Gutachten liegt vor

Mann stirbt bei Polizeieinsatz in Rietberg: Todesursache geklärt

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Toter in Rietberg: auch das Verhalten der Polizei wurde geprüft (Symbolbild)

Was ging da vor sich? In einem Wohngebiet in Rietberg hat ein Mann aus Paderborn um sich geschlagen. Kurz darauf verstarb der 46-Jährige. Der Bruder des Opfers hat nun Anzeige gegen einen der Polizisten am Einsatzort erstattet. Nun scheint die Todesursache geklärt.

Rietberg/Gütersloh/Paderborn – Neue Erkenntnisse im Falle des verstorbenen Pawel Iljenko, der sich in der Rietberger Siedlung Mastholte äußerst merkwürdig und aggressiv verhielt. 

Nach dem Tod des Rietberger Randalierers: Gutachten liegt vor

Update vom 13. Dezember: Zur Todesursache von Pawel Iljenko, der Anfang Juli dieses Jahres bei einem Polizeieinsatz in Rietberg starb, gibt es neue Erkenntnisse. Rechtsmediziner aus Münster haben nun ein Gutachten vorgelegt. Das Ergebnis: Iljenko starb an einem Atemstillstand und einem Herzkreislaufstillstand. Die Mediziner nennen dies das Exited Delirium Syndrom (ExDS). Es bezeichnet eine Kombination von Symptomen, ohne dass Ursache und Entwicklung der Krankheiten bekannt sind.

Nach Tod in Rietberg: Polizisten nicht verantwortlich

Die Sachverständigen stellten fest, dass das Vorgehen der Polizeibeamten in Rietberg nicht als Ursache für den plötzlichen Tod Iljenkos angesehen werden kann. Auch ohne die Fixierungsmaßnahmen hätte der Tod jederzeit eintreten können. Somit kann der Vorwurf, die Polizisten seien mitschuld am Tod des Mannes, nicht aufrecht erhalten werden. Die Ermittlungen zur möglichen Körperverletzung im Amt bleiben jedoch bestehen.

Tod in Rietberg: Anzeige gegen Polizisten

Update vom 3. August: Der Bruder des Opfers, Oleg Iljenko, hat in seinem Heimatort Rotenburg (Wümme) Anzeige gegen einen der am Einsatz in Rietberg beteiligten Polizisten erstattet. Dies bestätigte die Polizei Rotenburg gegenüber der NW. Die konkrete Täterbeschreibung Iljenkos klang wie folgt: "Gegen den dunkelhaarigen Polizisten im ersten Streifenwagen, der meinen Bruder laut Aussage eines Anwohners mit der Ferse seines Sicherheitsschuhs gegen den Kopf getreten haben soll, als dieser bereits fixiert am Boden lag." 

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Verletzungen bei Festnahme in Rietberg nicht Todesursache

Update vom 26. Juli: Nach den bisherigen Obduktionsergebnissen waren die festgestellten äußerlichen Verletzungen nicht ausschlaggebend für den Tod des 46-Jährigen. Weitere Untersuchungen laufen. Im Labor konnte außerdem festgestellt werden, dass der Tote nicht alkoholisiert war. Ergebnisse des Tests auf möglichen Drogen- oder Medikamentenkonsum stehen noch aus.

Verhalten der Polizei in Rietberg wird geprüft

Aufgrund konkreter Zeugenaussagen wird nun das Verhalten der Polizeibeamten in Rietberg untersucht. Auch soll festgestellt werden, ob es einen Zusammenhang zwischen den Verletzungen des Verstorbenen und dem Verhalten von Polizei oder Anwohnern besteht. Daraus könnten laut Polizei unter anderem Konsequenzen für die Beamten entstehen. Foto- oder Filmaufnahmen liegen den Ermittlern bislang nicht vor. Die Kameras an den Dienstfahrzeugen waren ausgeschaltet.

++Ursprüngliche Meldung vom 9. Juli++

Eine äußert bizarre Situation spielte sich am Montag (9. Juli) in Mastholte bei Rietberg ab. Anwohner wurden auf einen Mann aufmerksam, der sich merkwürdig verhielt und hilflos wirkte. Daraufhin boten sie ihm Hilfe an, die er ablehnte.

Mann wirft in Rietberg mit Steinen und schlägt um sich

Gegen 17 Uhr hob er einen Gullydeckel aus der Straße. Die Anwohner sprachen den Mann erneut an. Nun reagierte dieser aggressiv und begann, die Umstehenden mit Steinen zu bewerfen. Dazu schlug er einem Helfer ins Gesicht und einem weiteren in den Magen.

In Mastholte bei Rietberg geschah das Unglück bei dem ein Mann zu Tode kam.

Gesundheitszustand des Randalierers in Rietberg verschlechterte sich rapide

Noch bevor die alarmierte Polizei eintraf, gelang es einigen Anwohnern, den Mann zu Boden zu ringen. Der Polizei glückte es später unter größten Anstrengungen, den verwirrten Mann zu fesseln. Nach einiger Zeit beruhigte er sich und war ansprechbar. Doch dann verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide.

Jede Hilfe kam zu spät

Die Polizisten alarmierten einen Rettungsdienst und versuchten selbst noch Reanimierungsmaßnahmen. Doch weder Polizei noch Rettungsdienst konnten verhindern, dass der Randalierer kurze Zeit später verstarb.

Äußere Umstände konnten als Todesursache ausgeschlossen werden. Das Ergebnis der Obduktion steht aus. Die Ermittlungen dauern an.

Vor Kurzem kam es außerdem zu einem schweren Unfall: Eine junge Frau verlor in Rietberg die Kontrolle über ihr Auto. Der Wagen überschlug sich.

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