Pandemie

Kritische Marke erreicht: Kreis Paderborn (NRW) nun offiziell Corona-Risikogebiet

Die Sieben-Tages-Inzidenz im Kreis Paderborn (NRW) ist erneut gestiegen. Deshalb wurde die Region nun zum Risikogebiet erklärt. Aber was bedeutet das?

Paderborn – Das Landeszentrum für Gesundheit (LZG), das für die offizielle Einstufung der Gefährdung zuständig ist, meldete am Dienstag (27. Oktober), dass nun auch der Kreis Paderborn zu den vielen Corona-Risikogebieten in Nordrhein-Westfalen (NRW) zählt. Eine Sieben-Tages-Inzidenz von 50,7 führte dazu, dass der Kreis die Gefährdungsstufe II erreicht hat.

StadtPaderborn
Einwohnerüber 150.000
BundeslandNRW

Kreis Paderborn (NRW): Coronavirus-Ausbruch in Altenheim lässt Infektionszahlen stark steigen

Die Nachricht am Dienstag kam wenig überraschend. Bereits am Montag (26. Oktober) waren die Coronavirus-Infektionszahlen im Kreis Paderborn stark angestiegen. Im Altenheim Jordanquelle in Bad Lippspringe (NRW) hatten sich mehrere Bewohner und Mitarbeiter mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert und das hatte dazu geführt, dass der Inzidenzwert immer weiter anstieg. Nun sei die kritische Marke überschritten, berichtete Radio Hochstift.

Damit ist das Kreisgebiet von Paderborn als letztes in Ostwestfalen-Lippe* (OWL) ebenfalls zum Risikogebiet erklärt worden. Bereits zum Wochenbeginn hatten die Verantwortlichen via Twitter angekündigt, dass man eine Allgemeinverfügung vorbereite. Genauere Details zu den verschärften Regeln, die nun in Kraft treten sollen, gibt es noch nicht. Es ist jedoch mit Kontaktbeschränkungen und einer erweiterten Maskenpflicht zu rechnen.

Coronavirus: Kreis Paderborn in NRW jetzt Riskogebiet – muss der Weihnachtsmarkt ausfallen?

Vor dem Coronavirus*-Ausbruch im Altenheim in Bad Lippspringe herrschte im Kreis Paderborn bereits Corona-Alarm. Zwar lag der Inzidenzwert vor einer Woche noch bei etwa 24,7 und somit nicht im Gefährdungsbereich. Trotzdem war ein deutlicher Anstieg bei den Covid-19-Patienten erkennbar.

Die steigenden Infektionszahlen hielt die Stadt aber nicht davon ab, die Planungen für den Weihnachtsmarkt in Paderborn (NRW) unter Corona-Bedingungen fortzusetzen. Die Organisatoren halten bisher an der Durchführung des Events fest. Der Markt soll jedoch deutlich kleiner ausfallen als gewohnt. Am 20. November soll es losgehen.

Kreis Paderborn ist Corona-Risikogebiet: Wann gelten welche Regeln in NRW?

Im Hinblick auf das Coronavirus bezeichnete der NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die jüngsten Entwicklungen als „besorgniserregend“. Daher traten bereits vor einigen Tagen neue Regeln in Kraft. Die Maßnahmen unterteilen sich in zwei Stufen. Die Gefährdungsstufe I ist in einer Stadt wie Paderborn erreicht, sobald der 7-Tages-Inzidenzwert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über 35 liegt. Folgende Regeln treten dann in Kraft:

  • Veranstaltungen und Versammlungen sowie Kongresse mit mehr als 1000 Personen sind unzulässig.
  • An Festen aus herausragendem Anlass außerhalb einer Wohnung dürfen höchstens 25 Personen teilnehmen (gilt seit Montag, 19. Oktober).
  • Die Maskenpflicht gilt auch am Sitz- oder Stehplatz bei Konzerten, Aufführungen, sonstigen Veranstaltungen und Versammlungen in geschlossenen Räumen sowie für Zuschauer bei Sportveranstaltungen.
  • Die Maskenpflicht gilt auch in regelmäßig stark frequentierten Außenbereichen wie Fußgängerzonen, in denen der Mindestabstand kaum einzuhalten ist. Wo genau das vor Ort ist, legen die Kommunen ausdrücklich fest.
  • Die Kommunen können in Abstimmung mit dem Landeszentrum Gesundheit, dem Gesundheitsministerium und der Bezirksregierung weitere Schutzmaßnahmen wie eine Sperrstunde für gastronomische Einrichtungen anordnen.

Sollte der Inzidenzwert 50 in Stadt und/oder Kreis Paderborn überschritten werden, greift Gefährdungsstufe II. Es treten dann noch schärfere Regeln in Kraft. An folgende Maßnahmen haben sich die Bewohner dann zu halten:

  • Bei Veranstaltungen sind innen und außen maximal 100 Personen zulässig; es sei denn, die zuständige Behörde lässt Ausnahmen auf Basis eines besonderen Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes zu.
  • Der Betrieb gastronomischer Einrichtungen und der Verkauf alkoholischer Getränke sind von 23 Uhr bis 6 Uhr unzulässig (Sperrstunde*).
  • An Festen aus herausragendem Anlass außerhalb einer Wohnung dürfen höchstens zehn Personen teilnehmen (gilt ab Montag, 19. Oktober).
  • In der Öffentlichkeit dürfen sich außerhalb von Familien und Personen zweier Hausstände nur noch Gruppen von höchstens fünf Personen treffen.

Am morgigen Mittwoch (28. Oktober) berät die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministern der 16 Bundesländer über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie in Deutschland. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen könnten weitere, schärfere Maßnahmen kommen. (*Owl24.de und msl24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © picture alliance/Andreas Arnold/dpa

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