Neue Details zur Anklage

Missbrauchsfall Lügde: Camper in 298 Fällen angeklagt

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Den Opfern aus Lügde könnten erneut schwere Aussagen bevorstehen. 

Missbrauchsfall Lügde: Das Landgericht Detmold teilt erstmals inhaltliche Details zur Anklage mit. Die Liste ist lang.

  • Schwerer Missbrauch auf einem Campingplatz in Lügde
  • 41 Opfer (Zahl könnte noch steigen) 
  • Dauer-Camper in 298 Fällen angeklagt
  • Kinder waren zwischen 4 und 13 Jahre alt 
  • 5 Millionen Bilder und mehr als 200.000 Videos mit kinderpornografischem Material sichergestellt 
  • Mittlerweile vier Verdächtige festgenommen
  • Kinder, die selbst zum Opfer wurden, sollen Kinder missbraucht haben

    ++Newsticker zum Missbrauchsfall Lügde aktualisieren++  
  • Update: 19. August: Vor dem Landgericht in Detmold läuft noch immer der Lügde-Prozess. Die Verhandlung befindet sich in der Schlussphase. Nun wurde bekannt, wann das Urteil im Lügde-Prozess gegen die Hauptangeklagten fallen soll.

    Update: 10. Juli: Im Missbrauchsfall Lügde soll eine Mutter den Haupttäter Andreas V. erpresst haben. Angeblich hat sie Geld von ihm gefordert. Im Gegenzug soll sie auf eine Anzeige verzichtet haben. Nun hat Andreas V. die Frau angezeigt.

    Update: 4. Juli: Im Missbrauchsfall Lügde gibt es neue Entwicklungen. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft könnte es einen weiteren Täter aus dem Kreis Höxter geben.

    Update: 17. Mai: Lügde – Neue Details im Missbrauchsfall Lügde: Die beiden Hauptverdächtigen Andreas V. aus Lügde und Heiko V. aus Stade sind in insgesamt 293 Fällen angeklagt. 

    Das Landgericht Detmold prüft jetzt die Zulassung der Anklagen zur Hauptverhandlung.

    Andreas V.:

    • 298 Taten
    • 22 (zum Zeitpunkt der Taten) minderjährige Opfer
    • sexuellen Missbrauch von Kindern und schweren sexuellen Missbrauch von Kindern
    • Besitz von Kinderpornos (im Dezember 2018 besaß er laut Staatsanwaltschaft 879 Stück)
    • Zeitraum der Taten: Sommer 1998 sowie Anfang 2008 bis Dezember 2018
    • Tatort: Campingplatz "Eichwald" in Lügde-Elbrinxen
    • In 226 Fällen hatte er Sex mit zehn Kindern oder sexuelle Handlungen an ihnen vorgenommen haben
    • zwei Kinder sollen dazu gedrängt worden sein, sich gegenseitig zu missbrauchen

    Heiko V.:

    • in zwei Fällen schweren sexuellen Missbrauch von Kindern in Auftrag gegeben
    • in einem Fall dabei geholfen, ein Kind sexuell zu missbrauchen
    • weiterer Fall: Vor den Augen der Kinder onaniert – während Webcam-Übertragungen des Dauer-Campers
    • Besitz von Kinder- und Jugendpornos (43.000 Dateien)

    Missbrauchsfall Lügde: Behörden informierten Schulen nicht frühzeitig

    Update: 16. Mai: Lügde – Die Behörden sollen die entsprechenden Schulen nicht frühzeitig über die Verdachtsfälle informiert haben. Laut eines Berichts des nordrhein-westfälischen Schulministeriums an den Landtag in Düsseldorf soll der beschuldigte Dauercamper die Grundschule seines Pflegekindes selber über die Ermittlungen wegen sexueller Übergriffe gegen ihn informiert haben.

    "Das wäre heftig für die Kinder" – Müssen Opfer von Lügde vor Gericht aussagen?

    Update: 15. Mai: Lügde – Als wäre die ganze Situation für die Opfer der Missbrauchsfälle auf dem Campingplatz in Lügde nicht schon schwer genug. Laut dem Anwalt eines der Opfer könnte es passieren, dass die Kinder, die bereits von der Polizei befragt wurden, vor Gericht erneut schildern müssen, was ihnen wiederfahren ist. 

