Bund der Steuerzahler prangert Städteplaner an

180.000 Euro für zu heißes Blech – Steuerverschwendung in Paderborn kritisiert

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Die Stadt Paderborn landet im Schwarzbuch 2019 des Bundes der Steuerzahler.

Paderborn im Schwarzbuch: Die neuen Hochbeete auf den Königsplätzen sollten gut aussehen und Bewohnern einen Ort zum Verweilen bieten. Stattdessen wurden sie im Sommer zu Herdplatten.

  • Schwarzbuch 2019 vom Bund der Steuerzahler veröffentlicht
  • Stadt Paderborn wegen neuen Hochbeeten in der Kritik
  • Vorwurf: Knapp 200.000 Euro für im Sommer unbenutzbare Bänke

Paderborn – Im letzten Jahr wurden im Rahmen der "Revitalisierung der Königsplätze" mitten in der Stadt zwei neue Hochbeete angelegt. Diese sollten nicht nur schick aussehen, sondern dank der eingelassenen Bänke auch zu einem Pausen- und Treffpunkt werden. 

Doch die Planer hatten dabei ein entscheidendes Detail außer Acht gelassen: Messing heizt sich in der Sonne auf. Und da kommt der Bund der Steuerzahler ins Spiel, der die Hochbeete in diesem Jahre mit einem Platz in ihrem Schwarzbuch "ehrte", wie owl24.de* berichtet.

Paderborn mit teuren Hochbeeten im Schwarzbuch 2019

In dem sogenannten Schwarzbuch veröffentlicht der Bund der Steuerzahler jedes Jahr kuriose und unglaubliche Fälle der Steuerverschwendung. Diese stellte sich in Paderborn spätestens im Sommer 2018 heraus. Die zwei Hochbeete, die zusammen 178.000 Euro kosteten, wurden durch verwendetes Messing in der Sonne glühend heiß. 

Die erste Maßnahme der Stadt war, die Umrandung der Beete mit Matten abzudecken und gelbe Warnschilder in den Beeten zu platzieren. Wirkliche Bedenken hatte die Stadt Paderborn jedoch nicht: "Nicht die Bank des neuen Hochbeetsitzelementes erhitzt sich bei starker langanhaltender Sonneneinstrahlung, sondern lediglich die nicht zum Sitzen gedachte Randeinfassung des Hochbeets. Die Sitzfläche ist somit auch bei Sonne und starker Hitze nutzbar.

Dennoch bestand die nicht zu unterschätzende Gefahr, dass gerade Kinder die glänzende Messing-Oberfläche anfassen und sich verbrennen könnten. Die Warnschilder würden laut Bund der Steuerzahler in diesem Fall nicht viel bringen. Das Projekt landete also letztendlich im Schwarzbuch.

Paderborn im Schwarzbuch: Stadt regiert auf Kritik

Doch auch erwachsene Bürger mussten an den Bänken aufpassen: Sobald man beim Sitzen die Umrandung der Bänke berührte, wurde es schmerzhaft heiß. Deshalb reagierte die Stadt Paderborn letztendlich, wenn auch spät, Ende Juli 2019: Die Messing-Umrandungen wurden mit einem Schutzanstrich versehen, der etwa zehn Jahre lang halten soll. Der Anstrich kostete weitere 2.000 Euro. 

Neben Paderborn ist in diesem Jahr übrigens auch Münster in dem Schwarzbuch vertreten: Hier wurden Geschäftsführern der Stadtwerke Münster Abfindungen in Millionenhöhe gezahltEin weiteres großes Thema im Schwarzbuch ist natürlich die Pkw-Maut. Hier rügt der Bund der Steuerzahler die besonders hohe Steuerverschwendung – immerhin knapp 83 Millionen Euro allein an Vorbereitungskosten – seitens des Staates.

*Owl24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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