Schließung

Corona-Ausbruch bei Tönnies-Schlachthof – Landwirte gegen Weidemark-Schließung

Beim Tönnies-Tochterunternehmen Weidemark in Sögel ist das Coronavirus ausgebrochen. Der Schlachthof muss für drei Wochen schließen. Doch es gibt großen Widerstand.

Update: 9. Oktober, 12.32 Uhr. Die Lage in den Schweineställen der Landwirte spitzt sich zu. Neben der anhaltenden Coronakrise macht den Betrieben auch die Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu schaffen. Auch Tönnies drohen finanzielle Einbußen, da wegen der ASP für deutsche Standorte ein Exportverbot verhängt wurde. Somit gibt es aktuell keinen Zugang zum Auslandsmarkt nach China, der für den Fleischkonzern enorm wichtig ist.

Bei Weidemark, dem Tochterunternehmen von Tönnies, bleibt die Situation unverändert. Der Betrieb auf dem Schlachthof in Sögel soll für drei Wochen eingestellt werden. Weiterhin werden Verhandlungen geführt, da immer noch viele Schweine gezüchtet, aber nicht verarbeitet werden können. In den Mastställen herrscht ein Platzproblem und die Landwirte müssen auf Einnahmen verzichten.

Update: 19.38 Uhr. Einige Landwirte planen offenbar einen Protest gegen die Schließung des Weidemark-Schlachthofs in Sögel. Wie bereits berichtet, hatte der Landkreis Emsland die vorübergehende Einstellung des Tönnies-Betriebes für 22 Tage veranlasst, nachdem die Coronavirus-Infektionen deutlich gestiegen waren. Für die Schweinebauern sei dies jedoch sehr problematisch, wie ems TV.

Das ist eine absolute Katastrophe für unsere Schweinehalter.

 Georg Meiners, Präsident der Vereinigung des Emsländischen Landvolkes (VEL)

Seinen Angaben zufolge herrsche bei den Landwirten bereits große Verzweiflung. Wenn nun etwa drei Wochen am Stück keine Schlachtungen mehr bei Weidemark im niedersächsischen Sögel stattfinden würden, gäbe es in den Stallungen bald ein riesiges Platzproblem. Außerdem würde es Landwirten dann schwerfallen, die Tierschutzmaßnahmen aufrechtzuerhalten. Die VEL sei bereits mit dem Landkreises Emsland in Kontakt getreten, heißt es in einem Bericht der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die Landwirte drohen mit einem "Treckeraufmarsch" vor dem Kreishaus in Meppen, sollte es zu keiner Einigung kommen.

Corona-Regeln verschärft: Tönnies-Tochterfirma Weidemark reduzierte bereits die Schlachtungen

Update: 15.16 Uhr. Obwohl der Schlachthof der Tönnies-Tochterfirma Weidemark in Sögel seine Kapazitäten zuletzt deutlich reduziert hatte und täglich nur noch 8.000 anstatt 15.000 Schweine geschlachtet hat, soll er nun geschlossen werden, weil die Coronavirus-Infektionszahlen im Landkreis Emsland stark angestiegen sind. Auch die Corona-Tests der Angestellten ändern daran nichts.

Die Corona-Regeln waren im niedersächsischen Sögel bereits bis zum 19. Oktober 2020 verschärft worden. Öffentlich und privat dürfen maximal sechs Personen zusammenkommen, es sei denn, es handelt sich um enge Familienmitglieder oder maximal zwei Haushalte, berichtete der NDR. Dasselbe gilt auch für Tische in Gaststätten und Restaurants. Bei Familienfeiern, wie Hochzeiten und Beerdigungen gibt es jedoch Ausnahmeregelungen.

Nach Coronavirus-Ausbruch – Tönnies-Tochterfirma Weidemark macht Ernst

Erstmeldung: 8. Oktober. Mit einer einstweiligen Verfügung möchte Weidemark gegen die Schließung des Schlachthofs im niedersächsischen Sögel vorgehen. In dem Betrieb des Tochterunternehmens von Tönnies aus Rheda-Wiedenbrück (NRW) waren über 100 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Landkreis Emsland ordnete deshalb umgehend Maßnahmen an, um eine weitere Ausbreitung des Erregers SARS-CoV-2 zu verhindern.

FleischkonzernTönnies Holding
FirmensitzRheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh (NRW)
Gründung1971
LeitungClemens Tönnies, Andres Ruff, Daniel Nottbrock, Stefan Gros
Tochterunternehmenu.a. Weidemark (Sögel)

Über 100 Weidemark-Mitarbeiter mit Coronavirus infiziert – Tönnies-Tochter wehrt sich gegen Schlachthof-Schließung

112 Angestellte, der rund 2.000 Weidemark-Beschäftigten, die auf dem Gelände des Schlachthofs in Sögel arbeiten, haben sich mit dem Coronavirus* infiziert. Trotzdem halten die Verantwortlichen des Fleischkonzerns eine vorübergehende Schließung der Firma für nicht verhältnismäßig, wie am gestrigen Mittwoch (7. Oktober) auch einer Pressemitteilung hervorging. Geht es nach dem Landkreis Emsland, soll der Betrieb in dem Unternehmen, dass zur Tönnies-Gruppe gehört, 22 Tage lang ruhen.

Am kommenden Wochenende (9 bis 11. Oktober 2020) sollen auf dem Weidemark-Schlachthof die vorerst letzten Schweine geschlachtet und zerlegt werden. „Diese Regelung ist wichtig, um zu vermeiden, dass es zu einer exponentiellen Verbreitung des Virus in der Belegschaft, aber auch außerhalb des Schlachthofes kommt“, bekräftigte der Landkreis Emsland das Vorgehen. Die Tochterfirma von Deutschlands größtem Fleischkonzern Tönnies aus dem Kreis Gütersloh in NRW kündigte nun an, eine einstweilige Verfügung beim Verwaltungsgericht beantragen zu wollen.

Tönnies: Corona-Neuinfektionen beim Tochterunternehmen Weidemark gesunken

Viele Maßnahmen wurden in Sögel bereits ergriffen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. „Wir haben in den vergangenen Tagen zahlreiche Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor neuen Infektionen mit den Behörden des Emslandes abgestimmt und installiert“, erklärte Weidemark-Geschäftsführer Christopher Rengstorf. Nach Angaben von Tönnies würde man bereits erste Erfolge sehen. So sank die Zahl der Neuinfektionen am vergangenen Dienstag (6. Oktober) auf sieben. (*Msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa

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