    Gegenüber der Rheinischen Post sagte Roman von Alvensleben, Anwalt eines der Opfer aus Lügde: "Es ist denkbar, dass die Kinder vor Gericht noch einmal aussagen müssen. Das kommt auf das Verhalten der Angeklagten und ihre Verteidigung an. Sobald keine richterliche Vernehmung mit Fragerecht der Prozessbeteiligten stattgefunden hat, ist die Umittelbarkeit des Strafverfahrens oberstes Gebot, und dann müssen alle aussagen. Das wäre heftig für die Kinder."

    Zusätzlich kritisierte der Anwalt, dass seine Mandantin auf dem Polizeirevier wie eine Erwachsene befragt wurde. Dies hätte sich erst geändert, als eine spezialisierte Fachkommissarin der Polizeidirektion Bielefeld zum Einsatz kam.

    Missbrauchsfall Lügde: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen zwei Beschuldigte

    Update: 14. Mai: Lügde – Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nun Anklage gegen die beiden Hauptbeschuldigten erhoben. Beschuldigt werden ein 56-Jähriger und ein 33-Jähriger, die über mehrere Jahre mehr als 40 Kinder auf einem Campingplatz missbraucht und dabei gefilmt haben sollen. Der Prozess soll im Juli beginnen.

    Fall Lügde: Junge Opfer mussten selbst Kinder missbrauchen

    Update: 13. Mai: Lügde – Der Missbrauchsfall von Lügde nimmt immer erschreckendere Ausmaße an: Auf dem Campingplatz in Lügde sollen die jungen Opfer dazu gezwungen worden sein, selbst andere Kinder zu missbrauchen. Daraufhin soll der Hauptbeschuldigte Andreas V. die Taten gefilmt haben. Dem 56-Jährigen wird Missbrauch von 28 Opfern zur Last gelegt. Komplize Mario S. (34) aus Steinheim (Kreis Höxter) soll 18 Opfer missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft Detmold wird voraussichtlich in dieser Woche Anklage erheben.

    Missbrauchsfall Lügde: Polizei ermittelt gegen weiteren Beschuldigten (21)

    Update: 8. Mai, 11.35 Uhr: Lügde – Das Verfahren gegen die 63-jährige Mutter wurde wieder eingestellt. Das teilte die Staatsanwaltschaft in einer Presseerklärung mit. Aktuell wird gegen acht Personen ermittelt, drei von ihnen befinden sich in U-Haft.

    Missbrauchsfall Lügde: Zwei weitere Beschuldigte im Visier

    Update: 8. Mai. Lügde –Im Missbrauchsskandal Lügde soll es laut Medienberichten noch zwei weitere Beschuldigte geben, von denen bisher nichts bekannt war. Damit würde die Zahl der Beschuldigte auf neun steigen. Seit Kurzem würden Polizei und Staatsanwaltschaft gegen einen 21-Jährigen mit geistigen Einschränkungen ermitteln, heiße es in einem vertraulichen Bericht. Möglicherweise sei er zunächst selber Opfer gewesen. Die Ermittlungen dauern an. Außerdem werde gegen die Mutter eines Geschwisterpaars, das zu den Opfern gehört, wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauchs ermittelt.

    Missbrauchsfall Lügde: Zahl der Opfer wieder gestiegen

    Update: 3. Mai Lügde – Mittlerweile wurden 41 Opfer identifiziert, teilen die Staatsanwaltschaft Detmold und die Polizei Bielefeld mit. Außerdem werde derzeit elf weiteren Verdachtsfällen nachgegangen. Ermittlungen ergaben außerdem, dass ein Verdachtsfall ausgeräumt werden konnte. Dafür kam ein Neuer hinzu. Nach Angaben der Polizei Bielefeld gab es bisher insgesamt 45 Opferschutzgespräche.

    Missbrauchsfall Lügde: Weiteres Kinderporno-Material gefunden

    Update: 30. April. Lügde – Nach Informationen von NRW-Innenminister Herbert Reul wurde unter den Mitte April sichergestellten Datenträgern nun eine CD mit kinderpornografischen Filmen sichergestellt. Wie berichtet, war diese neben weiteren Datenträgern von dem Abrissunternehmer gefunden worden. Die weiteren elf Video-Kassetten hätten keinen relevanten Inhalt für die Ermittler. Einige CDs hätten auch nicht ausgelesen werden können, so Reul.

