Kreis Höxter

Unglaublich: Stadt in OWL hat Corona-Inzidenz von 0

Dieser Tage steigen die Inzidenzen allerorts wieder an. Doch ein kleiner Ort im Kreis Höxter (OWL) hat geschafft, wovon viele Städte nur träumen können: Einen Inzidenzwert von 0.

Höxter/Willebadessen – Es klingt fast wie aus einem Asterix-Comic: Ganz Deutschland leidet unter der Corona-Pandemie*. Ganz Deutschland? Nein. Ein kleiner Ort im Kreis Höxter scheint sich tapfer gegen die dritte Welle zu wehren. In Willebadessen (8.111 Einwohner) liegt die aktuelle Inzidenz (Stand: 31. März) bei 0. Das heißt konkret, dass sich innerhalb der letzten sieben Tage pro 100.000 EinwohnerInnen niemand mit dem Coronavirus infiziert hat.

Der gesamte Kreis Höxter weist die landesweit niedrigste Inzidenz von 62,3 auf. Während umliegende Kreise und Städte in NRW, wie Bielefeld, bereits die Notbremse (ab einer 100er-Inzidenz) ziehen müssen, bleibt der Einzelhandel im Kreis Höxter demnach vorerst geöffnet.

KreisHöxter
Einwohner140.251
BundeslandNRW

Hohe Inzidenzen in OWL: Immer mehr Kreise müssen Notbremse ziehen

Armin Laschet (CDU), seines Zeichens Ministerpräsident von NRW, war am Sonntag (28. März) von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stark kritisiert worden, weil er die allgemeine Notbremse für NRW ab einer Inzidenz von 100 (aktuell: 130,7) kippte. Stattdessen solle diese Maßnahme nur in Städten und Regionen greifen, die diesen Wert tatsächlich überschreiten. Allerdings wurde auch in Kreisen und Städten mit erhöhter Inzidenz die Notbremse durch die Möglichkeit, stattdessen eine Teststrategie einzuführen, bereits ausgehebelt. Das Land NRW hatte dieses Schlupfloch geschaffen.

Jeder will, dass die Infektionszahlen runtergehen, und jeder hat für sein Land entsprechende Maßnahmen gemacht.

Armin Laschet, Ministerpräsident NRW

Später verteidigte Laschet seine Entscheidung gegenüber der Kanzlerin und der Öffentlichkeit*. Der Kreis Höxter kann sich aktuell also über die umstrittene Strategie von Armin Laschet freuen, bleiben dort dadurch doch erstmal einige Annehmlichkeiten erhalten. Die Notbremse zog jüngst auch der Kreis Lippe, wo es einen immensen Corona-Ausbruch in einer Baptisten-Gemeinde gab. Die Maßnahme könnte sich auch auf die umstrittenen Präsenzgottesdienste auswirken.

Niedrigste Inzidenz in NRW: Kreis Höxter löst Münster ab

Bis vor Kurzem durfte sich Münster* noch rühmen, den niedrigsten Inzidenzwert in NRW zu haben (Welche Regeln an Ostern in Münster gelten, lesen sie bei msl24.de*.) Doch mit aktuell 69,5 muss sich die Stadt im Münsterland* dem Kreis Höxter geschlagen geben. Wie lange sich die Inzidenzen hier jedoch auf diesem verhältnismäßig niedrigem Niveau halten können, bleibt abzuwarten.

Um den steigenden Infektionszahlen in der dritten Welle entgegenzusteuern, soll nun vor allem auf schnelle und massenweise Impfungen gesetzt werden. Doch auch hier gibt es Probleme: Seit der Impfstoff von Astrazeneca nicht mehr für junge Frauen empfohlen wird*, wurde die Impfstrategie grundlegend geändert. Ab Karsamstag können sich deswegen nun Über-60-Jährige in NRW einen Impftermin geben lassen*. Dahingehend äußerte sich am Mittwoch der Gesundheitsminister von NRW, Karl-Josef Laumann (CDU). (*Msl24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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