Modebranche leidet unter Coronakrise

H&M will Hunderte Filialen schließen – Auch Geschäfte in OWL betroffen?

Für alle Liebhaber und Beschäftigten der schwedischen Modekette H&M gibt es schlechte Nachrichten. 250 Filialen sollen weltweit schließen. Ist das Geschäft in Paderborn betroffen?

Stockholm/Paderborn – Das Textilhandels­unternehmen H&M (Kurzform für Hennes & Mauritz) aus Stockholm hat am heutigen Donnerstag (1. Oktober) bekannt gegeben, dass das Filialnetz der Modekette schrumpfen wird. Etwa 250 Geschäfte sollen 2021 geschlossen werden, obwohl der Konzern trotz der Coronakrise zuletzt wieder besser dastand. Zu Beginn der Pandemie war die Filiale in Paderborn (NRW) noch länger geschlossen, als andere Modeboutiquen.

Textilhandels­unternehmen H&M (Hennes & Mauritz)
GründerErling Persson
Gründung4. Oktober 1947 in Västerås (Schweden)
Umsatz25,19 Milliarden USD in 2016
ZentraleStockholm

H&M in Paderborn (NRW) während der Coronakrise wochenlang geschlossen

Die Modebranche hat aufgrund der Coronakrise mit Einbußen zu kämpfen. Wochenlang mussten die Geschäfte ihre Türen geschlossen halten und konnten keine Kunden empfangen. Auch nachdem die Händler unter strengen Hygieneauflagen wieder öffnen durften, blieb die H&M-Filiale im nordrhein-westfälischen Paderborn zunächst weiterhin dicht.

Die Gewerkschaft Verdi teilte mit, dass es eine Auseinandersetzung zwischen dem Paderborner Betriebsrat und der Unternehmensleitung gegeben hat. Für die Dauer der Kurzarbeit musste eine Betriebsvereinbarung erarbeitet werden. Darin wurden die Bezahlung und der Kündigungsschutz der H&M-Mitarbeiter festgehalten. Nun droht den Beschäftigten möglicherweise die Kündigung, sollte das Geschäft in Paderborn schließen müssen.

H&M will 250 Filialen schließen: Sidn auch Geschäfte in Paderborn (NRW) und anderen OWL-Städten betroffen?

Welche H&M-Standpunkte von den Schließungen betroffen sein werden, ist bisher noch nicht bekannt. Gut möglich also, dass die Standpunkte in Ostwestfalen-Lippe* (OWL), wie beispielsweise in Bielefeld, Bad Oeynhausen oder Herford gar nicht betroffen sind. Das schwedische Textilhandels­unternehmen hatte bisher lediglich verkündet, dass weltweit rund 250 Geschäfte schließen sollen. Ob auch die Filiale in der Domstadt Paderborn (NRW) betroffen ist, ist unklar. Trotz der anhaltenden Coronakrise hatte der Modegigant aus Schweden im Sommerquartal wieder schwarze Zahlen geschrieben.

"Obwohl die Herausforderungen an uns noch bei Weitem nicht vorbei sind, dürfte das Schlimmste hinter uns liegen", äußerte sich Konzernchefin Helena Helmersson in einer Mitteilung. Für den September meldete H&M nunmehr einen Rückgang der Erlöse um noch fünf Prozent. Nach eigenen Angaben sei besonders das Online-Geschäft des Unternehmens gewachsen. Weltweit sind aber immer noch 166 von etwa 5.000 H&M-Filialen wegen des Coronavirus* geschlossen.

Gegen Datenschutz vestoßen: H&M muss Bußgeld in Millionenhöhe zahlen

Neben der Coronakrise muss die Modekette einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Gegen das Unternehmen Hennes & Mauritz (H&M) wurde ein Bußgeld in Höhe von 35,3 Millionen Euro verhängt. „Mit der Überwachung von Hunderten Mitarbeitern des Servicecenters in Nürnberg habe der Konzern gegen den Datenschutz verstoßen“, begründete der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz, Johannes Caspar, am Donnerstag den Erlass.

Da das Unternehmen H&M mit dieser Aktion die Privatsphäre seiner Angestellten massiv verletzt habe, fiel das Bußgeld besonders hoch aus. Der Fall liegt in der Zuständigkeit des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz, weil das Unternehmen seine Deutschlandzentrale in der Hansestadt hat. Der Fall war bereits im vergangenen Jahr bekannt geworden. Die Konzernleitung bemühe sich nun aber, das Vertrauen zu den Beschäftigten wiederherzustellen und ihnen eine Entschädigung zu zahlen, hieß es heute in einer Pressemitteilung. (*Msl24.de und owl24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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