Nagelstudio in Paderborn betroffen 

Verdacht auf Menschenhandel – Zwangsarbeit aufgedeckt

Paderborn: Wegen des Verdachts auf Menschenhandel sind bei einer Razzia in Nagelstudios in Muenster sechs Personen von der Polizei verhaftet worden (Symbolfoto). 
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Paderborn: Wegen des Verdachts auf Menschenhandel sind bei einer Razzia in Nagelstudios in Münster sechs Personen von der Polizei verhaftet worden (Symbolfoto). 

Wegen des Verdachts auf Menschenhandel und Zwangsarbeit gab es sechs Festnahmen. Auch ein Nagelstudio in Paderborn geriet ins Visier der Ermittler.

  • Wegen des Verdachts auf Menschenhandel und Zwangsarbeit wurden zahlreiche Nagelstudios in NRW durchsucht 
  • Auch ein Geschäft in Paderborn geriet ins Visier der polizeilichen Ermittlungen 
  • In Münster wurden nun sechs Personen verhaftet 

Münster/Paderborn – Menschenhandel und Zwangsarbeit werfen Zoll und Staatsanwaltschaft einer Schleuser-Bande vor. Die Verdächtigen sollen zahlreiche  Vietnamesinnen nach Deutschland gebracht haben, um sie hier als billige Arbeitskraft zu missbrauchen. Die Frauen wurden in Nagelstudios in NRW eingesetzt, unter anderem auch in Paderborn

Verdacht auf Menschenhandel in Paderborn: Sechs Festnahmen 

In einer gemeinsamen Presseerklärung der Staatsanwaltschaft und des Hauptzollamtes Münster sprechen die Ermittler am Mittwochabend (20. November) von insgesamt sechs Festnahmen. Bei einer Razzia in der Domstadt hatten Einsatzkräfte zuvor drei Nagelstudios durchkämmt. In den Geschäften sollen Frauen aus dem Vietnam illegal gearbeitet haben, die keine gültige Aufenthaltsgenehmigung haben. Auch in einem Laden in Paderborn soll sich Ähnliches abgespielt haben. 

Die beschuldigten Personen sollen in mehreren Städten in NRW Nagelstudios betreiben. Darunter befinden sich folgende sechs Standorte: 

  • Münster
  • Dülmen
  • Greven
  • Kleve
  • Paderborn 
  • Troisdorf

Den Betreibern wirft die Staatsanwaltschaft Münster vor, dass sie Frauen und Männer aus dem Vietnam gezielt nach Deutschland geschleust haben, um sie hier in den Nagelstudios (u.a. in Paderborn) illegal zu beschäftigen, berichtet msl24.de. Für die billigen Arbeitskräfte sollen sie keine Sozialversicherungsleistungen gezahlt haben.

Nagelstudio in Paderborn im Visier: Wer sind die Beschuldigten? 

Laut den Ermittlern handelt es sich bei den sechs Beschuldigten um vier Männer und zwei Frauen. Die Verdächtigen sind zwischen 28 und 54 Jahre alt und stammen aus dem Vietnam. Zwei Personen sind Brüder und besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit. Zuletzt sollen sich die Tatverdächtigen in Münster, Bergkamen, Paderborn und Rottweil gelebt haben. 

Paderborn: Mit welchen Konsequenzen müssen die Verdächtigen rechnen?

Mindestens 50 Menschen wurden offenbar durch die Betreiber der Nagelstudios, die sich zu einer Bande zusammengeschlossen haben sollen, nach Paderborn und andere NRW-Städte geschleust. Ein gewaltiges Netzwerk in Osteuropa soll ihnen dabei geholfen haben, die Frauen und Männer mit gefälschten Papieren auszustatten. 

Dabei sollen Geldbeträge in Höhe von 5.000,00 bis 25.000,00 US-Dollar geflossen sein, vermuten die Ermittler. Diese Summe sollten die Vietnamesen möglicherweise in Paderborn und anderen Standorten abarbeiten. Sie sollen daher unter einem erheblichen psychischen Leistungsdruck gestanden haben. 

Den Betreibern der Nagelstudios in Paderborn, Münster und den anderen Niederlassungen müssen nun mit einem Strafverfahren wegen Einschleusens von Ausländern und Vorenthaltung von Sozialversicherungsleistungen rechnen. Sollten sie von einem Gericht verurteilt werden, droht ihnen eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu 10 Jahren

Die Ermittler in OWL beschäftigt derzeit aber noch ein ganz anderer Fall. Bei einem Mitarbeiter der Paderborner Polizei wurde belastendes Material entdeckt. Der Fund soll kinderpornografische Dateien beinhalten. Zurzeit warnt die Polizei im Raum Paderborn eindringlich vor Drogen, die im Umlauf sind. Diese legal Highs können lebensgefährlich sein.

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