Kindesmissbrauch

Missbrauch in Lügde und Bergisch Gladbach: Verbindungen zwischen den Fällen entdeckt

Zwischen den Missbrauchsfaellen aus Luegde und Bergisch Gladbach wurden moegliche Zusammenhaenge entdeckt (Symbolbild).
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Zwischen den Missbrauchsfällen aus Lügde und Bergisch Gladbach wurden mögliche Zusammenhänge entdeckt (Symbolbild).

Kölner Ermittler haben im Falle des riesigen Pädophilen-Netzwerks in Bergisch Gladbach auf Verbindungen zum Fall in Lügde entdeckt. 

  • Missbrauchsfälle in Lügde und Bergisch Gladbach könnten in Verbindung stehen
  • Zusammenhang wohl schon länger bekannt
  • Nun soll geprüft werden, ob es sich um Zufälle handelt

Update: 13.30 Uhr. Entgegen der Aussagen der Staatsanwaltschaften Detmold und Köln glaubt der SPD-Landtagsabgeordnete Sven Wolf nicht an Zufälle. In seiner Forderung, das Thema Lügde und Bergisch Gladbach im Landtag zu bearbeiten, sagte er, dass man in der Angelegenheit ab sofort nicht mehr über zwei Fälle spreche, sondern über einen. 

Staatsanwaltschaften sehen keinen Zusammenhang zwischen Lügde und Bergisch Gladbach

Update: 12.40 Uhr. Die Verbindungen zwischen Lüdge und Bergisch Gladbach sollen am Donnerstag (16. Januar) Thema im Landtag sein. Dies wurde von der SPD und den Grünen beantragt.  Während die Staatsanwaltschaft Detmold nicht von einer strafrechtlichen Verbindung der beiden Fälle ausgeht, berichtet der WDR, dass in Bergisch Gladbach Aufnahmen gesichtet wurden, die laut den sogenannten Geodaten der Bilder in Lügde entstanden sein könnten. 

Update: 11.00 Uhr. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Detmold, Ralf Vetter, gab nun folgende Stellungnahme heraus: "Zu diesem ganzen Komplex, der im Wesentlichen die jüngere Vergangenheit betrifft, haben sich aus den Ermittlungen für uns keine Erkenntnisse ergeben." Die Ermittlungen aus Bergisch Gladbach haben also noch keinen direkten Einfluss auf den Fall aus Lügde. Der Staatsanwaltschaft seien momentan keine Verbindungen zwischen den beiden pädophilen Netzwerken bekannt.

Erstmeldung. Lügde – Bei den Ermittlungen im Falle des Missbrauch-Netzwerks, welches in Bergisch Gladbach aufgedeckt wurde, sind Ermittler offenbar auf Querverbindungen zum skandalbehafteten Fall in Lügde gestoßen. Demnach sollen Beteiligte des jüngeren Falles aus Bergisch Gladbach in Verbindung zu dem Campingplatz in Lügde stehen. Ob diese Verbindungen Zufälle sind, muss nun herausgefunden werden.

Lügde und Bergisch Gladbach: Die Verbindungen der Fälle

Dass zwei Verbindungen zwischen den Städten in den Missbrauchsfällen bestehen, ist sicher. Noch nicht sicher ist jedoch, ob es sich bei diesen Verbindungen um Zufälle handelt. Das erste Bindeglied zwischen den Fällen bildet der Großvater eines der Verdächtigen in Bergisch Gladbach. Der 84-Jährige ist wegen Kindesmissbrauch vorbestraft. In den 80er und 90er Jahren hatte er einen Stellplatz auf dem Campingplatz in Lügde. Er bestreitet jedoch, die Täter dort kennengelernt zu haben.

Die zweite Verbindung besteht durch den Cousin eines Beschuldigten aus Bergisch Gladbach, der von 2005 bis 2009 ebenfalls einen Wohnwagen in Lügde nutzte. Anschließend soll er diesen dem Haupttäter aus Lügde, Andreas V., verkauft haben. Ob es sich bei dem Camper um den Tatort handelt, ist noch nicht bekannt. Anfang Oktober begannen die Ermittlungen in Bergisch Gladbach, nachdem die Festnahme eines Verdächtigen die Ermittler auf eine riesige Kinderporno-Chat-Gruppe aufmerksam gemacht hatte. 

Verbindung zwischen Lügde und Bergisch Gladbach bereits länger bekannt

Die Ermittlungskommission "Berg", die den Fall aus Bergisch Gladbach behandelt, soll bereits seit Längerem von diesen Verbindungen wissen, wie die dpa berichtet. Laut den Ermittlern könne es sich durchaus um Zufälle handeln, ein Zusammenhang der Taten könne jedoch nicht ausgeschlossen werden. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. 

Der Missbrauchsfall in Lügde im Kreis Lippe zog Anfang 2019 weite Kreise und bestimmte bundesweit die Schlagzeilen. Nicht nur die Ausmaße der sexuellen Missbräuche an Kindern schockierte, auch die vielen Ungereimtheiten und Versäumnisse in der Arbeit der Ermittler sorgten für Empörung. Eine Chronik der Ereignisse finden Sie bei owl24.de

Ein ähnlicher Fall in OWL beschäftigt die Behörden jetzt ebenfalls: Der Staatsanwaltschaft Paderborn liegt eine Missbrauchsanzeige gegen einen Pfarrer aus Willebadessen bei Höxter vor und die Gemeinde reagierte geschockt, als sie von den Vorwürfen erfuhr.

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