Feiern trotz Corona in Paderborn

Illegale Party: Anwohnerin bedrängt und angespuckt

Die Polizei hatte in Paderborn am vergangenen Wochenende viel zu tun. Die Beamtebn mussten illegale Partys, laute Raserei und Körperverletzung ahnden.

  • In Paderborn kam es am Wochenende zu vielen Vorfällen in der Stadt.
  • Die Polizei war im Dauereinsatz.
  • Eine Anwohnerin wurde von Feiernden bedrängt und angespuckt.

Paderborn – Wie die Polizei mitteilt, kam es von Freitag (14. August) bis Sonntag (16. August) im Stadtgebiet zu vielen Zwischenfällen, in denen die Beamten eingreifen mussten. Besonders in der Nacht auf Sonntag gingen im Kreis so viele Beschwerden ein, dass die Polizei nur die dringlichsten von ihnen bearbeiten konnte.

Die Beschwerden ähnelten sich meist in ihrer Thematik: Laute Feiern in Parks, Gärten, auf Terrassen oder Balkonen. Dazu Fahrer von getunten Autos, die, wie zum Beispiel auf Detmolder Straße, hupten, „Burnouts" zogen oder lautstark beschleunigten. Meist reichte eine Verwarnung der Polizei Paderborn, um Ruhe einkehren zu lassen. Doch bei einer Feier in Sennelager war das nicht der Fall.

StadtPaderborn
BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Fläche179,4 Quadratkilometer
Bevölkerung148.126 (2016)

Am 27. August wurde bekannt, dass ein Oberstufenschüler aus dem Hochstift an Covid-19 erkrankt ist: Der positive Coronavirus-Fall wurde an der Salzkottener Gesamtschule gemeldet und 50 Schüler sowie vier Lehrer mussten sich in Quarantäne begeben, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. 

Paderborn: Illegale Corona-Party in Eisdiele

Laut der Polizei Paderborn, die momentan mit einem Rassismus-Vorwurf in den eigenen Reihen zu kämpfen hat, war es den meisten Ruhestörern bewusst, dass sie andere Bewohner durch ihr Verhalten belästigten, dies war ihnen jedoch egal. Ein weiteres großes Problem: Bei den meisten Zusammenkünften wurden die Corona-Regeln mit steigendem Alkoholkonsum nicht mehr beachtet. Masken oder Mindestabstände seien vergeblich gesucht worden. Die Polizei drückt es so aus: „Coronabstand? Hygieneregeln? Rücksichtnahme? Verständnis für die Menschen, die am nächsten Morgen früh arbeiten müssen oder einfach schlafen wollen? Interessierte hier keinen.“

Dies galt offenbar auch für Inhaber einer Eisdiele an der Bielefelder Straße in Paderborn-Sennelager. Hier drang laute Musik aus dem Lokal, während Personen auf der Straße tanzten. Dies ging so weit, dass auch die Gäste einer angrenzenden Pizzeria an der Party teilnahmen. Auf die einschlägigen Corona-Hygienemaßnahmen wurde nicht geachtet. Die Polizei verwarnte die Gäste und Gastgeber und drohte weitere Maßnahmen an.

Bei Bauarbeiten wurde in Paderborn kürzlich eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Die Stadt nahm kurz darauf Stellung zum weiteren Vorgehen mit dem Blindgänger. Ein weiterer Sprengsatz wurde nun in einer Schule in Büren (Kreis Paderborn) entdeckt. Das gesamte Gebäude musste evakuiert werden.

Feier in Paderborn eskaliert: Anwohnerin bespuckt

Die angedrohten Maßnahmen wurden später tatsächlich umgesetzt, da die Polizei gegen 0.11 Uhr noch einmal zur besagten Eisdiele in Paderborn ausrücken musste. Mittlerweile war es durch zu viel Alkohol zu Rangeleien zwischen den Gästen gekommen. Daraufhin versuchte eine Anwohnerin, die Gruppe zur Ruhe zu bewegen. Als Reaktion darauf wurde sie beleidigt und bespuckt.

In Paderborn sorgte eine Straßenparty für Unruhe (Symbolbild).

Anschließend ging die Frau heim, wurde jedoch von einem der Partygäste verfolgt. Dieser versuchte dann, in die Wohnung der Frau zu gelangen, woraufhin diese die Polizei zur Hilfe rief. Gegen den 29-jährigen Mann aus Paderborn wurden Strafanzeigen wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung gestellt.

Polizei wütend über Verhalten der Bürger im Kreis Paderborn

Die Polizei Paderborn zeigt sich entsetzt über das Verhalten mancher Bürger und richtet eine dringende Mahnung an alle Feiernden: „Wir als Polizei haben Verständnis, wenn Sie das schöne Sommerwetter genießen und wieder mit anderen zusammen feiern wollen. Unser Verständnis endet jedoch da, wo aggressives und rücksichtsloses Verhalten im Vordergrund steht und Ordnungswidrigkeiten oder sogar Straftaten begangen werden.“

Erst kürzlich ereignete sich ein Vorfall, der ebenfalls auf wenig Verständnis seitens der Ermittler getroffen sein dürfte: In Paderborn fuhr ein Pkw einen 13-jährigen Jungen an, der dabei schwer verletzt wurde. Anschließend fuhr der Wagen einfach davon und ließ den Jungen auf der Straße liegen.

Sturmtief „Kirsten" macht auch vor der Region Paderborn nicht halt. Der DWD warnt die Bewohner vor starken Sturmböen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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