Paderborn (NRW)

Schwerverletzter Mustang-Fahrer ist Ex-Hells-Angel: Flucht aus Krankenhaus

An der Bielefelder Straße in Paderborn-Sennelager verunglückte ein Autofahrer schwer, als er nach einer vorherigen Fahrerflucht vor der Polizei abhauen wollte. Nun kommen völlig neue Tatsachen über den Mann ans Licht.

Update: 29. April. Wie jüngst bekannt wurde, handelt es sich bei dem Mann, der nach einer Unfallflucht einen Ford Mustang vor eine Garage setzte und dabei lebensgefährlich verletzt wurde, um keinen Unbekannten. Vielmehr wurde das ehemalige Hells-Angels-Mitglied bereits Anfang des Jahres wegen eines ähnlichen Vergehens auf der A2 bei Bielefeld festgenommen. Damals baute er mit einem anderen Sportwagen (Audi RS 7) einen Unfall in einer Baustelle. Wieder floh er, damals jedoch zusätzlich mit einer Schrotflinte bewaffnet.

Aktuell besteht laut Informationen des WB ein Haftbefehl gegen den 34-Jährigen, der jedoch gegen Meldeauflagen außer Vollzug gesetzt ist. Der Ex-Rocker ist bereits mehrfach wegen Fahrens ohne Führerschein und unter Drogen- und Alkoholeinfluss aufgefallen. Ob der Haftbefehl wieder in Kraft gesetzt wird, ist noch unklar. Derweil ist es möglich, dass der Mann vorhat, unterzutauchen: Am Mittwoch (28. April) verschwand er aus dem Krankenhaus in Bielefeld, nachdem er sich „entgegen ärztlichem Rat selbst entlassen“ hatte, wie die Polizei Paderborn gegenüber dem WB mitteilte. Auch an einer Schießerei in der Paderborner Innenstadt am 31. Oktober 2020 soll der Mann beteiligt gewesen sein.

Fahrerflucht in Paderborn: Mann lebensgefährlich verletzt

Erstmeldung vom 27. April. Paderborn – Gegen 9.30 Uhr am Dienstag (27. April) fuhr ein Mann in einem Ford Mustang auf das Gelände der Shell-Tankstelle nahe der A33-Anschlussstelle. Der Wagen rammte dort einem Zaun. Der Tankwart alarmierte die Polizei und sprach mit dem Fahrer. Als eine Streife auf das Tankstellengelände fuhr, setzte sich der dieser jedoch wieder in sein Auto und fuhr in Richtung Sennelager davon.

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Paderborn: Mustang-Fahrer nach Unfallflucht schwer verunglückt – Lebensgefahr

Die Beamten der Polizei Paderborn forderte Verstärkung an und fuhr dem Mustang nach. Am Ortseingang Sennelager blockierte ein Streifenwagen die Straße, um den Flüchtigen anzuhalten. Dieser beschleunigte jedoch, fuhr an einer Mittelinsel vorbei und lenkte dann unmittelbar vor dem Polizeifahrzeug scharf nach links. Der Wagen touchierte den Streifenwagen leicht und kam dabei von der Straße ab. Er fuhr über den Gehweg sowie eine Schotterfläche und prallte frontal gegen eine Garagenecke. Der Fordfahrer sprang sofort aus dem Auto und flüchtete zu Fuß weiter.

Auf der weiteren Flucht beschädigte er noch ein Gartentor, bevor er in einem Vorgarten von den Polizeibeamten gestellt werden konnte. Der 34-Jährige wies eine Kopfverletzung auf und zeigte Anzeichen von Alkoholkonsum. Er gab zu, auch Drogen genommen zu haben. Einen Führerschein hatte der Mann aus Bielefeld nicht. Dann verlor er plötzlich das Bewusstsein. Offenbar hatte er sich bei dem Frontalunfall schwere Verletzungen zugezogen und musste sofort notärztlich behandelt werden. Der eingesetzte Notarzt forderte wegen des lebensbedrohlichen Zustands einen Rettungshubschrauber an, mit dem der Verletzte in ein Krankenhaus nach Bielefeld geflogen wurde.

Die Feuerwehr Paderborn betreute die Landung des Rettungshubschraubers.

Sportwagen nach Unfall in Paderborn mit Totalschaden

Der leistungsstarke Ford Mustang erlitt bei dem Aufprall an der Garage einen Totalschaden und war nicht mehr fahrbereit. Das Auto wurde von der Polizei Paderborn sichergestellt. Gegen den 34-Jährigen läuft jetzt ein Strafverfahren wegen des Verdachts mehrfacher Fahrerflucht, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Fahren unter Alkohol- und Drogeneinwirkung. Zu einem weiteren schweren Unfall in Ostwestfalen* kam es erst kürzlich: In Salzkotten (Kreis Paderborn) wurde ein Auszubildender während der Arbeit mit dem Kopf in einem Mähwerk eingeklemmt. Der 19-Jährige wurde dabei schwer verletzt. (*msl24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA).

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