Kreis Gütersloh (NRW)

Alles wie gehabt: Tönnies schlachtet wieder 175.000 Schweine pro Woche

Der Schlachtbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh (NRW) fährt seine Produktion weiter hoch. Damit liegt das Pensum auf dem Niveau vor der Corona-Pandemie.

Gütersloh – 2020 war ein turbulentes Jahr für den Konzern von Clemens Tönnies. Europas größter Schlachtbetrieb war Ursprung eines enormen Corona-Ausbruchs im Kreis Gütersloh, der sogar zu einem Lockdown führte*. Durch den Corona-Ausbruch im Betrieb kamen auch die Bedingungen an den Arbeitsplätzen und den Wohnheimen der Angestellten ans Licht.

Die Bedingungen bei Tönnies im Kreis Gütersloh führten zu scharfer Kritik an den Arbeitsstrukturen in der Fleisch-Industrie und zu einem Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit in großen Schlachthöfen. Dann deckte eine RTL-Reportage auch noch auf, wie schlecht die Arbeiter bei Tönnies behandelt wurden*. Doch wie owl24.de* berichtet, hielt das Jahr noch mehr Rückschläge für Clemens Tönnies bereit.

FirmaTönnies Holding
ZentraleRheda-Wiedenbrück
Mitarbeiterzahl9007 (2018)
RechtsformApS & Co. KG
Gründung1971
TochterunternehmenZur-Mühlen-Gruppe (unter anderem)

Tönnies schlachtet im Kreis Gütersloh 40.000 Schweine mehr

Denn abgesehen davon, dass Clemens Tönnies in diesem Jahr auch noch von seinem Vorstandsposten beim FC Schalke 04 zurücktrat, wurde er auch noch privat bedroht: Vor der Tönnies-Villa in Rheda-Wiedenbrück wurde ein Brandsatz entdeckt, dem kurze Zeit später ein Bekennerschreiben folgte*. Einige Zeit später konnte in diesem Fall jedoch ein Ermittlungserfolg gefeiert werden: Zwei Personen, die mit dem geplanten Tönnies-Anschlag in Verbindung gebracht wurden, konnten festgenommen werden*.

Doch aus geschäftlicher Sicht könnte es nun für Tönnies wieder bergauf gehen. Denn wie bekannt wurde, fährt der Schlachtbetrieb im Kreis Gütersloh* seine Produktion so weit hoch, dass sie wieder annähernd auf dem Niveau von vor der Corona-Pandemie liegt. Das bedeutet konkret, dass am Standort Rheda-Wiedenbrück eine weitere Zerlegestraße in Betrieb genommen wird. So werden pro Woche etwa 40.000 Schweine mehr geschlachtet. Damit steigt die Zahl der pro Tag geschlachteten Schweine wieder auf 25.000 an.

Frisch geschlachtete Schweine hängen in einem Kühlhaus des Fleischunternehmens Tönnies im Kreis Gütersloh.

Lokale Schweinezüchter freuen sich über mehr Schlachtungen bei Tönnies

Die Zerlegestraße im Kreis Gütersloh diente ursprünglich der Zerlegung von Rindern. Doch diese wurde Ende 2019 stillgelegt und im Sommer 2020 in ein Werk nach Niedersachsen verlegt. Nun sollen in dem stillgelegten Bereich wieder rund 200 Mitarbeiter beschäftigt werden. Über die erhöhte Produktion freuen sich auch lokale Schweinezüchter. Diese haben aufgrund der Corona-Krise immer noch mehrere zehntausend Schweine zu viel in den Ställen und forderten schon lange, dass Tönnies die Zerlegestraße wieder in Betrieb nimmt. (*Owl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.)

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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