Von Gütersloh nach Münster

Brutaler Raubüberfall: Polizei verfolgt bewaffnete Täter durch NRW

Nach einem Raubüberfall in Steinhagen (Kreis Gütersloh) flohen die Täter vor der Polizei. Einer der Männer wurde geschnappt, ein anderer ist weiter auf der Flucht.

Gütersloh/Münster/Warendorf – Am vergangenen Freitagabend (30. Oktober) spielten sich in Steinhagen im Kreis Gütersloh Szenen wie aus einem Hollywood-Film ab. Nach einem äußerst brutalen Raubüberfall bewaffneten sich die Täter mit einem Gewehr und einer Armbrust. Dann lieferten sie sich eine Hochgeschwindigkeits-Flucht mit der Polizei.

Kreis Gütersloh
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Kreis Gütersloh: Mann brutal überfallen und verletzt

Wie die Polizei Gütersloh gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Bielefeld, der Polizei Münster und der Polizei Warendorf berichtet, nahm der Vorfall am Freitagabend gegen 19.37 Uhr seinen Lauf. Zwei Männer klopften zu dieser Zeit in Steinhagen an die Tür eines 63-jährigen Mannes. Als dieser öffnete, schlugen die maskierten Täter sofort mit einer Eisenstange auf ihn ein und verschafften sich so Zugang zu der Wohnung.

Während ihr Opfer am Boden lag, raubten die Männer dessen Geldbörse und zwei Smartphones. Für ihre Flucht stahlen sie den Wagen des Überfallenen. Doch bevor es losging, klauten sie zusätzlich noch ein Luftgewehr und eine Armbrust von dem ländlich im Kreis Gütersloh gelegenen Anwesen. Als die alarmierte Polizei eintraf, riefen die Beamten zunächst einen Rettungswagen für den Anwohner, der daraufhin in ein Krankenhaus nach Bielefeld gebracht wurde.

Nach Raub im Kreis Gütersloh: Verfolgungsjagd bis nach Münster

Die Fahndung nach dem gestohlenen Mercedes wurde umgehend eingeleitet. Entdeckt wurde dieser jedoch nicht mehr im Kreis Gütersloh, sondern bereits auf der B64 im Raum Warendorf, wo er mit „deutlich überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Münster gefahren“ wurde, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in einer Pressemeldung mitteilen. Der Fahrer missachtete die Zeichen der Polizei und fuhr zusätzlich mehrfach über rote Ampeln.

An der Kreuzung zur Freckenhorster Straße in Warendorf kam es bei der waghalsigen Flucht aus dem Raum Gütersloh beinah zu einem Unfall mit einem unbeteiligten Opel, der den Weg des Fluchtfahrzeugs kreuzte. Gegen 20.32 Uhr konnten Beamte der Polizei Münster den Mercedes mit bis zu 150 km/h aufnehmen. Auf dem Albersloher Weg geriet der Wagen der flüchtigen Täter in den Gegenverkehr. Entgegenkommende Autos bremsten reihenweise ab, um Unfälle zu vermeiden.

Kreis Gütersloh: Flucht nach Münster nimmt abruptes Ende

Da die Fahrweise der Täter viele weitere Verkehrsteilnehmer gefährdete, beschlossen die Verfolger, die Jagd in Höhe der Kanalbrücke am Albersloher Weg zu beenden. Die Polizisten drängten den Mercedes von der Straße und stoppten ihn somit. Beide Pkw wurden dabei beschädigt. Der Fahrer, ein 39-Jähriger ohne festen Wohnsitz, konnte direkt festgenommen werden. Sein Komplize floh jedoch zu Fuß weiter und entkam unerkannt. Die Verfolgungsjagd vom Kreis Gütersloh bis nach Münster hatte zu diesem Zeitpunkt etwa eine Stunde gedauert.

Nahe dieser Brücke in Münster endete die Verfolgungsjagd, die im Kreis Gütersloh begonnen hatte.

Gegen den Fahrer wurde seitens der Staatsanwaltschaft Bielefeld ein Antrag auf Untersuchungshaft erlassen und anschließend ein Haftbefehl ausgesprochen. Ein Strafverfahren wegen des schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung, sowie Straßenverkehrsgefährdung wurde ebenfalls eingeleitet. Nun sucht die Polizei Gütersloh nach Zeugen, die Angaben zu dem Raub und zu dem flüchtigen Täter machen können. Diese sollen sich unter der Nummer 05241/86 90 melden.

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