Wegen des milden Winters

Zeckenplage 2019? Experten warnen: Tiere das ganze Jahr aktiv

+
Wegen der milden Winter sollte man das ganze Jahr über auf Zecken achten.

Hundebesitzer und Spaziergänger haben es längst bemerkt: 2019 gibt es besonders viele Zecken. Auch in OWL und dem Münsterland machen sich die Krabbler breit. So können Sie sich schützen.

Nordrhein-Westfalen – Müssen wir 2019 mit einer Zeckenplage rechnen? In diesem Jahr trifft man die Tiere über einen langen Zeitraum und in großer Zahl an. Als Grund wird der milde Winter 2018/2019 vermutet. Vor allem Hundehalter müssen auf ihre Vierbeiner aufpassen und sie regelmäßig nach Waldbesuchen untersuchen. Doch auch Menschen sollten vorbereitet sein.

Auf dem Vormarsch ist übrigens auch eine giftige Raupe. Der Eichen-Prozessionsspinner wurde in Bielefeld entdeckt. Die Tiere können für Mensch und Tier gefährlich werden.

Bei uns kann der Biss einer Zecke unter anderem zu einer Borreliose führen oder im schlimmsten Fall FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen. Jährlich erkranken rund 60.000 bis 70.000 Menschen in Deutschland an der Lyme-Borreliose. Damit ist sie eine der häufigsten von Tieren auf Menschen übertragenen Krankheiten in Mitteleuropa. Tendenz steigend: Seit 2000 nehmen die Infektionen stetig zu. 

Viel seltener, jedoch auch viel gefährlicher, ist die Übertragung von FSME durch Zecken. Diese Hirnhautentzündung kann tödlich sein oder schwere Hirnschäden verursachen. Jedes Jahr erkranken rund 550 Menschen.

Kleines Tier, große Wirkung: Zecken können Krankheiten übertragen.

Zecken in NRW: Kommen das ganze Jahr vor

Die steigende Zahl der Infektionen hängt laut Stefan Befeld, Revierförster von Wald und Holz NRW, von zwei Faktoren ab: Zum einen gehen die Menschen viel öfter in den Wald, was auch mit Trendsportarten wie Mountainbiking oder Geocaching zusammenhängt. Zum anderen hat sich die Zeckenzeit mittlerweile auf das ganze Jahr ausgedehnt. War die Hochsaison früher noch von Mai bis Juli, muss man nun das ganze Jahr über mit Zecken rechnen. Schuld ist der Klimawandel und die damit verbundenen milden Winter.

In diesem Jahr scheinen wir uns mit besonders vielen Zecken herumschlagen zu müssen. Ein Förster gab dem WDR gegenüber an, dass sich innerhalb von fünf Minuten bereits 25 Zecken auf seinem Hosenbein befanden. Michael Blaschke vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW wollte uns gegenüber noch nicht von einer Plage sprechen, räumt aber ein, dass es in diesem Jahr auffällig viele Tiere zu geben scheint. 

Zecken in NRW: Wie kann ich mich schützen?

Die Zecke ist in ganz NRW auf dem Vormarsch. Besonders im Kreis Borken und Steinfurt, sowie in der Stadt Münster gilt ein erhöhtes Zeckenrisiko. Vor FSME müssen wir uns jedoch kaum fürchten: Lediglich im Hochsauerlandkreis wurde 2007 ein Fall der Krankheit bekannt. 

Wer sich dennoch schützen möchte, kann sich gegen die Hirnhautentzündung impfen lassen. Ein paar einfache Tricks helfen jedoch oft, bereits das Risiko eines Bisses oder einer Infektion zu minimieren:

  • Auf den Wegen bleiben: Zecken halten sich besonders oft in hohen Gräsern, wie an Bachläufen, Waldrändern oder Feldern auf (Nicht in Bäumen!)
  • Lange Kleidung an Armen und Beinen
  • Hose in die Socken
  • Helle Kleidung, damit man die Zecke nach dem Ausflug besser findet
  • Immer eine Pinzette oder Zeckenzange dabei haben
  • Nach dem Ausflug den Körper auf Zecken untersuchen (Besonders anfällig: Achseln, Kniekehlen, Schritt, Kopfhaut)
  • Eine schnelle Entfernung der Zecke minimiert das Infektionsrisiko
  • Zeckenspray als zusätzlicher Schutz
2019 könnte uns eine Zeckenplage drohen.

Revierförster Stefan Befeld warnt: Einen Zeckenstich bemerkt man in den meisten Fällen nicht sofort, da ihr Speichel, ähnlich wie bei Mücken, betäubend wirkt. Deshalb ist es wichtig, den Körper möglichst schnell abzusuchen. Befindet sich die Zecke über mehrere Stunden in der Haut, erhöht sich das Infektionsrisiko für Borreliose um 50 Prozent. Dies gilt nicht für die Infektion mit FSME, die man sich unmittelbar nach dem Stich zuzieht. 

Auch eine neue Zeckenart, die Hyalomma Zecke, wurde bereits in NRW gesichtet. Auch sie kann Krankheiten übertragen. Doch es lauert noch eine weitere Gefahr: Die Nester dieses Insekts können tödlich für Hunde sein.

Quelle: msl24

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare