Show-Empfehlungen

Menschliche Abgründe: Die besten True-Crime-Podcasts

True Crime ist im Trend. Das macht sich vor allem dadurch bemerkbar, dass immer mehr neue Podcasts zu dem Thema aus dem Boden schießen. Wir haben einige Empfehlung aufgelistet.

Durch dieses Format ist das Genre True Crime so richtig bekannt geworden: Der Podcast „Serial“ löste im Jahr 2014 einen regelrechten Hype aus. Seitdem ist das Genre auch nach Deutschland herübergeschwappt. Einen Podcast zu produzieren ist nicht besonders schwer, weshalb hierzulande nicht nur renommierte Verlagshäuser, sondern auch viele Privatpersonen es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Zuhörer regelmäßig mit Verbrechen und deren Hintergründen zu versorgen.

True-Crime-Podcast der ersten Stunde: Mordlust

Laura Krasa und Paulina Wohlers sprechen bei „Mordlust“ in jeder Folge über zwei Kriminalfälle aus Deutschland. Mit ihrem Podcast haben sie es bis ganz an die Spitze der Charts geschafft – kein True-Crime-Junkie kommt an den beiden vorbei. Zwar gehört die Show seit Folge 13 zu einem Netzwerk des öffentlichen Rundfunks, dennoch bestimmt eine gewisse Lockerheit das Gespräch der zwei Frauen. Dabei reden sie jedoch nicht despektierlich über die Opfer, wie sie selbst betonen.

Zeit Verbrechen: Der bekannteste Verlags-Podcast zum Thema True Crime

Zugehörig zu der deutschen Wochenzeitung Zeit ist der Podcast Zeit Verbrechen entstanden, der sich jeden zweiten Mittwoch mit True Crime vor allem aus Deutschland befasst. Dabei plaudert die stellvertretende Chefredakteurin der Zeit, Sabine Rückert, oft aus dem Nähkästchen und berichtet von Fällen, die sie selbst recherchiert hat.

Wenn sie nicht gerade von ihren eigenen Recherchen berichtet, dürfen auch Gäste aus den unterschiedlichen Zeit-Redaktionen ans Mikrofon. „Zeit Verbrechen“ ist neben „Mordlust“ der bekannteste Podcast aus dem Bereich True Crime im deutschsprachigen Raum. Mehrmals im Jahr erscheint ein gleichnamiges Magazin, in dem auch über den Inhalt der Episoden hinaus Fälle vorgestellt werden.

Puppies and Crime: True Crime trifft Schreibtalent und Einfühlungsvermögen

Jeden Montag berichten Amanda und Marieke bei „Puppies and Crime“ von internationalen Verbrechen, die oft relativ unbekannt sind. Mit viel Liebe zum Detail und Einfühlungsvermögen sind die Texte geschrieben und vorgetragen. Am Ende gibt es mehrere Rubriken, um die Stimmung nach einem bedrückenden Fall wieder aufzulockern. Ab und zu meldet sich auch Hund Olaf mit seinem Gebell im Hintergrund zu Wort. Unter True-Crime-Fans wird diese Show besonders gelobt, bei Apple Podcasts erreichen die beiden Frauen sogar eine Bewertung von fünf Sternen – das schaffen nur die wenigsten Formate.

Mord auf Ex: Der internationale True-Crime-Podcast

Linn und Leo trinken und sprechen dabei über Mord. Dabei ist die Stimmung eher locker und es wird viel gescherzt. Die meisten der Fälle stammen aus den USA und haben einen größeren Bekanntheitsgrad. Inzwischen ist „Mord auf Ex“ einer der wenigen True-Crime-Podcasts, dessen Macher schon eine Tour in Deutschland unternommen haben. Dennoch polarisiert das Format. Viele Zuhörer kritisieren die Vortragsweise der beiden jungen Frauen, in der es wiederholte Unterbrechungen durch die jeweils andere gibt, und die eher unsachliche Darstellung von Tatverdächtigen und anderen Fallbeteiligten.

Podcasts sind immer mehr im Trend – besonders im Genre True Crime dominieren sie den Markt. (Symbolbild)

Verbrechen von Nebenan – True Crime aus der Nachbarschaft

Philipp Fleiter hat Karriere beim Radio gemacht – und das hört man auch. Seine Stimme und seine Art zu sprechen hebt „Verbrechen von Nebenan“ deutlich von anderen Podcast ab. In den ersten Folgen trägt er, ganz getreu dem Motto „True Crime aus der Nachbarschaft“ nur Fälle aus Ostwestfalen-Lippe vor. Doch später erweitert er seinen Radius auf ganz Deutschland. Dabei hat er wechselnde Gäste im Studio, die ihn beim Vortragen unterstützen. Die Fälle sind sachlich und professionell dargestellt und basieren auf Fakten.

