Die Zahl der Fälle steigt

Darminfektionen – Versauen uns diese Bakterien das WM-Grillen?

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Auf rohem Fleisch fühlt sich der Erreger besonders wohl.

In Deutschland grassiert ein Erreger, der schwere Durchfallerkrankungen hervorruft. Besonders zur Grillsaison während der WM könnte er sich ausbreiten.

Paderborn – Mit Freunden grillen und ein Bierchen trinken. Für viele der Inbegriff des Sommers. Gerade jetzt zur anstehenden Weltmeisterschaft grillen wir Deutschen wie die Weltmeister. 

Doch in Deutschland sind fiese Bakterien auf dem Vormarsch. Besonders im Kreis Paderborn geht ein Darmerreger um, der die Jubelstimmung ordentlich dämpfen könnte: Campylobacter. Laut dem Robert Koch-Institut sind Kinder unter fünf Jahren und junge Erwachsene zwischen 20 und 29 Jahren in Deutschland besonders häufig betroffen.

Doch was ist das genau und wie schütze ich mich?

Das Bakterium kann zu Magenschmerzen und im schlimmsten Falle zu blutigen Durchfallerkrankungen führen. Also Symptome, die man besonders während der WM nicht gebrauchen kann. Eine Infektion ist meldepflichtig. Meist klingen die Beschwerden nach einer Woche wieder ab.

Bis Anfang Juni wurden allein in diesem Jahr bereits 101 Fälle der Darminfektion im Kreis Paderborn gemeldet. Man geht jedoch davon aus, dass bei weitem nicht jeder Betroffene der Meldepflicht nachkommt. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 sind insgesamt 307 Fälle vermerkt worden. Doch mit ein paar einfachen Regeln können Sie sich vor dem fiesen Erreger schützen.

Die größte Infektionsgefahr liegt im Verzehr von belasteten Lebensmitteln. Besonders gefährdet sind neben Fleisch auch Tiramisu oder Sahnetorten. Doch Vorsicht: Auch eine sog. Schmierinfektion ist möglich.

Zwar vermehren sich die Bakterien nicht auf den Nahrungsmitteln, wie es zum Beispiel bei Salmonellen der Fall ist, jedoch reicht oft eine geringe Menge aus.

Was kann man tun?

Uwe Litwiakow, Leiter des Kreisgesundheitsamtes Paderborn.

Uwe Litwiakow, Leiter des Kreisgesundheitsamtes empfiehlt:

Das Fleisch, besonders Geflügel und Schwein, immer ausreichend durchgaren

- Die Kühlkette nie unterbrechen, die Lebensmittel in Kühltaschen nach Hause transportieren

- Empfindliche Lebensmittel nie in die Sonne stellen

- Aufgetautes Fleisch nicht im eigenen Auftauwasser liegen lassen

- Vor, während und nach der Zubereitung die Hände waschen

- Messer, Schneidebrett und Co. immer gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen

- Lappen und Küchentücher bei mindestens 60 Grad waschen

Wenn man sich an diese Regeln hält, kann man das WM-Grillen guten Gewissens genießen.

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