Hausdurchsuchungen

NRW: Groß-Razzia wegen Kindesmissbrauch – Spur führt nach Gütersloh

Weil sie Dateien besitzt und verbreitet haben sollen, die Kindesmissbrauch zeigen, wird in Gütersloh jund ganz NRW gegen 56 Verdächtige ermittelt.

NRW – Zu zahlreichen Razzien ist es am Donnerstag (3. Dezember) in Deutschlands bevölkerungsreichsten Bundesland gekommen. Die bei der Staatsanwaltschaft Köln angesiedelten Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW (ZAC NRW) hatte die Polizeieinsätze in Nordrhein-Westfalen veranlasst. Aktuell werde gegen 56 Personen ermittelt. Die Beschuldigten werden verdächtigt, Fotos beziehungsweise Videos erworben und verbreitet zu haben, die Kindesmissbrauch zeigen. Auch in mehreren Städten in Ostwestfalen-Lippe*, darunter Gütersloh und Paderborn, gab es Hausdurchsuchungen.

StadtGütersloh
Einwohnerüber 100.000
BundeslandNRW

Gütersloh: Razzien in NRW – 41 Objekte durchsucht, fünf davon in Ostwestfalen-Lippe

In enger Abstimmung zwischen der eigens bei der ZAC NRW eingerichteten Taskforce zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch und den örtlichen Polizeidienststellen wurden die Razzien koordiniert und durchgeführt. Die Durchsuchungsmaßnahmen richteten sich gegen verdächtige Personen, die sich, beziehungsweise anderen Menschen, beispielsweise über die sozialen Medien Zugang zu den strafbaren Inhalten verschafft haben sollen. Nicht bloß in der Stadt Gütersloh*, sondern auch in den hier aufgelisteten Städten suchten die Ermittler nach Beweismaterial:

  • Bad Laasphe (2)
  • Baesweiler (2)
  • Bielefeld (1)
  • Bönen (1)
  • Burbach(1)
  • Brüggen (1)
  • Dinslaken (1)
  • Dortmund (2)
  • Duisburg (1)
  • Düsseldorf (1)
  • Essen (2),
  • Grevenbroich (1)
  • Haltern am See (1)
  • Hamm (1)
  • Hamminkeln (1)
  • Hövelhof (1)
  • Kamp-Lintfort (1)
  • Kerpen (1)
  • Krefeld (2)
  • Lünen (1)
  • Mechernich (1)
  • Minden (1)
  • Much (1)
  • Nieheim (1)
  • Oberhausen (2)
  • Rheinberg (2)
  • Rheine (1)
  • Schermbeck (1)
  • Solingen (1)
  • Versmold (2),
  • Willebadessen (1)
  • Wuppertal (1)

Razzia auch in Gütersloh – Keine Verbindung zum Missbrauchskomplex in Münster

Auch im westfälischen Rheine wurde eine Razzia durchgeführt.* Haftbefehle wurden im Zuge der derzeit laufenden Razzien in NRW bislang noch nicht vollstreckt, wie die Staatsanwaltschaft Köln in einer Pressemitteilung erklärte. Außerdem stellte die Behörde in dem Schreiben klar, dass die aktuellen Ermittlungsmaßnahmen nichts mit den Missbrauchsfällen in Münster* oder Bergisch Gladbach zu tun haben.

Die Polizeieinsätze in Gütersloh und den anderen Städten beruhen überwiegend auf Mitteilungen des National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC). Es handelt sich hierbei um eine Organisation aus Amerika. Diese nimmt Hinweise im Zusammenhang mit Straftaten gegen Kinder entgegen. Die Informationen werden dann an die für die weiteren Ermittlungen zuständige Behörden in den USA und im Ausland weitergeleitet.

Am Donnerstag veranlasste die Staatsanwaltschaft Köln eine Razzia in einem Gebäude in Gütertsloh. (Symbolbild)

Gütersloh: Kampf gegen Kindesmissbrauch in NRW – Über 300 Datenträger bisher bei Razzien sichergestellt

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte nach den Missbrauchsfällen in Lügde*, Bergisch Gladbach und nun in Münster* immer wieder betont, dass er die polizeilichen Ermittlungen gegen die Täter ausweiten möchte. In der Domstadt startete jüngst der Prozess gegen Adrian V, dem Kindesmissbrauch vorgeworfen wird*.

Die Razzien in NRW dauern aktuell noch an, teilte die Staatsanwaltschaft Köln mit. Über 330 Datenträger wurden von den Beamten bereits sichergestellt. Einige Beschuldigte haben bereits gestanden, dass sie Straftaten gegen Kinder verübt haben. Bei den Hausdurchsuchungen fanden die Ermittler auch Schusswaffen und Drogen. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel dauert aber noch an. (*Owl24.de und msl24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Jens-Ulrich Koch/dpa-Zentralbild

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