Lockdown

In Gütersloh: Oliver Pocher als Clemens Tönnies verkleidet – Comedian erntet Kritik

Oliver Pocher (RTL) gab sich während des Lockdowns in Gütersloh als Clemens Tönnies aus. Bei "Pocher - gefährlich ehrlich!" war der Auftritt nun zu sehen.

  • Oliver Pocher hat für seine RTL-Show "Pocher - gefährlich ehrlich!" in Gütersloh (NRW) gedreht. 
  • Während des Lockdowns verkleidete sich der Comedian als Clemens Tönnies. 
  • Der Bürgermeister der Stadt Verl zeigte sich wenig begeistert von der Aktion.

Gütersloh – Oliver Pocher (42) wird für seine kontroversen Gags von seinen Fans geliebt. Nun hat sich der 42-Jährige für seine RTL-Show "Pocher - gefährlich ehrlich!" als Clemens Tönnies ausgegeben. Während des Lockdowns lief er durch die Straßen von Gütersloh, um für seine TV-Sendung zu produzieren. Über Twitter und Instagram teilte er mit, wann der Beitrag im Fernsehen zu sehen sein wird. Bereits vor ab hagelte es für Pochers Aktion jedoch Kritik. 

Anfang Juli gelang einem Expertenteam in Ostwestfalen-Lippe nun bei der Bekämpfung des Erregers SARS-CoV-2 ein Erfolg: In Bielefeld (NRW) haben Forscher der Universität einen neuen Corona-Schnelltest entwickelt, der bereits nach 16 Minuten ein Ergebnis bringen soll. Eine Einrichtung in der Stadt musste außerdem am Mittwoch (8. Juli) wegen Covid-19 geschlossen werden: In Bielefeld-Brackwede wurde in der Kita Brock ein Kind positiv auf das Coronavirus getestet und 77 Betroffene mussten sich in Quarantäne begeben.

StadtGütersloh
BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Fläche112 km²
Bevölkerung96.404 (31. Dez. 2010)
BürgermeisterHenning Schulz (CDU), geboren in Bielefeld

Das Verschwinden eines 35-jährigen Mannes sorgt in der Stadt seit Sonntag (5. Juli) ebenfalls für Aufmerksamkeit: Nachdem der vermisste Marco R. aus Gütersloh spurlos verschwand, starte seine Schwester einen Suchaufruf bei Facebook, der tausendfach geteilt wurde.

Oliver Pocher in Gütersloh: Start verkleidet sich für RTL-Show "Pocher – gefährlich ehrlich" als Clemens Tönnies 

Um seine Fans zum Lachen zu bringen, lässt sich Oliver Pocher immer wieder etwas Neues einfallen. Nachdem beim Fleischkonzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück das Coronavirus ausgebrochen war und für den gesamten Kreis Gütersloh der Lockdown beschlossen wurde, hat sich der TV-Star nun als Clemens Tönnies verkleidet. Einen ersten Vorgeschmack für seine RTL-Show "Pocher - gefährlich ehrlich!" lieferte der 42-Jährige bereits auf Instagram. 

In seinem neuesten Posting posiert Oliver Pocher mit gefärbten Haaren und einer schwarzen Sonnenbrille neben einem Ortseingangsschild in Gütersloh (NRW). Zu dem Foto äußert sich der Comedian wie folgt: "Lockdown in Gütersloh! Tönnies entschuldigt sich (sowohl für die Schalke Saison, als auch dem kleinen Mitarbeiterskandal) bei seinen Mitarbeitern (auf rumänisch) und den Einwohnern (auf deutsch)". Der Beitrag soll im Rahmen der RTL-Sendung "Pocher – gefährlich ehrlich!" am heutigen Donnerstag (25. Juni) um 23.10 Uhr ausgestrahlt werden, wie der Comedian via Twitter mitteilte. 

Zusätzlich deckte jüngst eine RTL-Reportage auf, unter welchen Bedingungen die Mitarbeiter bei Tönnies leiden. Eine Frau brach vor der Kamera in Tränen aus. Mittlerweile steht der Schlachtbetrieb vor einem neuen Problem: Amazon will Tönnies die Mitarbeiter streitig machen.

Vor TV-Ausstrahlung von "Pocher – gefährlich ehrlich" (RTL) – Politiker aus dem Kreis Gütersloh äußert Kritik

Einen weiteren Einblick von seinen Dreharbeiten im Kreis Gütersloh lieferte Oliver Pocher seinen Fans in einer Instagram-Story. "Schönen guten Tag, mein Name ist Clemens Tönnies, ich bin Milliardär und Fleischgigant. Lockdown in Gütersloh!", so der Komiker. Für seinen Auftritt erntet der 42-Jährige aber nicht nur Lob. Seitens der Lokalpolitik hagelte es bereits Kritik. "Es gibt auch bessere Satire oder Comedy. Ich finde es jedenfalls nicht gut" äußerte sich der Bürgermeister der benachbarten Stadt Verl Michael Esken (CDU) in einem Bericht von "Die Glocke online".  

Lockdown in Gütersloh: Zahlreiche Bewohner lassen sich aktuell auf das Coronavirus testen.

Wegen des Corona-Massenausbruchs bei Tönnies, musste die NRW-Landesregierung die Reißleine ziehen: Nachdem der Lockdown für den Kreis Gütersloh verkündet wurde und der Krisenstabsleiter Thomas Kuhlbusch zusammengebrochen war, spitzt sich die Lage in dem Risikogebiet weiter zu. Das Land Österreich gab für NRW nun eine Reisewarnung heraus und einige Menschen aus dem Kreis Gütersloh mussten ihren Urlaub bereits vorzeitig beenden. 

Die Coronavirus-Situation in den Krisengebieten könnte sich nun weiter verschärfen: In Gütersloh und Beckum (NRW) sind mehrere Tönnies-Arbeiter offenbar aus der Quarantäne verschwunden und nun wird eine weitere Ausbreitung des Coronavirus befürchtet. 

Am vergangenen Wochenende (27./28. Juni) wurden zwei Personen aus einem Corona-Hotspot beleidigt und bedroht: Eine Mutter und ihre Tochter aus Gütersloh wurden in ihrem Wagen mit GT-Kennzeichen in Münster angefeindet und mussten von der Polizei sicher aus der Stadt gebracht werden.

Die Skandal-Aufnahmen bei Deutschlands größten Fleischkonzern werfen weiterhin fragen auf: Die Urheberin des Tönnies-Videos im Kreis Gütersloh wurde gekündigt, doch die Frau wehrt sich nun gegen ihre Entlassung und zieht vor das Arbeitsgericht in Bielefeld.

Rubriklistenbild: © Fotomontage: picture alliance/dpa

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