    In einer Sondersitzung des Innenausschusses des Landtags teilte der Innenminister außerdem mit, dass die Polizeiarbeit nun auf den gesamten Campingplatz ausgeweitet werden soll. Dafür wurde die Ermittlungskommission der Polizei Bielefeld mittlerweile auf 79 Beamte aufgestockt.

    Missbrauchsfall Lügde: Verfahren gegen einen Beschuldigten eingestellt - Das sind die Gründe

    Update: 24. April. Lügde – Das Verfahren gegen einen Tatverdächtigen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern auf einem Campingplatz in Lügde musste die Polizei jetzt einstellen. Gegen den 68-Jährigen aus Steinheim besteht laut den Ermittlern kein Tatverdacht mehr. Der Mann ist nun wieder frei. 

    Die Tochter hatte ihren Vater verdächtigt an den schlimmem Taten in Lügde beteiligt gewesen zu sein. Nach Angaben der Zeugin habe der Papa sie weiterhin zu dem Hauptbeschuldigten in Lügde gelassen, obwohl sie ihm damals von sexuellen Übergriffen berichtete. In den 90er Jahren soll es zu den Taten gekommen sein. 

    Beweise dafür, dass der Beschuldigte bei den von der Zeugin geschilderten sexuellen Handlungen Gewalt oder Drohungen anwandte, haben die polizeilichen Untersuchungen in Lügde nicht ergeben. Soweit aufgrund des damaligen Alters der heute 39 Jahre alten Zeugin eine Strafbarkeit wegen Missbrauchs von Kindern in Betracht käme, wären die Taten bereits verjährt. Eine Strafverfolgung sei nach Angaben der Ermittler nicht mehr möglich. 

    Lügde: Stabsstelle nimmt Arbeit auf 

    Update: 23. April. Lügde – Die Stabsstelle Kinderpornografie/Kindesmissbrauch nimmt ab heute ihre Arbeit auf. Leiter ist der 53-jährige Ingo Wünsch, der bereits als Sonderermittler im Fall Lügde bei der Kreispolizeibehörde Detmold tätig war. Die Stabsstelle soll die Strukturen innerhalb der Polizeibehörde analysieren und Vorschläge machen, wie die Beamten im Fall eines Kindesmissbrauchs in ihren Ermittlungen vorgehen können. Insgesamt drei Mitarbeiter sind dort beschäftigt.

    Missbrauchsfall Lügde: Weitere Hütte auf Campingplatz wird abgerissen

    Update: 18 April. Lügde – Heute soll auf dem Campingplatz auch die Behausung des zweiten Beschuldigten in dem Missbrauchsfall abgerissen werden. Die Angehörigen gaben bereits ihr Einverständnis. Im Gegensatz zum Abriss der Hütte von Andreas V., sind diesmal Polizeibeamte vor Ort. Von der Polizei Bielefeld hieß es, die Beamten seien anwesend, um Gefahren abzuwehren und "Gegenstände des Angeklagten nicht in falsche Hände geraten zu lassen".

    Auch die Hütte des zweiten Angeklagten gilt seit dem 27. März nicht mehr als Tatort und darf deswegen abgerissen werden. Die Ermittlungen wurden hier also abgeschlossen.

    Missbrauchsfall Lügde: Weitere Datenträger und ein Schuppen entdeckt

    Update: 16. April. Lügde – Im Laufe der Abrissarbeiten wurden nun weitere Entdeckungen gemacht. Der Abrissunternehmer informierte die Polizei Lippe über folgende Datenträger, die gefunden wurden:

    • 11 VHS-Kassetten
    • 1 CD
    • 1 Mini-CD

    Zusätzlich wurde die Polizei in Lügde auf einen Geräteschuppen aufmerksam gemacht, der dem Angeklagten gehört. Auch dieser sollte abgerissen werden. Die Polizei gibt an, nicht gewusst zu haben, dass dieser Schuppen Andreas V. gehörte. Der Betreiber des Campingplatzes behauptet jedoch, die ermittelnden Beamten schon frühzeitig darüber informiert zu haben.

    Beide Funde in Lügde stellten sich bis jetzt als nicht relevant für die Ermittlungen heraus. Auf den Datenträgern seien lediglich Unterhaltungssendungen zu sehen, im Schuppen, der augenscheinlich schon lange nicht mehr genutzt wurde, wurden nur Werkzeuge und Metallschrott gefunden. 

