Prozessende in Paderborn

Mann sticht mit Messer auf Schwager ein – Urteil gefallen

Mit einem Küchenmesser soll der Angeklagte sein Opfer in Paderborn attackiert haben (Symbolbild).
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Mit einem Küchenmesser soll der Angeklagte sein Opfer in Paderborn attackiert haben (Symbolbild).

Vor dem Landgericht in Paderborn musste sich ein Mann wegen versuchten Totschlags verantworten. Er soll mit einem Küchenmesser auf seinen Schwager eingestochen haben. Nun wurde das Urteil verkündet.

Update: 20. April, 12.39 Uhr. Weil er seinen Schwager mit einem Küchenmesser im Streit verletzt hatte, musste sich der Angeklagte in einem Strafverfahren am Landgericht Paderborn verantworten. Anfang November hatte sich die Tat ereignet. Die Staatsanwaltschaft klagte den 44-Jährigen wegen Totschlags an. Die Ehefrau des Geschädigten sagte in dem Prozess aus, dass sie ihren Mann bei der Attacke gerade noch rechtzeitig aus der Richtung des Messers hätte reißen können. Andernfalls hätte die Waffe wohl den Hals des Opfers getroffen.

Der Angeklagte hatte den Messerstich auf seinen Schwager bereits am ersten Prozesstag gestanden. Er stellte jedoch klar, dass er ihn nicht töten wollte. Für das Schwurgericht kam eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags nicht in Betracht. Dass der Beschuldigte versucht haben könnte, den 35-Jährigen zu töten, sah die Kammer nicht: Der Angeklagte habe nicht zu einem zweiten Stich ausgeholt, ein Motiv sei auch nicht zu erkennen. Nach Angaben des Gerichts gab es dafür keinerlei Anhaltspunkte. Wegen gefährlicher Körperverletzung muss der 44-jährige Mann nun für drei Jahre ins Gefängnis.

StadtPaderborn
Einwohner151.633 (31. Dez. 2019)
BundeslandNRW

Paderborn: Mann sticht mit Küchenmesser auf Schwager ein – Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Erstmeldung: 8. April. Am Mittwoch (7. April) startete am Landgericht das Strafverfahren gegen einen 44-jährigen Mann aus Paderborn. Der Angeklagte soll seinen Schwager (35) mit einem Küchenmesser angegriffen haben. Während der Beschuldigte bislang jegliche Tötungsabsichten von sich wies, hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen versuchten Totschlags erhoben.

Paderborn: Streit mit Schwager eskaliert – sollte das Messer den Hals treffen?

Laut Anklageschrift soll sich die Tat am 1. November in einer Wohnung im Riemekeviertel in Paderborn ereignet haben. Am späten Abend seien der Angeklagte und der 35-jährige Mann in Streit geraten. Die verbale Auseinandersetzung zwischen dem 44-Jährigen und seinem Schwager, die durch das Erdgeschossfenster geführt worden sein soll, eskalierte. Mit einem Küchenmesser attackierte er das Opfer.

Der Geschädigte erlitt bei dem Messerangriff in Paderborn Verletzungen am Oberarm. Den Vorfall überlebte er aber. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft sollte die Waffe jedoch den Hals des 35-Jährigen treffen. Der Prozess am Landgericht soll dazu nähere Erkenntnisse bringen. Die Frau des Opfers, die gleichzeitig auch die Schwester des Angeklagten ist, sowie ein Zivilpolizist, der sich zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt ganz in der Nähe des Geschehens aufhielt, sind als Zeugen geladen.

Prozessauftakt in Paderborn: Angeklagter bestreitet Tötungsabsicht

Nach Verlesung der Anklageschrift wurde dem 44-jährigen Mann die Möglichkeit eingeräumt, sich zu der Sachlage zu äußern. Der Beschuldigte gab zu, dass er das Messer geführt habe. Von der Absicht seinen Schwager töten zu wollen, nahm er jedoch Abstand. Der Angeklagte habe das Küchenmesser nach eigenen Angaben beim Abendessen verwendet und auf der Fensterbank abgelegt.

Als der Mann kurze Zeit später mit seinem Schwager in Streit geraten war, habe er das Messer genommen und zugestochen. Durch seinen Anwalt Detlef Stoffels nahm der Angeklagte Stellung zu dem Vorwurf des versuchten Totschlags: „Unmittelbar danach hat es mir leidgetan“, so der 44-Jährige.

Paderborn: Schwester des Angeklagten sagt vor Gericht aus

Die Schwester des Angeklagten erschien am Mittwoch (8. April) als Zeugin vor Gericht, um gegen ihren Bruder auszusagen. Auch ein halbes Jahr nach dem Messerangriff sitzt der Schock bei ihr noch tief, berichtet das Westfalen-Blatt. Ihre Tränen konnte sie im Gerichtssaal nicht verbergen. Ihren Angaben zufolge soll der 44-Jährige vor der Attacke gegen ihren Mann ein zunehmend befremdliches Verhalten aufgewiesen haben. Er habe sich in den vergangenen zwei Jahren stark verändert, so die Zeugin. Sie führte dies auf seinen Drogenkonsum zurück.

Des Öfteren soll der Angeklagte seinen Angehörigen Dinge vorgeworfen haben. Über die sozialen Netzwerke habe er sie mit Nachrichten zugespamt. Die Schwester habe ihrem Bruder mehrfach Hilfe angeboten. Doch diese soll der 44-Jährige konsequent abgelehnt haben. Am Tattag sei es dann zu einer Aussprache zwischen den beiden Geschwistern gekommen. Der Angeklagte soll dabei handgreiflich geworden sein. Als sein Schwager ihn später zur Rede stellen wollte, sei es dann zu dem Messerangriff gekommen. Der Prozess wegen versuchten Totschlags am Landgericht Paderborn wird am 19. April fortgesetzt. Ein psychiatrischer Gutachter wird dann als Zeuge vernommen, um die Schuldfähigkeit des Mannes einzuschätzen.

In der Domstadt kam es bereits im vergangenen Jahr zu einem ähnlichen Fall: Nachdem in Paderborn ein Sohn seinen Vater mit einem Messer lebensgefährlich verletzt hatte, musste sich der 35-Jähriger vor dem Landgericht Paderborn in einem Prozess verantworten. Das Verfahren endete jedoch nicht mit einer Gefängnisstrafe.

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