Kriminalpolizei gibt Entwarnung

"Stille-Post-Effekt": Berichte von Männern in schwarzem Bulli vor Schulen sind falsch

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Die Ereignisse in Werther haben sich offensichtlich anders abgespielt (Symbolbild).

Entwarnung für Eltern: Die Berichte über fremde Männer, die in einem schwarzen Bulli vor Schulen stehen, erwiesen sich als falsch.

Werther – In den vergangenen Wochen wuchs die Sorge der Eltern über vermeintliche Männer, die in einem schwarzen Bulli vor der Schule stehen und Kinder ansprechen. Grund dafür waren zwei Berichte von Schulkindern aus Werther. Diese erzählten zuhause von ihren Erlebnissen und brachten die Eltern damit in Aufruhr.

Kürzlich kam es in Werther zu einem Familiendrama. Die Polizei entdeckte drei Leichen in einem Wohnhaus auf einem Gehöft.

Vorfälle in Werther: Diskussionen unsachlich

Konkret handelte es sich um zwei Fälle in denen drei Mädchen aus Werther (9, 9 und 10) davon erzählten, beängstigende Begegnungen mit einem schwarzen Auto gehabt zu haben. Etwa zeitgleich mit den Ermittlungen in diesen Fällen begannen die Berichte über die Vorfälle in den sozialen Medien, besonders auf Facebook. 

Laut Polizei breiteten sich die Meldungen wie ein "unkontrollierbares Lauffeuer" aus und es wurde in "Besorgnis erregender und unsachlicher Art und Weise" diskutiert.

Kriminalpolizei: Berichte aus Werther falsch

Die Polizei erhielt in dieser Zeit eine Menge an panischen und besorgten Anrufen von Eltern, nicht nur aus Werther, sondern auch aus benachbarten Gemeinden. Nach eingehenden Ermittlungen und erneuter Befragung der Kinder vermeldet die Kriminalpolizei nun: 

  • In keinem der Fälle wurden die Kinder angesprochen
  • Es gab keine Begegnungen mit unbekannten Männern
  • Den erwähnten schwarzen Bulli gibt es nicht

Vorfälle aus Werther sorgten für "Stille-Post-Effekt"

Befragungen der Kinder aus Werther haben ergeben, dass sich die Situationen anders abgespielt haben. Vermutlich gerieten die Mädchen in normale Situationen mit anderen Verkehrsteilnehmern, die sie verängstigten. Durch die falschen Erzählungen daheim wurden die Ereignisse von Mal zu Mal mehr ausgeschmückt und entfernten sich so immer weiter von der Wahrheit.

Nach falschen Berichten aus Werther: Polizei gibt Tipps

Damit falsche Meldungen wie aus Werther, die zu Sorge und Panik bei Eltern führen können, zukünftig vermieden werden, gibt die Polizei folgende Tipps für den Umgang in solchen Fällen. Wenn ihr Kind ihnen von Vorfällen mit fremden Personen berichtet:

  • Bemühen Sie sich, Ruhe zu bewahren.
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es bei Ihnen in Sicherheit ist.
  • Geben Sie dem Kind die Bestätigung, dass es richtig war, sich Ihnen anzuvertrauen.
  • Glauben Sie Ihrem Kind.
  • Hören Sie der Schilderung Ihres Kindes aufmerksam zu, ohne "nachzubohren".
  • Lassen Sie Ihr Kind mit eigenen Worten berichten und legen Sie ihm keine Antworten in den Mund.
  • Machen Sie keine Vorhaltungen.
  • Verständigen Sie in Akutsituationen sofort über Notruf 110 die Polizei, damit weitere Maßnahmen schnell eingeleitet werden können.

Ein Unbekannter Täter hat in Werther eine Katze zu Tode gequält. Das arme Tier wurde an einem Zaun entdeckt. Eine 22-Jährige hat den Vierbeiner in einem Gebüsch gefunden.

Zwei Vorfälle aus Werther sorgten bei Eltern für Angst.

Tragischer Unfall in Werther: Ein 26-jähriger Motorradfahrer stirbt beim Überholen.

Erst in der letzten Woche kam es in

Rahden zu einem Vorfall, bei dem ein Randalierer vor einer Schule ein Mädchen würgte und belästigte

. Die Polizei musste den Täter jedoch wieder laufen lassen.

Auch in Münster warnt die Polizei vor Panikmache. Hier wurden ebenfalls Falschmeldungen zu diesem Thema in den sozialen Medien verbreitet.

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