    Missbrauchsfall Lügde: Weitere Datenträger auf Campingplatz entdeckt

    Update: 12. April. Lügde – Seit drei Tagen beschäftigt sich ein Abrissunternehmen damit, die Hütte auf dem Campingplatz in Lügde dem Erdboden gleich zu machen. Bei den Arbeiten wurden nun weitere Datenträger gefunden:

    • Drei CDs
    • Zwei Disketten

    Ob sich auf den Datenträgern kinderpornographisches Material befindet, wird nun ermittelt. Nach Angaben des Abrissunternehmers sind die Datenträger aus Lügde mit Hand beschriftet. Unter anderem mit "Video XXXXX". Vier der Träger wurden in dem Wohnwagen gefunden, eine CD lag in einem Hohlraum zwischen zwei Bodenplatten.

    Missbrauchsfall Lügde: Hütte auf Campingplatz soll abgerissen werden

    Update: 10. April. Lügde – Der Betreiber des Campingplatzes, auf dem nach jetzigem Stand 40 Kinder missbraucht wurden, will die Behausung des Hauptverdächtigen Andreas V. abreissen. Im Zuge der Ermittlungen wurde die Hütte mehrfach durchsucht. Nun, da die Ermittlungen vor Ort abgeschlossen sind, wurde der Tatort freigegeben. 

    Mit einem Bagger soll die Hütte in Lügde in den nächsten Tagen dem Erdboden gleich gemacht werden.

    Missbrauchsfall Lügde: Zahl der Opfer wieder gestiegen

    Update: 4. April. Lügde – Soeben wurden im Innenausschuss im NRW-Landtag neue Zahlen veröffentlicht. In dem Missbrauchsfall geht man demnach jetzt von 40 Opfern aus. Insgesamt wird gegen acht Tatverdächtige ermittelt, wobei es insgesamt 717 Ermittlungsspuren gibt. Dies gab Innenminister Reul bekannt.

    Lügde: "Machen einen super Job" – Innenminister spricht mit Polizei in Lippe

    Update: 28. März. Lügde – Heute besuchte NRW-Innenminister Herbert Reul die Polizei im Kreis Lippe. Mit seinen öffentlichen Aussagen über die Ermittlungsfehler im Fall Lügde zog Reul den Unmut der Beamten auf sich, die sich seitdem unter Generalverdacht gestellt sehen. Reul sprach immer wieder von Polizeiversagen und spöttelte: "Meine Oma hätte gemerkt, dass da was nicht stimmt"

    Die Töne nach dem heutigen Treffen klingen um einiges versöhnlicher. Reul wörtlich: "Ich war wirklich stark beschäftigt und angestrengt über die Fehler, die einzelne Polizisten in Lippe gemacht haben. Aber eines ist klar: Alle anderen, also der große Teil der Polizisten, die hier in Lippe arbeiten, machen einen super Job. Jeden Tag und jede Nacht."

    Das Treffen fand im Detmolder Kreishaus statt. Es nahmen 350 Polizisten teil. Was genau besprochen wurde, darüber wolle man keine Angaben machen: "Das bleibt unter uns." Jedoch sagte der Innenminister, er habe tolle Polizistinnen und Polizisten erlebt, auf die die nordrhein-westfälische Regierung stolz sein könne. Einem Generalverdacht gegenüber der Polizei wegen des Skandals in Lügde wollte Reul also entgegenwirken.

    Auch Axel Lehmann, Landrat des Kreises Lippe, zog ein positives Fazit: "Diese Veranstaltung war notwendig und gegenseitiges Verständnis gebracht."

    Missbrauch in Lügde: Landrat entschuldigt sich für Fehler des Jugendamtes

    Erstmeldung: 19. März. Lügde – Pressekonferenz in Hameln: Wie die Detmolder Staatsanwaltschaft angibt, dauern die Ermittlungen gegen das Jugendamt noch an. Bisher hatte sich das Jugendamt noch nicht zu dem Fall äußern können, heißt es, da die Akten über den Fall Lügde bei der Staatsanwaltschaft lagen. Doch nun sind die Akten zurück und Tjark Bartels, Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont, muss Fehler eingestehen.

