An ihrem zweiten Geburtstag verschwand das Mädchen spurlos

Seit 1981 vermisst: Nach Festnahme - Verdächtiger wieder frei 

Katrice Lee verschwand vor etwa 38 Jahren in einem Supermarkt in Paderborn. 
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Katrice Lee verschwand vor etwa 38 Jahren in einem Supermarkt in Paderborn. 

1981 verschwand Katrice Lee in einem Supermarkt in Paderborn spurlos. Nach 38 Jahren wurde ein Mann festgenommen. Aber jetzt wurde er wieder freigelassen. Wie kam es dazu? 

  • Katrice Lee an ihrem zweiten Geburtstag verschwunden 
  • sei 38 Jahren verschwunden 
  • Verdächtiger nach Festnahme wieder frei 

Update: 26. September, 9.25 Uhr. Der am Montag in Großbritannien  festgenommene Tatverdächtige wurde gestern wieder freigelassen. Dem Mann (74) wurde vorgeworfen das vermisste Mädchen Katrice Lee an ihrem zweiten Geburtstag in Paderborn entführt zu haben. Die Tat liegt inzwischen 38 Jahre zurück. Ein konkreter Hinweis soll zu der Verhaftung des Rentners aus Swindon geführt haben. Es handelt sich um einen ehemaligen Soldaten. Sein Haus wurde weiter durchsucht, deshalb kehrte der 72-Jährige nicht dorthin zurück. Nähere Einzelheiten wollten die Ermittler nicht bekanntgeben. 

INFO. In Großbritannien dürfen Menschen laut Gesetz nicht länger als 24 Stunden in Untersuchungshaft sitzen. Bei schweren Vorwürfen verlängert sich die Zeit auf bis zu 96 Stunden. Danach muss Anklage erhoben werden oder die verdächtige Person muss wieder freigelassen werden.

Paderborn: Festnahme im Fall Katrice 

Erstmeldung: 25. September, 11.30 Uhr. Es gibt Neuigkeiten im Fall der seit 38 Jahren vermissten Katrice Lee. Eine Person wurde verhaftet, wie ein Sprecher der Militärpolizei (MP) gegenüber mehreren Medien bestätigte. Im südwestenglischen Swindon kam es zu der Festnahme. Das damals zweijährige Mädchen verschwand am 28. November 1981 in der Nähe des NAAFI-Supermarktes in Paderborn-Neuhaus. An diesem Tag hatte sie Geburtstag. Der Vermissten-Fall sorgte weltweit für Schlagzeilen. 

Vermisstenfall Katrice Lee: Grabungen neben der Benteler Arena in Paderborn

Im Frühjahr 2018 fanden unter dem Namen "Operation Bute" Grabungen und gerichtsmedizinische Untersuchungen an der Alme neben der Benteler-Arena in Paderborn statt. Die Militärpolizei führte die Arbeiten durch. Britische Behörden hatten den Fall Katrice Lee zuvor im Jahr 2017 wieder neu aufgerollt, nachdem es zuvor bei den Ermittlungen zu Spannungen gekommen war.

Die vermisste Katrice Lee soll damals das genannte Lebensmittelgeschäft der britischen Armee in Paderborn verlassen haben und in einen grünen Wagen gestiegen sein. Dieses Fahrzeug wollen Zeugen auf der Brücke über der Alme gesehen haben. Deshalb wurde das Gelände auf den Kopf gestellt. Jedoch ohne Erfolg.

Paderborn: 38 Jahre vermisst – jetzt ein Ermittlungserfolg?

Niemand hätte wohl gedacht, dass es in diesem Vermisstenfall aus Paderborn nach so einer langen Zeit noch zu einer Festnahme kommen könnte. Aber Richard Lee, der Vater des verschwundenen Mädchens, hat die Hoffnung nie aufgegeben. Die Ermittler hatten vor einiger Zeit auch Fahndungsfotos veröffentlicht. Auf einem Bild ist Katrice Lee abgebildet, wie sie heute als Erwachsene aussehen könnte.

So könnte die in Paderborn verschwundene Katrice Lee heute aussehen. 

Ein weiteres Phantombild zeigt einen Tatverdächtigen. Der Mann könnte die damals Zweijährige in Paderborn entführt haben. Zu der jetzt festgenommenen Person liegen derzeit noch keine Informationen vor. Auch unklar ist, welche Umstände nach 38 Jahren zu der Verhaftung führten.

Mit diesem Foto wird der mögliche Entführer in Paderborn und auf der ganzen Welt gesucht. 

1981 in Paderborn verschwunden: Vater kritisiert Ermittler

Als erstes berichtete der englische Sender BBC über die Verhaftung in Swindon. Nach Angaben britischer Medien soll demnach auch ein Wohnkomplex durchsucht worden sein. Außerdem wurden weitere Grabungsarbeiten durchgeführt. Der Vater der vermissten Katrice Leehatte die damaligen Ermittlungen scharf kritisiert. Die Militärpolizei ging früher davon aus, dass das Mädchen in die Lippe gefallen sei. Richard Lee kritisiert, dass man damals keine andere Spur verfolgt habe. Auch ein Phantombild wurde aus seiner Sicht viel zu spät veröffentlicht. Für die Grabungen reiste er mehrfach nach Paderborn.

Derzeit ermitteln auch Polizei und Staatsanwaltschaft in Paderborn, denn einem Mann (53) wird vorgeworfen, seine Schwiegermutter in Borchen getötet zu haben. Er flüchtete und war auf der A3 bei Nürnberg in einen tödlichen Unfall verwickelt.

Eine Vermisstensuche in Hamburg wurde nun beendet. Die Ermittler haben im Volkspark nach Hilal gesucht. Das Mädchen verschwand vor 19 Jahren.

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