Kreis Gütersloh

Tönnies vor Milliarden-Deal? Familie aus Rheda-Wiedenbrück reagiert auf Gerüchte

Angeblich steht die Tönnies Holding vor einem Milliarden-Deal. Clemens Tönnies und sein Sohn Maximilian Tönnies äußerten sich in einem Schreiben zu dem Verkaufsgerücht.

Rheda-Wiedenbrück – Der Fleischkonzern Tönnies aus Rheda-Wiedenbrück machte am Freitag (19. März) erneut Schlagzeilen. Nachdem in dem Schlachtbetrieb im Kreis Gütersloh ein Mann von einem Mitarbeiter getötet wurde, gab es nun Gerüchte über einen möglichen Verkauf des Unternehmens. Aus einem Bericht von Bloomberg ging hervor, dass die Familie vor einem möglichen Milliarden-Geschäft stehen könnte.

UnternehmenTönnies Holding
HauptsitzRheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh)
Gründung1971
Mitarbeiterzahl16.000 (2019)

Tönnies: Mehrere Konkurrenten sollen Interesse am Fleischkonzern bekundet haben

Tönnies geriet im vergangenen Jahr stark in die Kritik, nachdem sich in Deutschlands größten Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück etwa 1500 Angestellte mit dem Coronavirus infiziert hatten. Der Kreis Gütersloh befand sich damals wochenlang in einem strengen Lockdown. Rund ein Jahr später ist die Lage ähnlich. Aufgrund der aktuellen hohen Corona-Zahlen droht Deutschland ein Lockdown bis Ostern*, nachdem es vor einigen Tagen erst Öffnungsschritte gegeben hatte.

Auch der Fleischkonzern aus Rheda-Wiedenbrück musste in der Coronavirus-Pandemie seinen Betrieb zeitweise einstellen. Über die Höhe der möglichen finanziellen Verluste ist jedoch nichts bekannt. Laut Bloomberg prüfen Clemens Tönnies (64) und sein Sohn Maximilian (30) aktuell den Verkauf von Tönnies. Wie die Agentur unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person berichtete, könnte der Schweineschlachter in der Transaktion bis zu vier Milliarden Euro erlösen. Die Konkurrenten Tyson Foods, JBS SA und die chinesische WH Group sollen Interesse an dem Gütersloher Unternehmen haben.

Tönnies: Entscheidung über möglichen Verkauf noch offen

Tönnies beschäftigte im Jahr 2019 nach eigenen Angaben rund 16.000 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von rund 7,3 Milliarden Euro. In der Familie war es in der Vergangenheit jedoch häufig zu Streitigkeiten gekommen. Seit Jahren geraten Robert Tönnies und Clemens Tönnies immer wieder aneinander. Aus einem Bericht des Spiegels geht hervor, wer von ihnen wie viele Anteile an der Tönnies Holding hat.

Der Anteil von Clemens Tönnies soll angeblich 45 Prozent betragen, während der von Robert Tönnies bei 50 Prozent liegt. Maximilian Tönnies, Sohn von Clemens Tönnies, sei zudem als Gesellschafter ebenfalls an der Firma beteiligt. Er kümmere sich beispielsweise darum den Markt für vegetarische Lebensmittel voranzutreiben. Eine finale Entscheidung bezüglich des Verkaufs von Tönnies sei noch nicht getroffen worden. Bei dem möglichen Millionen-Deal könnten sich Clemens und Robert Tönnies von ihren Anteilen trennen, berichtet Bloomberg. Die Tönnies-Familie selbst dementiert die Gerüchte.

Der Miteigentümer der Unternehmensgruppe Tönnies Holding, Clemens Tönnies (r), und sein Sohn und Tönnies-Mitgesellschafter Maximilian Tönnies (l) haben sich zu den Verkaufsgerüchten der Firma schriftlich geäußert.

Familie Tönnies bezieht Stellung zu Verkaufsgerüchten

In einem Schreiben haben sich Firmenchef Clemens Tönnies und sein Sohn Maximilian zu den Gerüchten eines möglichen Verkaufs der Tönnies Holding geäußert. In einer Mitteilung an Mitarbeiter und Geschäftspartner betonen die beiden, „weiterzumachen und in die nächste Generation zu starten“ sowie den Wachstumskurs fortsetzen zu wollen, berichtet das Westfalen-Blatt am Freitag (19. März). Aus dem Schreiben gehe hervor, dass Firmen, die Interesse an dem Verkauf des Unternehmens aus dem Kreis Gütersloh haben, das Gerücht gestreut hätten.

Des Weiteren heißt es in der Mitteilung: „Mit Maximilian ist die nächste Generation aktiv im Management, unser internationaler Expansionskurs geht Schritt für Schritt voran. Tönnies ist ein kerngesundes Unternehmen, das weltweit wächst“. Auf Marktgerüchte reagiere man nicht, heißt es. Ein klares „Nein“ zum Verkauf ist zwar nicht zu lesen. Doch die Meldung endet mit den Worten: „Wir lassen uns von Gerüchten nicht beeinflussen, sondern beweisen mit unserer täglichen Arbeit, dass wir bereit sind für die Zukunft im Unternehmen.“ (*msl24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © David Inderlied/dpa

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