Einzelhandel in der Corona-Krise

„Handeln für den Handel“: Unternehmen aus OWL fordern Ende des Lockdowns

Alle warten auf die 35: Erst ab diesem Inzidenzwert soll es in Deutschland weitere Lockerungen geben. Dagegen wehren sich jetzt einige Unternehmen – mit Unterstützung aus Ostwestfalen.

OWL – Sie sind ganz besonders von der Corona-Krise betroffen: Seit Ende 2020 muss der Einzelhandel in Deutschland im Zuge des Lockdowns schließen. Auch die im vergangenen Gipfel von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Regeln sehen derzeit noch keine Öffnung der Geschäfte vor. Sehr zum Unmut der Unternehmer.

Das Modelabel „Riani“, ein Familienunternehmen aus dem schwäbischen Schorndorf, hat nun die Initiative „Handeln für den Handel“ ins Leben gerufen. Ihr Ziel: die Gleichstellung von Einzelhandel und Friseurbetrieben. „Wir unterstützen die Öffnung der Friseur-Geschäfte und das Handeln der Regierung zur Rettung von Existenzen. Das fordern wir aber zwingend sofort auch für den Einzelhandel, dort, wo Sicherheitsabstände und Hygienekonzepte eingehalten werden können“, erklärt Riani-Geschäftsführerin Mona Buckenmaier. Auch in Ostwestfalen* fand die Initiative anklang.

InitiativeHandeln für den Handel
ZielÖffnung des Einzelhandels
InitiatorenRiani

Gerry Weber aus Halle unterstützt „Handeln für den Handel“

Die Bundesregierung hatte beim zurückliegenden Corona-Gipfel* beschlossen, erst ab einer Inzidenz von 35 weitere Lockerungen vorzunehmen. Bis dahin müssen Geschäfte weiter geschlossen bleiben. Für die Initiative „Handeln für den Handel“ ist die Zeit für neue Maßnahmen jedoch gekommen. „Viele Existenzen in der Gastronomie und auch im Einzelhandel stehen mittlerweile kurz vor dem Aus. Onlinehandel und „Click & Collect“-Konzepte sind für viele nicht so einfach umzusetzen oder wiegen die Einbußen der letzten Monate nicht auf“, heißt es seitens der Initiatoren.

Der Initiative haben sich mittlerweile auch einige Unternehmen aus Ostwestfalen angeschlossen. Neben Bugatti in Herford, Seidensticker (Bielefeld) und unter anderem auch Klingenthal aus Paderborn, unterstützt auch das in Halle ansässige Gerry Weber gemeinsam mit mittlerweile über 100 anderen Unternehmen „Handeln für den Handel“.

Unternehmer wollen gegen Lockdown klagen

Alexander Gedat, CEO von Gerry Weber, fordert von der Regierung eine baldige Öffnung des Einzelhandels. „Studien haben ergeben, dass der Handel nicht Treiber dieser Pandemie ist“, unterstreicht der Unternehmer seine Forderung. Und auch Angelika Schindler-Obenhaus, COO bei Gerry Weber, ist sich sicher: „Bei Einhaltung der bestehenden strengen Hygienekonzepte und übrigens der auch sowieso deutlich verminderten Frequenz seit Ausbruch der Corona-Pandemie* sehen wir absolut kein erhöhtes Risiko im Vergleich zu den Friseur-Betrieben.“

Über 100 Unternehmen fordern die Öffnung des Einzelhandels.

Die Initiative „Handeln für den Handel“ will nun gegen den seit fast zwei Monaten anhaltenden Lockdown klagen. Ob dies Erfolg hat, wird sich zeigen. In NRW wird bereits über Lockerungen gesprochen*, sollte die Inzidenz von 35 landesweit erreicht werden. Doch so lange wollen die Einzelhändler nicht warten. (*msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch

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