Spenge (Kreis Herford)

Spektakulärer Einbruchsversuch: Handwerker entdecken Tunnel vor Volksbank

Unbekannte graben Tunnel zu einer Bankfiliale
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Der Tunnel vor der Volksbank in Spenge (Kreis Herford)

In dem kleinen Ort Spenge im Kreis Herford machten Handwerker eine ungewöhnliche Entdeckung: Offenbar planten Einbrecher einen großen Raub in der örtlichen Volksbank.

Spenge/Herford – Sie waren schon sehr weit gekommen, jedoch konnten sie ihren Plan am Ende nicht in die Tat umsetzen. Laut Medienberichten und Meldung der dpa versuchten Unbekannte über einen Tunnel in die Volksbank im Ortskern von Spenge einzudringen.

Zunächst waren am vergangenen Freitag (14. Mai) auf dem Parkplatz der Volksbank in Spenge Pflastersteine aufgefallen, die abgesackt waren. In den folgenden Tagen kamen weitere hinzu. Eine Firma musste her, um das Problem zu richten. Als die Handwerker den Schaden begutachteten, gingen sie zunächst von einem Wasserschaden aus. Doch als die Reparatur beginnen sollte, stießen sie in etwa zwei Metern Tiefe auf Holzplanken, die offenbar die Decke eines darunterliegenden Tunnels bildeten.

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Spenge: Handwerker finden etwa acht Meter langen Tunnel

Am Dienstag (18. Mai) informierten die Verantwortlichen dann die Polizei Herford. Auch die Kriminalpolizei wurde hinzugezogen. Der Tunnel stellte sich als Bauwerk von sieben bis acht Metern Länge und etwa einem Meter Breite heraus. Die mutmaßlichen Täter müssen den Einbruch in die Volksbank Spenge also von langer Hand geplant haben. Auffällig war auch, dass sich der Eingang in einem nahegelegenen Trafohäuschen befand.

Nach bisherigen Erkenntnissen gehen wir davon aus, dass mögliche Täter versuchten, durch diesen Tunnel in das Innere der Volksbank zu gelangen.

Sprecherin Polizei Herford

Hier hatten die Täter das Schloss ausgetauscht, damit sie selbst uneingeschränkten Zugang hatten. Vermutlich hatten sie durch Observierung herausgefunden, dass die Mitarbeiter des Stromanbieters, der das Trafohäuschen betreibt, nur in großen zeitlichen Abständen erscheinen. Gegenüber dem WB sagte ein Mitarbeiter des Betreibers: „Wir kommen alle paar Jahre, um die Geräte zu warten. Wie lange das Schloss bereits ausgetauscht ist, kann man darum nicht sagen.“ Wegen der Einsturzgefahr konnten die Beamten der Polizei Herford zunächst nicht betreten.

Bankräuber in Spenge: Tunnelprojekt zum Scheitern verurteilt

Auch konnte noch nicht gesagt werden, wie nah die mutmaßlichen Bankräuber an die Volksbank herangekommen sind. Wegen Gefahren der Statik konnte der Tunnel am Dienstag noch nicht vollständig untersucht werden. Einen Durchbruch ins Innere der Bank hat es jedoch noch nicht gegeben. Gegenüber der NW zeigte sich ein Mitarbeiter der Volksbank in Spenge erstaunt: „So etwas erlebt man sonst nur im Fernsehen. Das ist Wahnsinn. Vielleicht hatten die Täter vor, Pfingsten in Ruhe in die Bank zu gelangen.“

Das groß angelegte Unterfangen hätte den Panzerknackern jedoch nicht viel Ertrag eingebracht. Die NW zitiert einen Sprecher der Volksbank, dass die Geschäftsstellen gut gesichert seien und sich in der Filiale in Spenge keine großen Geldmengen befänden. Einen deutlich rabiateren und vor allem auffälligeren Weg wählen diverse Bankräuber häufiger – auch in Ostwestfalen*: Wie etwa in Bad Salzuflen werden bundesweit immer wieder Geldautomaten gesprengt. Nicht immer können die Diebe anschließend mit der erhofften Beute entkommen. (*Msl24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA)

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