Minden

Nach 40 Jahren Ehe: 73-Jähriger ersticht Ehefrau – Urteil gefallen

Ein 73-Jähriger aus Minden wurde vom Landgericht Bielefeld verurteilt
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Ein 73-Jähriger aus Minden wurde vom Landgericht Bielefeld verurteilt. (Symbolbild)

Im Mai dieses Jahres erstach ein 73-Jähriger in Minden seine Ehefrau. In Bielefeld wurde nun das Urteil gegen den Mann gesprochen.

Minden/Bielefeld – Wegen Totschlags wurde gegen einen 73-Jährigen am Landgericht Bielefeld verhandelt. Dem Mann aus Ostwestfalen* wurde vorgeworfen, am 24. Mai dieses Jahres seine Ehefrau erstochen zu haben. Bei der Verhandlung kamen auch die Umstände, die zu der Tat führten, ans Tageslicht.

Wie das Mindener Tageblatt berichtet, war das ursprünglich aus Süddeutschland stammende Ehepaar seit 40 Jahren verheiratet und zog 2004 nach Minden. Mit der Zeit habe sich der Gesundheitszustand des Angeklagten Harald S. immer verschlechtert – so habe er bereits seit den 90er Jahren an einer bipolaren Störung gelitten, die sich in den vergangenen Jahren zunehmend verschlimmert habe. Wie die Anwesenden vor dem Landgericht Bielefeld erfuhren, habe der 73-Jährige seine Medikamente nur sehr unzuverlässig genommen, da er seine Erkrankung geleugnet hatte.

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Minden: 73-Jähriger ersticht Ehefrau im Schlafzimmer

Das Auslassen der Medikamente habe dazu geführt, berichtet das Blatt weiter, dass es zwischen dem Ehepaar immer häufiger zu Streitigkeiten gekommen war. Im April dieses Jahres soll sich der psychische Zustand des Angeklagten rapide verschlechtert haben. Dies habe die 75-jährige Frau auch kurz vor ihrem Tod ihrem Arzt anvertraut. Am 24. Mai kam es dann zur tragischen Tat in Minden.

Nach einem erneuten Streit des Ehepaares habe Harald S. plötzlich angefangen, seine Frau zu würgen, bis diese das Bewusstsein verlor. Daraufhin soll er sich ein Messer geschnappt und zweimal auf die 75-Jährige eingestochen haben. Die Frau verblutete im Ehebett. Am nächsten Morgen soll der Angeklagte die Polizei in Minden alarmiert haben, nachdem er seine tote Frau im Schlafzimmer entdeckt hatte.

Landgericht Bielefeld verurteilt Mindener zu langer Haft

„Guten Morgen. Ich sitze hier seit 13:50 Uhr neben meiner Frau. Die habe ich umgebracht. Ich weiß auch nicht, wie das passiert ist. Ich habe sie erstochen. Mensch Meier, was habe ich gemacht?“, zitiert das Mindener Tageblatt den damals getätigten Notruf des 73-Jährigen aus Minden. Nun wurde der Mann von der 10. Großen Strafkammer des Landgerichts in Bielefeld verurteilt. Für sieben Jahre muss Harald S. wegen Totschlags in Haft.

Ein Tötungsdelikt hat es kürzlich auch im Kreis Lippe gegeben. In Blomberg fanden Zeugen eine männliche Leiche, deren Identität noch immer ungeklärt ist. Die Polizei hat nun schockierende Fotos des Toten veröffentlicht, die helfen sollen, den Mann zu identifizieren. Zudem läuft am Landgericht Bielefeld derzeit der Prozess gegen einen ehemaligen Altenpfleger. Der Mann steht im Verdacht, eine schwerkranke Bewohnerin vergewaltigt zu haben. (*msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

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