Verhandlungen mit IG Metall

Hunderte Stellen in Gefahr: Gibt es noch Hoffnung für Benteler-Arbeiter?

600 Stellen sollen bei Benteler gestrichen werden.
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600 Stellen sollen bei Benteler gestrichen werden.

Bis zu 600 Stellen sollten bei der Benteler-Gruppe abgebaut werden. Grund dafür war die rückläufige Nachfrage in der Stahlrohrsparte. Die Gewerkschaft IG Metall will dies nun verhindern.

  • Benteler mit Hauptsitz in Paderborn will Hunderte Stellen streichen
  • Gewerkschaft IG Metall will dies verhindern
  • Sie kritisieren das Vorgehen des Konzerns

Paderborn – Die Meldung traf die Mitarbeiter bei Benteler in der vergangenen Woche wie ein Schlag: 600 der insgesamt 3200 Stellen sollten abgebaut werden. Der Automobilzulieferer hatte in der Vergangenheit mit geringerer Nachfrage in der Stahlrohrsparte zu kämpfen.

Sind Kündigungen bei Benteler in Paderborn ausgeschlossen?

In einer Betriebsversammlung am heutigen Montag (25. November) bestätigte die Konzernspitze den geplanten Stellenabbau. Die Gewerkschaft IG Metall sucht nun den Dialog mit Benteler. Gewerkschaftsboss Carmelo Zanghi kündigte gegenüber dem Westfalen-Blatt an, dass auf Basis eines Vertrags von 2017 mit Standort- und Beschäftigungsgarantien betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2021 ausgeschlossen seien.

Nachdem der Konzern Investitionen in Höhe von 200 Millionen Euro zugesagt hatte, wurden im Gegenzug Lohnkürzungen der Mitarbeiter angekündigt. Ab 2022 solle jedoch wieder der Tarifvertrag in Kraft treten. "Unser Ziel ist es, zukunftsfähige Arbeitsplätze zu sichern, insbesondere in Paderborn", kündigte Zanghi an. Auch beim Hersteller Miele aus Gütersloh sollen zukünftig 1.070 Stellen wegfallen, kündigte das Unternehmen kürzlich an. Ein weiterer Stellenabbau sei aber nicht geplant, machte der Firmen-Chef deutlich. 

Paderborn: IG Metall kritisiert Benteler

Der Finanzvorstand der Stahlrohr-Sparte, Tobias Braun, hatte im Zuge des geplanten Stellenabbaus angekündigt, diesen im Rahmen von Abfindungsprogrammen, Altersteilzeit und flexible Arbeitszeiten realisieren zu wollen. IG Metall hatte Benteler, den Namensgeber des Stadions des SC Paderborn, nach der Ankündigung vorgeworfen, kopflos zu handeln. 

Wenige Tage vor der Ankündigung sei das Thema Stellenkürzungen im Rahmen des Treffen der Steuerungsgruppe nicht angesprochen worden. "So schnell kann sich die Marktlage nicht ändern, dass dies noch nicht absehbar gewesen ist", so Zanghi.

Unter dem Namen "Operation Bute" fanden im vergangenen Jahr Grabungen und gerichtsmedizinische Untersuchungen an der Alme neben der Benteler-Arena in Paderborn statt. Bei der Maßnahme handelte es sich um polizeiliche Untersuchungen im Fall Katrice Lee. Das Mädchen gilt seit Jahren als verschollen. 

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