Mehr Wohnungen als Bedarf

Wohnungsüberschuss in Höxter – Leerstand selbst verursacht 

+
Höxter hat mit Leerstand zu kämpfen (Symbolbild).

Leerstand in Höxter: Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) weist auf Probleme hin: Auf dem Land gibt es zu viel Wohnraum, in der Stadt zu wenig.

  • Zu viele Neubauten in Höxter
  • Großstädte weiter überlastet
  • Studie veröffentlicht

Höxter – Das Problem in den Großstädten ist allgemein bekannt: Köln, Stuttgart, München oder auch Münster. Der Bedarf an Wohnraum ist hoch, die Neubauten kommen zu langsam. Autoren einerStudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) haben die Anzahl der in den letzten drei Jahren gebauten Wohnungen mit dem errechneten Bedarf verglichen. 

So wurden in Köln gerade einmal 46 Prozent des Bedarfs an neuen Wohnungen gedeckt. In Stuttgart waren es 56 Prozent, in München 67 Prozent. Laut den Autoren der Studie, Ralph Henger und Michael Voigtländer, fehlen hier nicht nur Wohnungen, sondern die Bautätigkeit muss langfristig gesteigert werden.

Höxter als Gegenpol zu Großstädten

Während die oben genannten Städte mit zu wenig Wohnraum zu kämpfen haben, sieht sich Höxter in einer anderen Misere: Der Bedarf ist hier mit stolzen 283 Prozent gesättigt. Das heißt im Klartext: Leerstand. 

Grund sind zu viele Neubauten im Umland, die oft der Sanierung und dem Umbau alten Wohnraums vorgezogen werden. "Obwohl es auf dem Land viel Leerstand gibt, entstehen relativ viele Neubauten, die bevorzugt werden, obwohl Umbauten im Altbestand vielerorts sinnvoller sind", sagt Studienleiter Ralph Henger.

Die Neubaugebiete, die meist außerhalb von Klein- und Mittelstädten wie Höxter entstehen, sorgen dafür, dass immer mehr Einwohner aus den Ortskernen flüchten. Das Problem des Leerstands in den Zentren kleinerer Städte außerhalb der Ballungsorte ist bekannt. 

Durch die Neubaugebiete am Stadtrand wird dieses Problem verstärkt. Henger dazu: "Kommunen auf dem Land fernab der Metropolen sollten ein besseres Flächenmanagement betreiben, um attraktiv zu bleiben und Leerstände in der Ortsmitte zu vermeiden.

Düstere Prognose für Höxter

Auch der Blick in die Zukunft zeigt, dass sich das Problem noch verstärken wird. Die Einwohnerzahl Nordrhein-Westfalens wird bis 2040 vermutlich bis auf 18,08 Millionen ansteigen. Der größte Zuwachs wird in Köln (+15,8 Prozent), Düsseldorf (+14 Prozent) und Münster (+13,9 Prozent) erwartet. Einwohnerschwund wird es hingegen in vielen ländlichen Kreisen geben. Trauriger Spitzenreiter in OWL: Der Kreis Höxter mit einem Bevölkerungsrückgang von 9,3 Prozent.

Vor Kurzem kippte in Höxter ein Lkw in einem Kreisverkehr um und verlor literweise Diesel. Um zu verhindern, dass es zu einer Verschmutzung des Bodens kommt, mussten große Mengen Erde abgetragen werden. Bei Warburg im Kreis Höxter kommt es auf der A44 immer wieder zu Unfällen. Autofahrer müssen hier viel Geduld beweisen.

Für großes Aufsehen sorgte ein Mann aus Höxter, der eine Frau mit Kind aufforderte, ihn zu töten. Mittlerweile wurde gegen den Mann Anklage erhoben.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare