Kreis Höxter

Beziehung nicht toleriert? Familienmitglieder verschleppen junge Frau und halten sie gefangen

Im Kreis Höxter kam es zu einem dramatischen Vorfall: Vermutlich, weil ihre Beziehung zu einem Mann nicht toleriert worden war, wurde eine 22-Jährige von ihrer Familie verschleppt.

Update: 8. Januar. Im Fall der verschleppten Frau (22) im Kreis Höxter gab die Staatsanwaltschaft nun neue Informationen bekannt. Demnach seien die Familienmitglieder, die in dem Wohnhaus in Warburg angetroffen worden waren, vernommen worden, außerdem wurden ihre Personalien überprüft. Danach wurden sie entlassen. „Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Paderborn liegen keine Haftgründe vor. Die Ermittlungen zu dem Fall werden durch die Staatsanwaltschaft Paderborn fortgesetzt“, gaben die Ermittler zudem bekannt.

Weitere Angaben zu dem Fall machte die Staatsanwaltschaft vorerst nicht – aus Gründen des Opferschutzes und der laufenden Ermittlung. Wie zuvor bekannt geworden war, hatten am Donnerstag (7. Januar) Einsatzkräfte des SEK die 22-Jährige aus einer Wohnung in Warburg befreit. Familienmitglieder der aus Norddeutschland stammenden Frau sollen sie zuvor in ein Auto gezerrt und zu Verwandten in das Haus im Kreis Höxter gebracht haben, wie die Staatsanwaltschaft berichtete. Dort sei sie gegen ihren Willen gefangen gehalten worden sein. Wir berichten weiter.

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Beziehung nicht toleriert: Familienmitglieder verschleppen junge Frau und halten sie gefangen

Erstmeldung: 7. Januar. Warburg – Zu einem SEK-Einsatz kam es am Donnerstag (7. Januar) in Ostwestfalen*. Hintergrund war die Verschleppung einer 22-jährigen Frau in den Kreis Höxter, wo sie gegen ihren Willen festgehalten wurde.

Wie die Polizei berichtet, wurde die aus Norddeutschland stammende Frau am Mittwochabend (6. Januar) von ihren Familienmitgliedern in ein Auto gezerrt und von dort aus zu Verwandten nach Warburg im Kreis Höxter gebracht. Offenbar waren die Angehörigen der jesidischen Familie nicht einverstanden mit einer Beziehung, die die Frau zu einem Mann führte. Die Hinweise deuteten darauf, so die Beamten, dass die 22-Jährige gegen ihren Willen in der von Paderborn aus 40 Kilometer entfernten Stadt festgehalten wurde.

Einsatz in Warburg (Kreis Höxter): SEK befreit 22-Jährige

Der Einsatz in der Innenstadt von Warburg begann am Donnerstag um 8 Uhr. Zahlreiche Kräfte der Kreispolizeibehörde Höxter sowie des Spezialeinsatzkommandos (SEK) waren vor Ort, um die Frau aus der Wohnung zu befreien. Nachdem sich die Einsatzkräfte Zugang zum Gebäude verschafft hatten, fanden sie die 22-Jährige dort vor. Sie wurde daraufhin zu medizinischen Betreuung vorsorglich in ein umliegendes Krankenhaus eingeliefert. Die übrigen Familienmitglieder wurden für die weiteren Ermittlungen zur Polizeiwache gebracht.

Das Spezialeinsatzkommando wurde zu einem Einsatz nach Warburg gerufen. (Symbolbild)

Der Kreis in Ostwestfalen hatte bereits vor einigen Jahren bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Im Mittelpunkt stand das sogenannte „Horrorhaus von Höxter“, in dem mehrere Frauen von einem Ehepaar festgehalten, gefoltert und getötet wurden. (*Msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © dpa

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