Herford

Mehrere Corona-Fälle nach Oster-Gottesdienst in Freikirche

In Herford musste das Ordnungsamt an Ostern einen Gottesdienst auflösen. In der Gemeinde „Lebendige Hoffnung“ wurden Mitglieder positiv auf das Coronavirus getestet.

Herford – Im Kreisgebiet lag die 7-Tage-Inzidenz am Mittwoch (7. April) bei 118,9 und damit deutlich über der kritischen 100er-Marke, ab der bekanntermaßen die Corona-Regeln* verschärft werden sollen. Im Vergleich zum Vortag sank der Wert jedoch leicht (122,9). Am Ostersonntag (4. April) musste das Ordnungsamt in Herford einen Gottesdienst der Gemeinde „Lebendige Hoffnung“ an der Hohen Warth vorzeitig beenden.

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Herford: Vier Personen positiv auf das Coronavirus getestet

Die Kreisverwaltung in Herford informierte am Mittwoch (7. April) über den Vorfall in der Freikirche. Demnach gab es den begründeten Verdacht, dass ein Gemeindemitglied, das an dem Gottesdienst am Ostersonntag teilgenommen hatte, sich mit dem Coronavirus* infiziert haben könnte. Das Kreisgesundheitsamt musste davon ausgehen, dass es sich dabei um eine der ansteckenden Coronavirus-Mutationen* handelte. Daraufhin sei das Ordnungsamt informiert worden.

Eine kirchliche Trauung, die am 27. März in den Räumen der Freikirche stattfand, soll offenbar der Hintergrund für das Einschreiten der Stadt Herford gewesen sein, berichtet das Westfalen-Blatt. Ein Mädchen, das auf der Hochzeit gastierte, wurde anschließend positiv auf die Corona-Mutante aus Großbritannien getestet. (Die benachbarte Stadt Bielefeld verzeichnete zuletzt knapp 1000 Corona-Mutationen.) Aus diesem Grund musste das Ordnungsamt in Herford am Ostersonntag schnell handeln. 200 Gemeindemitglieder wurden in Quarantäne gesteckt. Bei den anschließenden Tests durch mobile Teams wurden noch an Ort und Stelle vier Personen positiv getestet.

Herford: Gottesdienst der Gemeinde war angemeldet

Aktuell läuft in Herford noch die Kontaktnachverfolgung. Der Gottesdienst der Gemeinde war der Ordnungsbehörde vorschriftsmäßig unter Vorlage eines Hygienekonzeptes angemeldet worden. Aufgrund der aktuell geltenden Coronaschutzverordnung des Landes NRW* wäre eine Genehmigung für die Durchführung des Gottesdienstes auch nicht vonnöten gewesen, denn unter den Auflagen eines Hygienekonzeptes dürfen diese stattfinden.

Im vergangenen Jahr hatten die Kirchen im Lockdown auf öffentliche Ostergottesdienste verzichtet.

Zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes hatten die Einhaltung der Corona-Maßnahmen sogar noch überprüft, kurz bevor der Gottesdienst für beendet erklärt werden musste. Gegenüber dem WB zeigte sich Pastor Peter Janzen überrascht: „Ich habe am Tag zuvor noch mit dem Gesundheitsamt telefoniert und gefragt, ob etwas gegen einen Präsenzgottesdienst sprechen würde. Hätte ich einen entsprechenden Hinweis bekommen, hätte ich die Reißleine gezogen und wäre auf online umgeschwenkt“, so der Geistliche. (*msl24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Ronny Hartmann/dpa

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