieß es, das Fahrzeug sei „mit langsamer Geschwindigkeit gegen das Tor des Bundeskanzleramtes gerollt“. Zunächst war man von einer größeren Geschwindigkeit ausgegangen. Nach dem Bericht eines dpa-Fotografen soll ein Mensch leicht verletzt und im Krankenwagen behandelt worden sein. Der Krankenwagen fuhr erst gegen 12.00 Uhr wieder weg. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben in alle Richtungen.

Auto fährt gegen Tor des Bundeskanzleramts: War es ein politisches Motiv?

Erstmeldung vom 25. November: Berlin - Ein dunkler Kombi ist am Mittwochvormittag in das Tor des Bundeskanzleramtes in Berlin gefahren sein. Das sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Die Hintergründe seien unklar. Von Verletzten sei zunächst noch nichts
bekannt.

Möglich ist ein politisches Motiv, denn auf dem Auto steht in weißer Schrift: „Ihr verdammten Kinder- und alte Menschen-Mörder“. Auf der anderen Seite liest man: „Stop der Globalisierungs-Politik“. Dies ist auf Fotos von der Unfallstelle erkennbar. Der Wagen muss auch mit einiger Geschwindigkeit in das Tor geprallt sein, denn ebenfalls sichtbar ist, dass einige Zaunstäbe von Merkels* Kanzleramt verbogen sind.

Das Auto war mit politischen Botschaften beschrieben.

Anschlag auf Merkels Kanzleramt in Berlin? Täter gefasst

Kurz nach dem Vorfall sind laut Bild-Informationen bereits Polizei und Rettungskräfte eingetroffen. Die Polizei hat den Fahrer des Wagens festgenommen, wie sie auf Twitter mitteilte. Das Auto stehe am Tor des Gebäudes. „Wir klären derzeit, ob der Fahrer dieses dagegen gesteuert hat.“ Bei dem Fahrer handelt es sich wohl um einen älteren Mann.

Der Vorfall ereignet sich kurz vor dem nächsten Corona-Gipfel der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder. In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu Protesten gegen die Corona-Politik der Bundesregierung unter Angela Merkel*. Diese sind teilweise auch gewalttätig gewesen.

Angela Merkel: Auto rast in Tor des Kanzleramts in Berlin - 2014 gab es einen ähnlichen Vorfall

Die Geschehnisse vom Mittwoch erinnern an einen ähnlichen Vorfall im Jahr 2014. Damals ist ein sehr ähnlich aussehendes Auto ebenfalls bis vor das Tor des Bundeskanzleramtes gedrungen, wie Spiegel und Bild berichten. Auch damals waren wohl auf den Seiten in weißer Schrift Botschaften angebracht. „Schluss mit dem Menschen tötenden Klimawandel“, lautete der Satz auf einer Seite. Auf der anderen war eine Liebeserklärung zu lesen: „Nicole, ich liebe dich“.

Möglich ist, dass es sich dabei um dasselbe Fahrzeug handelt, als gesichert kann dies jedoch noch nicht gelten. Der damals 48-jährige Fahrer blieb 2014 unverletzt und wurde von der Polizei vernommen. (mam/dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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