Staatsschutz ermittelt

Geplanter Brandanschlag auf Tönnies? Ermittler suchen Zeugen

Die Wut auf Clemens Tönnies und seinen Betrieb im Kreis Gütersloh nimmt extreme Formen an. Jüngst wurde mutmaßlich ein Brandanschlag auf die Villa des Fleischfabrikanten geplant – die Ermittler suchen nach Zeugen.

  • Auf der Privatallee vor der Tönnies Villa im Kreis Gütersloh wurden Utensilien für einen Brandanschlag entdeckt.
  • Die Gegenstände werden untersucht.
  • Nun bitten die Ermittler um Hilfe aus der Bevölkerung.

Update: 7. September, 11.40 Uhr. Die Ermittler in dem Fall eines geplanten Brandanschlages auf das Privathaus von Clemens Tönnies in Rheda-Wiedenbrück bitten um Hilfe. Wie die Polizei Bielefeld nun in einer Meldung mitteilt, sucht der Staatsschutz Zeugen, die Hinweise auf die Täter geben können.

Wer also in der Nacht auf den 27. August in Rheda-Wiedenbrück im Bereich Moorweg verdächtige Beobachtungen, wie Personen oder Fahrzeuge, gemacht hat, soll sich bei der Polizei Bielefeld unter der Nummer 0521/54 50 melden.

FirmaTönnies Holding
ZentraleRheda-Wiedenbrück
Mitarbeiterzahl9007 (2018)
Rechtsform\tApS & Co. KG
Gründung1971
Tochterunternehmen\tZur-Mühlen-Gruppe (unter anderem)

Am Montag (7. September) überschattete ein tödliches Unglück den Wochenstart in der Region: In Gütersloh (NRW) starb ein 28-jähriger Fahrradfahrer, nachdem er von einem Lkw überrollt wurde und dabei zu Boden geschleudert wurde. Die Polizei hat den Fahrtenschreiber des Lasters ausgelesen.  

Brandanschlag auf Tönnies: Echtheit des Bekennerschreibens bestätigt

Update: 1. September, 11.20 Uhr. Wie der WDR berichtet, bestätigte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft Karlsruhe, dass das Bekennerschreiben an Clemens Tönnies wohl echt sei und aus dem Kreis der mutmaßlichen Täter stamme. Demnach ermittele die Bundesanwaltschaft schon länger gegen die Gruppierung „Revolutionäre Aktionszellen“.

Diese soll bereits mehreren Politikern und anderen Personen Drohbriefe geschickt haben. Der Vorwurf lautet auf die Gründung einer terroristischen Vereinigung und der Mitgliedschaft darin. In dem Schreiben an Tönnies wird auch die Tierschutzgruppe „Westfälische Animal Liberation Front“ erwähnt. Die Zuständigkeit in dem Fall aus dem Kreis Gütersloh liegt beim Generalbundesanwalt.

Kreis Gütersloh: Tönnies geplantes Opfer eines Anschlags?

Gütersloh – Das Unternehmen Tönnies ist in den letzten Wochen und Monaten vermehrt in die Kritik der Öffentlichkeit und sogar der Politik geraten. Nicht nur ein Massenausbruch des Coronavirus sorgte für Schlagzeilen, auch die Arbeitsbedingungen der Angestellten, die daraufhin ans Licht kamen, ließen den Schlachtbetrieb nicht gut aussehen.

Diese Wut auf Tönnies nimmt offenbar immer radikalere Ausmaße an. Sie gipfelte nun in einem geplanten Brandanschlag auf das private Anwesen des ehemaligen Schalke-Aufsichtsratsvorsitzenden in Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh). Nun gab es diesbezüglich ein Bekennerschreiben.

Brandanschlag auf Tönnies (Kreis Gütersloh): Schreiben von RAF-Sympathisanten

Auf der privaten Zufahrt vor der Tönnies-Villa im Kreis Gütersloh* wurden am vergangenen Donnerstag (27. August) Behälter mit Chemikalien, Fackeln und Feuerzeuge gefunden. Sie lagen etwa 200 Meter von der Villa entfernt. Laut der Kriminalpolizei Bielefeld hätten die Chemikalien als Brandbeschleuniger genutzt werden können. Warum kein Feuer entzündet worden war, ist noch unklar.

Gütersloh: Wurde ein Brandanschlag auf Clemens Tönnies geplant?

Am darauffolgenden Freitag (28. August) ging beim Tönnies-Betrieb im Kreis Gütersloh ein Bekennerschreiben ein*. Auf den mit dem Computer geschriebenen, zwei DIN A-4-Seiten umfassenden Schreiben bekennen sich unter anderem die RAF-Sympathisanten der Gruppe „Revolutionäre Aktionszellen“ zu dem geplanten Anschlag. Diese soll vor etwa zehn Jahren auch Brandanschläge in Berlin verübt haben, berichtet Radio Gütersloh.

Geplanter Anschlag auf Tönnies: Echtheit von Bekennerschreiben im Kreis Gütersloh wird geprüft

Die Generalbundesanwaltschaft und der Verfassungsschutz sind in den Fall eingeschaltet. Das Bekennerschreiben, in dem sich auch militante Tierschützer zu der Aktion bekennen, wird nun auf seine Echtheit geprüft. Auf den zwei Seiten werden Tönnies all die Vorfälle der letzten Zeit vorgeworfen. Die Vorwürfe reichen von der Videoüberwachung der Umkleidekabinen in seinem Unternehmen, über die rassistischen Äußerungen von Clemens Tönnies in Paderborn bis hin zu dem massenhaften Coronaausbruch im Tönniesbetrieb im Kreis Gütersloh*.

Die gefundenen Gegenstände und das Schreiben werden nun auf DNA-Spuren überprüft. Die Untersuchungen in dem Fall laufen. Die Zeiten für den Fleischbetrieb sind aktuell alles andere als rosig. Zusätzlich zu den Negativ-Schlagzeilen kommt nun die Angst, Mitarbeiter an Konkurrenten zu verlieren. Der Online-Riese Amazon versucht, Tönnies im Kreis Gütersloh die Arbeitskräfte abzuwerben*. (*Owl24.de und Merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes)

Rubriklistenbild: © David Inderlied/dpa

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