Fremdenfeindlichkeit

"Beschämend": Vater von Feuerwehrmitglied will nicht, dass Sohn neben Syrern sitzt

Schlangen bei Paderborn: Der Vater eines Mitglieds der Jugendfeuerwehr trat mit einer absurden Forderung an die Leitung heran (Symbolbild).
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Schlangen bei Paderborn: Der Vater eines Mitglieds der Jugendfeuerwehr trat mit einer absurden Forderung an die Leitung heran (Symbolbild).

Die Jugendfeuerwehr in Schlangen bei Paderborn ist empört: Der Vater eines Kameraden will nicht, dass sein Sohn neben einem syrischen Jungen sitzt.

  • Der Vater eines Feuerwehrmitglieds im Kreis Lippe will nicht, dass sein Sohn Kontakt zu einem Syrer hat
  • Bürgermeister spricht von einem "beschämenden Fall von Fremdenfeindlichkeit"
  • Kameraden der Jugendfeuerwehr halten zusammen

Schlangen/Paderborn/Lippe – Medienberichten zufolge machte Ulrich Knorr, Bürgermeister von Schlangen, in der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr öffentlich, was an die Leitung der Jugendfeuerwehr herangetragen wurde. Knorr sagte, dass der Vater eines der Mitglieder die Leitung darum bat, dass "sein Sohn nicht mehr mit einem syrischen Kind in einem Mannschaftstransportwagen befördert wird und auch anderenorts nicht neben einem syrischen Kind sitzt."

Schlangen nördlich von Paderborn: Forderung des Vaters völlig inakzeptabel

Wie das WB berichtet, war der Bürgermeister schockiert über ein derartiges Anliegen: "Die Gemeinde und die Freiwillige Feuerwehr Schlangen erteilen einem derartigen Ansinnen eine klare Absage." Derartig "krude Gedankenspiele" hätten in der Jugendarbeit nichts zu suchen. Das Ziel der Arbeit sei Hilfe für Jedermann. Dabei würde nicht auf Herkunft, Hautfarbe oder Religion geachtet. Der Bürgermeister des kleinen Ortes nördlich von Paderborn sieht die Ursache für solche Aussagen auch im Verhalten von einflussreichen Personen. Dabei bezog er sich besonders auf den Rassismus-Skandal um Clemens Tönnies.

Weiteres Vorgehen in Schlangen (Kreis Lippe) nach fremdenfeindlicher Forderung

Die Arbeit der Jugendfeuerwehr in Schlangen solle weiter gestärkt werden. Offenes sowie tolerantes Bewusstsein solle weiter gefördert werden. So sprach der Bürgermeister des Ortes bei Paderborn, Ulrich Knorr, über das weitere Vorgehen nach diesem Fall. Er stellte klar: "Hilfe für alle bedeutet Hilfe durch alle.

Dem schloss sich Wehrführer Ralf Heuwinkel an und fügte hinzu: "Die Jugendfeuerwehr zeichnet sich seit jeher durch ein gutes und von gegenseitigem Respekt gekennzeichnetes Miteinander aus. So soll und so wird es auch in Zukunft bleiben." Laut ihm gehören der Jugendfeuerwehr in Schlangen momentan drei Kinder an, die syrische Wurzeln haben. Der Zusammenhalt sei insgesamt sehr gut.

In Schlangen bei Paderborn kam es erst jüngst zu einem tödlichen Unglück: Ein Radfahrer wurde auf der Paderborner Straße von einem Auto erfasst. Später erlag der Mann seinen Verletzungen im Krankenhaus. Am Mittwoch (15. Januar) löste ein Feuer in der Gesamtschule in Halle (Westfalen) bei Gütersloh in NRW einen Alarm aus, weil ein Rucksack in Brand geraten war. 

Am selben Tag (15. Januar) kam es auf der B64 in Paderborn zu einem Lkw-Unfall mit mehreren Verletzten und ein Laster kippte um und blockierte die Fahrbahn. Ein Mann kam dabei ums Leben. Zu einem weiteren handfesten Skandal kam es offenbar Anfang Januar im Kreis Paderborn: Ein Altenpfleger soll sich in Altenbeken an einer dementen Patientin vergangen haben.

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