Befreiung von der Maskenpflicht

Falsche Corona-Atteste – Ermittlungen gegen 16 Ärzte

In Paderborn tauchten bei Corona-Demos gefälschte Atteste auf. Die Dokumente befreiten die Inhaber von der Maskenpflicht. Jetzt wurden die Ermittlungen ausgeweitet

Update: 5. März. Die Ermittlungen wegen falscher Corona-Atteste in OWL weiten sich aus. Inzwischen laufen die Untersuchungen nicht mehr nur gegen sechs, sondern gleich gegen 16 Ärzte aus Paderborn und dem Umland. Wie Radio Hochstift berichtet, laufen derzeit 20 Verfahren bei der Staatsanwaltschaft.

Sollten die beschuldigten Ärzte aus Paderborn tatsächlich gefälschte Corona-Atteste ausgegeben haben, hätte dies Konsequenzen. Dabei handelt es sich um eine Straftat. Abschließend konnte jedoch noch nicht geklärt werden, ob es sich tatsächlich um wissentliche Fälschungen handelt.

Die falschen Corona-Atteste waren vor einigen Monaten vermehrt auf Anti-Corona-Demos in und um Paderborn aufgetaucht. Einer der Ärzte hatte daraufhin in den sozialen Medien darum gebeten, die von ihm ausgestellten Dokumente nicht mehr zu benutzen. Das Attest befreit den Besitzer von der Maskenpflicht.

Falsche Corona-Atteste – Weitere Ärzte unter Verdacht

Update: 28. Januar, 7.18 Uhr. Wegen falscher Corona-Atteste ermittelt die Staatsanwaltschaft bereits seit einigen Wochen. Nun sollen weitere Fälle bekannt geworden sein. Nach Informationen des Hörfunksenders Radio Hochstift werde derzeit gegen sechs Ärzte ermittelt, fünf von ihnen stammen aus Paderborn. Ihnen wird vorgeworfen Masken-Befreiungsschreiben, die vor allem auf den Corona-Demos in Paderborn auftauchten, erstellt zu haben.

Wie bereits berichtet, ermittelte die Staatsanwaltschaft Paderborn in der gleichen Thematik schon einmal in drei Fällen. Die Behörden stellten jedoch eines der Verfahren ein. Zwei weitere Fälle wurden an die Staatsanwaltschaft Göttingen abgegeben. Wir berichten weiter.

Stadt:Paderborn
Einwohner:151.633 (31. Dezember)
BundeslandNRW

Paderborn: Falsche Corona-Atteste? Ermittlungen gegen mehrere Ärzte

Erstmeldung: 8. Januar. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln im Kreisgebiet seit einigen Wochen gegen mehrere Ärzte. Im Rahmen mehrerer Demonstrationen gegen die geltenden Coronavirus-Regeln in Paderborn wurden mehrere falsche Corona-Atteste sichergestellt. Die gefälschten Bescheinigungen waren den Beamten bei Routinekontrollen in die Hände gefallen.

Coronavirus in Paderborn: Falsche Atteste befreiten Inhaber von der Maskenpflicht

Die Atteste, die von mehreren Ärzten im Kreis Paderborn ausgestellt worden sein sollen, weisen die Besitzer als von der Maskenpflicht befreit aus. Doch an den Weihnachtsfeiertagen tauchte in den sozialen Netzwerken ein Beitrag auf, der die Echtheit der Dokumente infrage stellte. Einer der Ärzte aus Paderborn, der ein solches Attest erstellt haben soll, forderte in dem Schreiben dazu auf, seine ärztliche Bescheinigung fortan nicht mehr zu verwenden.

Womöglich wollte der Arzt so einer drohenden Strafe entgehen. Es ist jedoch nicht eindeutig geklärt, ob der Tweet wirklich echt ist, denn der Verfasser blieb anonym. In Paderborn gab es im November eine Corona-Demo der sogenannten „Querdenker“-Bewegung. Auch dort könnten die falschen Corona-Atteste im Umlauf gewesen sein.

Paderborn: Falsche Corona-Atteste ausgestellt – Ermittlungen gegen Ärzte

Wegen des Verdachts auf falsch ausgestellte Corona-Atteste gehen die Ermittlungen gegen die beschuldigten Ärzte weiter. Die Staatsanwaltschaft Paderborn hat sich zuletzt mit mindestens drei Fällen beschäftigt, berichtet Radio Hochstift am Freitag (8. Januar). Demnach wurden zwei dieser Verfahren an die zuständige Staatsanwaltschaft Göttingen überreicht.

Die beiden eingeleiteten Strafverfahren richten sich gegen eine Ärztin. Bei dem dritten Fall wurde eine Ärztin aus dem Kreis Paderborn beschuldigt, falsche Corona-Atteste an ihre Patienten herausgegeben zu haben. Die Ermittlungen gegen die Frau wurden aber offenbar eingestellt, weil ein Fehler im Hinblick auf die Form und Frist des Dokuments nicht ausgeschlossen werden konnte. Die Paderborner Kreispolizeibehörde schließt weitere Vergehen nicht aus. Die Untersuchungen dauern weiter an.

Rubriklistenbild: © dpa / Bodo Marks

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