Nicht mehr tragbar?

Naturschutz-Bund plädiert für Schließung des Flughafens Paderborn-Lippstadt

Der Paderborn-Lippstadt Airport sollte geschlossen werden. Jedenfalls, wenn es nach einer neuen Studie des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) geht.

  • Der BUND hat eine Studie zur Wirtschaftlichkeit von Regionalflughäfen herausgegeben.
  • Der Paderborn-Lippstadt Airport schneidet dort nicht gut ab.
  • Laut dem BUND sollte der Flughafen geschlossen werden.

Paderborn – Der Paderborn-Lippstadt Airport ist angeschlagen. Zuletzt immer weiter sinkende Fluggastzahlen und die Corona-Krise haben dem Regionalflughafen schwer zugesetzt. Eine geplante Insolvenz in Eigenregie soll das Unternehmen und zumindest 65 von den bisherigen 170 Arbeitsplätzen am Standort Büren retten. Doch wenn es nach dem BUND geht, sollte der Flughafen komplett geschlossen werden.

NamePaderborn-Lippstadt Airport
AdresseFlughafenstraße 33, 33142 Büren
FlughafencodePAD
Mitarbeiter170

Paderborn-Lippstadt Airport: BUND empfiehlt Schließung

Kündigungen werden in Zukunft nicht vermeidbar sein. So äußert sich der Geschäftsführer des Flughafens Paderborn Marc Cezanne gegenüber dem WB. Der monatliche Verlust betrage etwa 600.000 bis 700.000 Euro. Eine Insolvenz in Eigenregie soll es richten. Konkrete Sozialpläne dazu sollen im Oktober fertig sein. Die Gespräche beginnen bereits in dieser Woche.

Doch der BUND sieht keine Zukunft für den Flughafen Paderborn, der zuletzt während der Corona-Krise als eines von viele Autokinos in OWL fungierte. In einer aktuellen Studie hat der BUND nun 14 Regionalflughäfen auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft. Die drei Kriterien, nach denen die Flughäfen beurteilt wurden, sind: Wirtschaftlichkeit, Verkehrsentwicklung und Anbindung an internationale Flughäfen. Die ganze Studie des BUND können Sie hier nachlesen.

Flughafen Paderborn: Laut BUND sollen hier bald keine Flieger mehr starten (Symbolbild).

Rote Karte für Flughafen Paderborn

Der Flughafen Paderborn konnte in keiner der drei Kategorien überzeugen. In der Studie wurden vom BUND gelbe, orangefarbene und rote Karten an die Regionalflughäfen vergeben. Während der Flughafen Münster/Osnabrück* im benachbarten Münsterland* mit einem blauen Auge, also einer orangefarbenen Karte, davon kommt, bekommt der Standort Padeborn-Lippstadt Rot.

Das Fazit des BUND: „Die Fluggastentwicklung in Paderborn/Lippstadt ist leicht rückläufig. Der staatliche Zuschussbedarf betrug sein 2015 2 Mio. Euro pro Jahr. 2018 konnte er auf 430.000 Euro reduziert werden. Der Flüge zu Drehkreuzflughäfen liegen bei 24 %. Frankfurt wird zwar mehr als einmal am Tag angeflogen. Die Auslastung dieser Flüge lag 2019 aber bei unterirdischen 39 %. Der Flughafen Frankfurt/Main ist innerhalb von drei Stunden mit dem Zug erreichbar. Auch die Auslastung der Flüge nach München ist mit 62 % weder effizient noch lukrativ. Durch seine zu große Nähe zum Flughafen Dortmund (78 Straßenkilometer) und KasselCalden (64 Straßenkilometer) wird eine wirtschaftliche Tragfähigkeit auch künftig kaum zu erreichen sein.

Seit Kurzem kursiert ein brutales Video im Netz. Ein Mann schlägt eine Frau brutal zu Boden: In diesem Fall sucht die Polizei Paderborn nun dringend Zeugen.

Urteil des BUND über Flughafen Paderborn: Geschäftsführung und Landrat widersprechen

Wie zu erwarten wird das vernichtende Urteil des BUND nicht von allen Parteien gutgeheißen. Zu den Gegenstimmen gehört auch Manfred Müller. Der Landrat des Kreises Paderborn und Vorsitzende der Flughafen GmbH kann das Urteil nicht nachvollziehen: Der Flughafen sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Region und trage erheblich zur Mobilität der Bewohner bei.

Ähnlich sieht das auch die Geschäftsführung des Flughafens Paderborn. In der Studie des BUND sei der regionale Wirtschaftsfaktor nicht berücksichtigt worden. Zuletzt hatte der Kreis Gütersloh angekündigt, sich als einer von neun Trägern des Flughafens zurückzuziehen. Dies gab der Kreis Mitte August auf seiner Website bekannt.

Der Flughafen Paderborn hatte Mitte Juni eine Reihe von Auto-Konzerten angekündigt. Doch das Highlight, ein Konzert der Band „Revolverheld“ sollte nie stattfinden. Weder die Band, noch ihr Management wussten von dem Auftritt. Sturmtief „Kirsten" macht auch vor der Region Paderborn nicht halt. Der DWD warnt die Bewohner vor starken Sturmböen. (*Msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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