Menschen und Monster*: True-Crime-Podcast mit brutalen Fällen

Maren und Steffi erzählen jede Woche in „Menschen und Monster“ von „wahren Verbrechen und ihren Hintergründen“. Dabei schlüpfen die Stiefschwestern abwechselnd in die Erzählerinnen-Rolle. Die Fälle beschränkten sich zu Anfang eher auf Deutschland, wurden aber mit steigendem Erfolg immer internationaler.

Dabei ist „Menschen und Monster“ noch nie vor heftigen Themen aus dem Bereich True Crime zurückgeschreckt. Wenn die beiden also vor einer Episode eine Triggerwarnung aussprechen, dann aus gutem Grund. Nach jedem Fall gibt es in dem Podacst einen von Hörern zugeschickten Flachwitz, um die Stimmung wieder anzuheben.

Eyes in the Dark: Sachlicher Umgang mit dem Thema True Crime

Noch relativ neu aber nicht minder beliebt bei Zuhörern ist dieser Podcast von zwei jungen Frauen. Sarah und Laura haben sich ebenfalls auf internationale Fälle spezialisiert. Ihre Vortragsweise ist nüchtern, ohne viel Emotionen, dabei aber nicht langweilig, sondern eher dem Thema True Crime angemessen professionell und sachlich. Besonderes Gimmick am Ende: Eine von Laura in der Jugend selbst verfasste Gruselgeschichte wird vorgetragen, die aufgrund ihrer Abstrusität und fehlenden Interpunktion meist für einige Lacher sorgt.

Darf‘s ein bisserl Mord sein: True-Crime-Podcast aus Österreich

Mit charmantem, aber nicht unverständlichen Österreicher Akzent kommt „Darf‘s ein bisserl Mord sein“ daher. Die Schauspielerin Franziska Singer berichtet hier über Verbrechen aus dem Nachbarland Deutschlands, die mindestens 15 Jahre zurückliegen. Einige Fälle sind auch international. Dabei lädt Singer verschiedene Gäste in ihren True-Crime-Podcast ein, die das Geschehen mit ihr besprechen.

Die Zeichen des Todes: True Crime mit Michael Tsokos

„Der einzig wahre True-Crime-Podcast“ ist der Titel, den dieses Format sich selbst gegeben hat. Teil der Hauptbesetzung in dem Podcast ist Michael Tsokos, der als Gerichtsmediziner bereits zahlreiche Sachbücher und Thriller veröffentlicht hat. Im Gespräch mit dem Journalisten Philipp Eins erzählt er von seinen heftigsten Fällen. Dabei lernt der Zuhörer viel über die Vorgänge in einer Rechtsmedizin und die Arbeit der Ermittler. Eine neue Folge erscheint einmal pro Monat.

Stern Crime Spurensuche: Podcast zum gleichnamigen Kriminalmagazin

Das erste deutsche Magazin zum Thema True Crime ist „Stern Crime“. Der Chefredakteur des Formats hat das Angebot einige Zeit später um einen Podcast ergänzt, in dem er mit Ermittlern, Profilern und anderen Experten über ihre spannendsten Fälle spricht. Moderiert wird der Podcast im Wechsel von drei Mitgliedern der Redaktion, die sich mit den Gästen intensiv auseinandersetzen. Dabei steht im Vordergrund, die Hintergründe des Verbrechens zu ergründen und Einblicke in die Arbeit der Ermittler zu geben.

Dem Tod auf der Spur: True-Crime-Podcast mit Rechtsmediziner Klaus Püschel

Gerichtsreporterin Bettina Mittelacher stellt gemeinsam mit dem Rechtsmediziner Klaus Püschel Kriminalfälle vor. In dem True-Crime-Podcast vom Hamburger Abendblatt geht es oft um lokale Fälle aus dem Norden Deutschlands. Dabei werden Verbrechen beteiligt, an deren Aufklärung der Pathologe beruflich beteiligt war. Alle vierzehn Tage gibt es eine neue Folge auf Spotify und Co.

*Die Autorin dieses Artikels ist zugleich auch die Betreiberin des Podcasts „Menschen und Monster“

Rubriklistenbild: © pexels

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