Rheda-Wiedenbrück

Geiselnehmer aus JVA erschossen: Er wollte bereits seine Mutter töten

Vor wenigen Tagen kam es in Münster zu einer dramatischen Geiselnahme. Der Täter kam dabei ums Leben. Jetzt wurden weitere Details über den Mann bekannt.

Rheda-Wiedenbrück – Es waren dramatische Szenen, die sich am vergangenen Freitag (16. Oktober) in der JVA in Münster* abgespielt haben: Ein Insasse nahm eine Gefängnis-Mitarbeiterin als Geisel und hielt ihr eine Rasierklinge an den Hals. Er drohte, die 29-Jährige zu töten, sollte er keinen Hubschrauber zur Flucht gestellt bekommen.

OrtRheda-Wiedenbrück
Einwohner47.316
KreisGütersloh

JVA-Geiselnehmer wollte Mutter in Rheda-Wiedenbrück töten

Mehrere Stunden lang versuchten die Einsatzkräfte des SEK den 40-Jährigen davon abzubringen, die Frau umzubringen. Dann erfolgte der Eingriff: Durch einen gezielten Schuss wurde der Geiselnehmer aus Münster getötet* und sein Opfer befreit. Die Mitarbeiterin der JVA überlebte den Vorfall körperlich unbeschadet. Nun wurden weitere Details zur Vergangenheit des Täter bekannt, die auch nach Rheda-Wiedenbrück reicht.

Der Geiselnehmer aus Münster, der zuletzt wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte im Gefängnis saß, soll bereits einschlägig vorbestraft gewesen sein. Im Jahr 2007 wurde er wegen versuchten Totschlags verurteilt, nachdem er versucht hatte seine Mutter in Rheda-Wiedenbrück zu töten. Der Mann, der zu dem Zeitpunkt beim Schlachter Tönnies im Kreis Gütersloh arbeitete, der in jüngster Vergangenheit viele Negativ-Schlagzeilen produzierte, soll der damals 46-Jährigen eines Abends unvermittelt ein Küchenmesser über den Hals gezogen haben, wie das WB berichtet.

Versuchter Totschlag in Rheda-Wiedenbrück: Mutter überlebte

Der Mann verließ daraufhin die Wohnung in Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh) und ließ seine schwer verletzte Mutter, die den Vorfall überlebte, zurück. Vor Gericht sagte der seit vielen Jahren alkoholkranke Angeklagte aus, dass es sich um einen Suizidversuch seiner Mutter gehandelt habe. Das Gericht hielt diese Aussagen für unglaubwürdig und verurteilte ihn im Dezember 2007 zu einer Haftstrafe von 4,5 Jahren wegen versuchten Mordes.

Einsatzkräfte unterhalten sich nach der beendeten Geiselnahme in Münster.

Nun endete die Geschichte des Mannes, der in seinen letzten Jahren zudem noch obdachlos war, auf tragische Art und Weise in der JVA in Münster. Die Obduktion seiner Leiche steht noch aus. Dort soll auch festgestellt werden, ob der 40-Jährige zum Tatzeitpunkt unter Einfluss von Substanzen stand. (*msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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