    Bartels gibt zu, dass die Hinweise, die dem Kinderschutzbund bereits 2016 gegeben wurden, auch dem Jugendamt bekannt waren. Die Unterlagen zeigen daneben jedoch noch weitere Meldungen. So äußerte die damalige Kindergarten-Psychologin der Pflegetochter bereits einen Verdacht auf Pädophilie des Mannes aus Lügde..

    Eine Mitarbeiterin, die nachträglich einen Eintrag aus der Akte löschte, wurde entlassen. Die Frau wollte dadurch frühe Hinweise auf die pädophilen Neigungen von Andreas V. vertuschen. Der Landkreis gab an, von der Löschung nichts gewusst zu haben und erst durch die Ermittlungen in Lügde darauf aufmerksam geworden zu sein.

    Am Ende entschuldigte sich Landrat Bartels bei den Opfern aus Lügde dafür, dass das Jugendamt den Hinweisen nicht ausreichend nachgegangen sei. " Wir entschuldigen uns ausdrücklich bei denjenigen, die dadurch Leid erlitten haben."

    Missbrauch in Lügde: Der Fall zusammengefasst

    Auf einer Pressekonferenz am 30. Januar legten Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen dar. Es wurde bekannt gegeben, dass sie eine Ermittlungskommission mit dem Namen "Camping" eingerichtet haben. In einem Zeitraum von 10 Jahren (2008 bis 2018) soll es zu den Übergriffen in Lügde gekommen sein. Mindestens 23 Kinder sollen sexuell missbraucht worden sein. Außerdem ermitteln die Beamten wegen der Herstellung und Verbreitung kinderpornografischen Materials:

    • Mehr als 1.000 Einzeltaten festgestellt 
    • 34 Opfer (Zahl könnte noch steigen) 
    • Kinder waren zwischen 4 bis 13 Jahre alt 
    • 3 Millionen Bilder und mehr als 96.000 Videos mit kinderpornografischem Material sichergestellt 
    • Drei Verdächtige festgenommen

    Besonders brisant ist die Tatsache, dass dem Hauptverdächtigen Andreas V. aus Lügde (56) eine Pflegetochter zugesprochen wurde, obwohl es bereits 2016 Hinweise auf pädophile Praktiken bei dem Mann gab. Auch an seiner Pflegetochter soll er sich vergangen haben. Durch das Mädchen stellte V. auch Kontakt zu späteren Opfern her. Sowohl der Polizei als auch dem zuständigen Jugendamt wird nun schweres Behördenversagen vorgeworfen. Wer wusste von den Taten? Warum wurde nichts unternommen?

    Der Missbrauch in Lügde hat erschreckende Ausmaße angenommen.

    Im Laufe der Ermittlungen wurden immer weitere Skandale und Versäumnisse innerhalb der Polizei Lippe öffentlich. Besonders schlimm: Ein Koffer mit Beweismaterial (155 CDs) verschwand spurlos. Das Jugendamt Hameln muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass in diesem Fall aus Lügde nachträglich Akten manipuliert wurden. Innenminister Reul sagte dazu: "Das ist Behördenversagen an allen Ecken und Kanten". Zwischenzeitlich wurde auch gegen Polizei und Jugendamt ermittelt.

    Lesen Sie auch: Unweit von Lügde wurde ein kleines Mädchen von einem Mann gepackt. Der Unbekannte wollte das Kind mitnehmen.

    Aufgrund der vielen empörenden Ungereimtheiten innerhalb der ermittelnden Behörden, kam es auch zu umfassenden personellen Konsequenzen. So enthob Innenminister Reul bereits den Chef der Kriminalpolizei und den Direktor der Polizei Lippe von ihren Aufgaben. Die Ermittlungen dauern noch an und konzentrieren sich vor allem auf die Sichtung der enormen Menge an Beweismaterial aus Lügde. Diese führt nicht nur dazu, dass die Anzahl der bekannten Opfer stetig steigt, sondern auch dazu, dass bereits drei Polizeibeamte dienstunfähig wurden.

    >Eine detaillierte Darstellung aller Ereignisse in dem schockierenden Fall finden sie in unserem Newsticker zum Missbrauch in Lügde.<

    Fahrerflucht in Lügde: Als ein Feuerwehrmann eine Straße absperren wollte, wurde er plötzlich angefahren. Die ältere Autofahrerin floh anschließend.

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