Mehrere Kreise betroffen

Panne bei Corona-Impftermin: Hunderte kommen in NRW umsonst

In Ostwestfalen kam es bei der Terminvergabe zur Corona-Impfung erneut zu einer Panne. 70 Senioren aus den Kreisen Paderborn und Gütersloh kamen völlig umsonst.

Paderborn/Gütersloh – Die Impfung gegen das Coronavirus* lief in Deutschland schleppend an. Auf der einen Seite gibt es bis heute nicht genügend Wirkstoff für alle Menschen, die sich gegen den Erreger immunisieren lassen wollen. Zum anderen endete der Impfstart in NRW in einem Desaster* für viele Senioren, weil es bei der Anmeldung zu massiven Problemen gekommen war. Die Telefon-Hotline war ständig besetzt oder erst gar nicht erreichbar. Ähnlich erging es den Personen, die versuchten online einen Termin zu ergattern.

Die technischen Probleme konnten in der Zwischenzeit weitestgehend behoben werden. Anfang Februar waren in Gütersloh Termine für die Corona-Schutzimpfung verfügbar. Doch nun gab es bei der Terminvergabe offensichtlich ein großes Missverständnis. Am Montag (15. Februar) waren 70 Senioren im Impfzentrum in Gütersloh erschienen, um die Ärmel hochzukrempeln. Doch vor Ort rechnete man nicht mit ihnen. Bei der Online-Registrierung war es offenbar schon wieder zu Fehlern gekommen. Auch in Paderborn gab es einen ähnlichen Fall.

Stadt:Paderborn
Fläche:179,4 km²
Einwohner:151.633 (31. Dezember 2019)
Bundesland: NRW

Corona-Impfung in Paderborn: 30 Senioren im Impfzentrum abgewiesen – weitere Fälle in NRW

Am Mittwoch (17. Februar) standen vor dem Impfzentrum in Paderborn etwa 30 Senioren, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen wollten. Die Frauen und Männer rechneten eigentlich mit einem reibungslosen Ablauf. Schließlich waren sie in dem Glauben, dass sie einen Termin gebucht hatten. Doch es kam anderes. In der Einrichtung angekommen, wurde ihnen mitgeteilt, dass sie für den heutigen Tag nicht auf der Liste stehen würden.

Die Verantwortlichen in Paderborn sollten nach Möglichkeit trotzdem ihre Corona-Impfung erhalten, berichtet das Westfalen-Blatt. Auch im Kreis Borken seien etwa 50 Menschen zur Impfung erschienen, obwohl sie nicht auf der Liste standen. Vom Münsterland bis Ostwestfalen* in NRW häufen sich derartige Fälle aktuell, bestätigte eine Sprecherin der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe (KVWL). Doch wie war es zu den Missverständnissen gekommen?

Corona-Impfung in NRW: Missverständnis bei Terminvergabe sorgt für Panne

Zu Beginn der Terminvergabe war es auf der Internetseite www.116117.de zu Problemen gekommen. Bei der Online-Buchung sei beim Klick auf einige als frei angezeigte Termine der Hinweis „Termin bereits vergeben“/„Termin bereits gebucht“ angezeigt worden, erklärte eine Sprecherin der KV. Dies bedeutete, dass der Impf-Termin bereits anderweitig gebucht worden war. In Gütersloh und vielen anderen Regionen hatten die Senioren die Aussage aber als Bestätigung für eine erfolgreiche, eigene Buchung gehalten.

Die Kassenärztliche Vereinigung räumte an dieser Stelle Fehler ein und bat um Entschuldigung. Die Darstellung sei missverständlich gewesen, so die KV. Mittlerweile wurde die Anzeige angepasst. In einigen Impfzentren in Ostwestfalen-Lippe, beispielsweise in Gütersloh, können Senioren nun am Impftag den Termin nochmal vorab bestätigen lassen, um auf Nummer sich zu gehen. Dafür müssen sie folgende Nummer wählen: 05241/85 29 60. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Personen von diesem Missverständnis betroffen sind. Da der Buchungsvorgang nicht vollständig abgeschlossen wurde, ist unklar, wie viele Menschen betroffen sind. Nach der chaotischen Impftermin-Vergabe sei bei der nächsten Altersgruppe ein anderes System denkbar*, berichtet wa.de.

Bei der Terminvergabe zur Corona-Impfung in NRW ist es erneut zu Fehlern gekommen. (Symbolbild)

In Deutschland breiten sich derweil die Coronavirus-Mutationen* immer weiter aus. Besonders die Variante aus Großbritannien sei auf dem Vormarsch. Wegen Nebenwirkungen stoppten zudem mehrere Krankenhäuser die Impfungen des Personals mit dem AstraZeneca-Impfstoff, darunter war auch eine Klinik in Minden-Lübbecke in OWL. Viele Virologen und auch Gesundheitsminister Jens Spahn* empfehlen jedoch, die Corona-Impfungen mit dem Serum fortzusetzen. In Südafrika hingen will man den Corona-Impfstoff so schnell wie möglich wieder loswerden. (*Msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Michael Sohn/dpa

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