Polizeieinsatz in Bad Oeynhausen 

Großrazzia! Misshandlung in Behindertenwohnheim? 

+
Bei einer Razzia in Bad Oeynhausen wurden die Räumlichkeiten einer Behinderteneinrichtung durchsucht (Symbolbild).

Im Wittekindshof in Bad Oeynhausen gab es eine Razzia. Die Polizei ermittelt gegen einen Mann (55). Er soll Menschen misshandelt und eingesperrt haben.

  • Großrazzia in Bad Oeynhausen 
  • Verdacht auf Misshandlung und Freiheitsberaubung in Behindertenwohnheim
  • schwere Vorwürfe gegen 55-jährigen Leiter 

Update: 2. Oktober, 12.14 Uhr. Nach der Rezzia in Bad Oeynhausen wurde nun bekannt, dass "Die Diakonische Stiftung Wittekindshof" die polizeilichen Untersuchen in vollem Umfang unterstützen werde. Weitere Details wurden nicht genannt. Man stehe mit den Behörden in Kontakt. 

Razzia in Bad Oeynhausen wegen Vorwurfs der Freiheitsberaubung

Erstmeldung: 2. Oktober, 8.10 Uhr. Wegen des Verdachts auf Misshandlung und Freiheitsberaubung gab es am Dienstag (1. Oktober) eine Razzia im Wittekindshof in Bad Oeynhausen. Gegen den Leiter des Geschäftsbereichs 4 werden schwere Vorwürfe erhoben. Die Betreuerin eines Bewohners der Einrichtung hatte bereits 2018 Anzeige gegen ihn erstattet. 

Als Zwangsmaßnahme soll der Beschuldigte Patienten in Räume eingesperrt und fixiert haben, ohne dass ein richterlicher Beschluss hierfür vorlag. Gegen ihn wird deshalb vor allem wegen des Vorwurfs der Freiheitsberaubung ermittelt. Noch handelt es sich um einen Anfangsverdacht. Bei der Razzia in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen durchsuchten etwa 70 Einsatzkräfte die Räumlichkeiten im Wittekindshof. Im Fokus stand der Bereich der "Heilpädagogischen Intensivbetreuung". Die Durchsuchungsaktion dauerte mehrere Stunden. Die Ermittler sammelten umfangreiches Beweismaterial. Aktenordner und andere Daten wurden beschlagnahmt. Diese müssen nun ausgewertet werden. 

Nach Razzia in Bad Oeynhausen: Staatsanwaltschaft rechnet mit langem Verfahren

Die Ermittler rechnet schon jetzt mit einem längeren Verfahren, da zahlreiche Beweise gesammelt wurden. Möglicherweise werden zahlreiche polizeiliche Vernehmungen folgen müssen. Wie viele Bewohner der Einrichtung in Bad Oeynhausen gequält, misshandelt und weggesperrt wurden, ist noch völlig unklar. 

Die Schwester eines ehemaligen 28-jährigen Wittekindshof-Bewohners in Bad Oeynhausen hatte damals Anzeige gegen den Leiter gestellt. Ihr geistig behinderter Bruder wurde offenbar ebenfalls Opfer von Misshandlung und Freiheitsberaubung. Er soll in einem kleinen Zimmer eingesperrt und mit Medikamenten zu gepummt worden sein. Doch bein einer richterlichen Überprüfung flog der Fall im November 2018 auf. Der Sohn lebt jetzt bei seinem Vater in Rheda-Wiedenbrück. Mit der Anzeige brachte die Schwester den Stein ins Rollen. Erst so konnte es zu dem Polizeieinsatz in Bad Oeynhausen kommen. Weitere Details folgen. Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare