Neue Infektionswelle

Corona-Lage in NRW: Gütersloh könnte am Montag Risikogebiet werden

Das Coronavirus ist wieder stärker auf dem Vormarsch. Nun reagieren Bund und Länder mit neuen Regeln – diese werden auch in Gütersloh greifen. Im Fokus steht besonders Armin Laschet und seine Entscheidungen für NRW.

Update: 19. Oktober, 10.13 Uhr. Der Bezeichnung als Risikogebiet wird der Kreis Gütersloh wohl nicht mehr entgehen können. Der Inzidenzwert kletterte am Sonntag auf 49,6. Insgesamt wurden 3315 Infektionen mit dem Coronavirus in dem Gebiet nachgewiesen. In NRW gelten bereits rund 30 Städte als Risikogebiet. Den höchsten Zahlen hat am Montag Solingen mit einem Inzidenzwert von 113,03. Noch am Montag könnte auch Gütersloh zu der Liste der Städte zählen.

Update: 16. Oktober, 07.35 Uhr. Heute meldet der Kreis Gütersloh insgesamt 3.268 Coronavirus-Infektionen. Damit steigt der Inzidenzwert auf 42,47 an. Damit steht die Region kurz davor, zum Risikogebiet zu werden. Dann werden auch die neuen Regelungen für Corona-Hotspots greifen.
Eine Stadt in OWL hat diesen Wert bereits überschritten: Ab heute gilt Bielefeld offiziell als Corona-Risikogebiet*.

Gütersloh: Neue Corona-Regeln ab sofort

Update: 15. Oktober, 06.55 Uhr. Bund und Länder haben erneut getagt – diesmal persönlich – um sich angesichts der rasant steigenden Coronazahlen in Deutschland auf neue Regelungen zu einigen. Ziel ist es nach wie vor, ein weiteres Herunterfahren des ganzen Landes zu vermeiden, wie es bereits Mitte dieses Jahres der Fall war. Der Kreis Gütersloh ist in dieser Hinsicht Leid erprobt, hatte doch ein Massenausbruch bei Tönnies bereits zu einem lokalen Lockdown geführt.

Die wichtigsten Regeln, die besonders für das von Ministerpräsident Armin Laschet verantwortete NRW gelten, umfassen unter anderen folgende (alle Regelungen gelten in Regionen mit einem Inzidenzwert von mindestens 35):

  • Maskenpflicht: Diese gilt ab einem Inzidenzwert von 35 auch im öffentlichen Raum überall dort, wo viele Menschen zusammenkommen.
  • Sperrstunde: Diese wird für die Gastronomie in betroffenen Regionen lediglich empfohlen. Allgemeingültige Uhrzeiten für die Sperrstunde wurden nicht festgelegt.
  • Veranstaltungen: Die Anzahl der Gäste für öffentliche Veranstaltungen wird weiter begrenzt. In welchem Umfang wurde ebenfall noch nicht bekanntgegeben.
  • Private Feiern: Allen Bürgern wird dringend geraten, abzuwägen, ob private Feiern notwendig sind. Ab einem Inzidenzwert von über 35 gilt: höchstens 15 Gäste bei Feiern im privaten Raum, höchstens 25 Gäste im öffentlichen Raum.
  • Beherbergungsverbot: Die Entscheidung zum Beherbergungsverbot steht aus und soll nach den Herbstferien neu diskutiert werden. Armin Laschet möchte kein Beherbergungsverbot für NRW.
  • Alle neuen Corona-Beschlüsse für Deutschland und NRW finden Sie in unserer Übersicht.

NRW: Erste Corona-Regel greift ab sofort in Gütersloh

Update: 14. Oktober, 07.45 Uhr. Offenbar führen die rasant steigenden Corona-Infektionen in NRW dazu, dass einige der Maßnahmen, die die Landesregierung am 11. Oktober verkündete, bereits vor dem ursprünglichen Stichtag am 1. November umgesetzt werden müssen – auch in Gütersloh.

Ab heute gilt deshalb in Gütersloh und ganz NRW die Regelung, dass private Feiern nicht mehr als 50 Gäste umfassen dürfen. Dies gilt unabhängig vom Inzidenzwert der jeweiligen Stadt.

Aktuell steigen die Corona-Zahlen immer weiter an. In NRW gelten 14 Städte mittlerweile als Risikogebiet*. Doch auch Städte, wie Münster, die noch keine Corona-Hotspots sind, müssen sich ab sofort an die neue Regelung halten*.

Gütersloh/NRW: Landesregierung kündigt neue Maßnahmen an

Erstmeldung: 12. Oktober. Gütersloh/Düsseldorf – Im ganzen Land entstehen in dieser Zeit immer mehr Corona-Hotspots. Die letzte Stadt, die durch einen Inzidenz-Wert von über 50 zu einem solchen geworden ist, ist Duisburg. Das bedeutet drastische Einschränkungen im öffentlichen Leben. Doch schon bald könnten auch Städte, wie Gütersloh mit geringeren Zahlen unter der Ausbruchswelle leiden. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) plant unter bestimmten Voraussetzungen flächendeckende Maßnahmen für das ganze Bundesland. Die viel diskutierten Beherbergungsverbote will Laschet für NRW nicht durchsetzen.

Kreis Gütersloh
Einwohner364.938
LandratSven-Georg Adenauer (CDU)

Neue Corona-Regelungen in NRW: Bald auch Gütersloh betroffen?

Am Sonntag (11. Oktober) gab NRW-Ministerpräsident Armin Laschet neue Regelungen im Kampf gegen das Coronavirus bekannt. Diese sehen vor, dass in Corona-Hotspots, also in Städten, deren Neuinfektionsrate (Inzidenzwert) die Grenze von 50 (pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen) übersteigt, ab sofort folgende Regelungen in Kraft treten:

  • Maximal fünf Personen aus verschiedenen Haushalten dürfen sich in der Öffentlichkeit treffen.
  • Öffnungszeiten von Kneipen und Restaurants werden eingeschränkt.
  • Strengere Obergrenzen für die Teilnehmerzahl bei öffentlichen Veranstaltungen.
  • Maximal 25 Teilnehmer bei privaten Veranstaltungen.
  • Grundsätzlich ab 1. November: Keine privaten Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen (Unabhängig vom Inzidenzwert)

Armin Laschet sprach sich dafür aus, dass entsprechende Auflagen flächendeckend für ganz NRW gelten müssten, sollte der Inzidenzwert für das gesamte Bundesland die Marke von 35 überschreiten. Dies würde bedeuten, dass die Corona-Einschränkungen, die in einem solchen Fall in Kraft treten würden, auch Städte und Kreise treffen, deren Neuinfektionsrate deutlich darunter liegt – wie es zum Beispiel momentan noch im Kreis Gütersloh der Fall ist.

In ganz NRW gelten ab einer Inzidenz von 35 die gleichen Maßnahmen.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU)

Am Sonntag (11. Oktober) lag dieser Wert für NRW noch bei 32,4 und damit bundesweit am höchsten (Bayern: 23,1 / Baden-Württemberg: 23,6). Der Inzidenzwert im Kreis Gütersloh liegt am Montag (12. Oktober) bei 21,92. Die entsprechenden Auflagen wurden am 30. September verkündet und gehen unter anderem auf eine Privatfeier in Bielefeld zurück.

Corona in Gütersloh: Kein Weihnachtsmarkt

Weitere konkrete Auswirkungen der steigenden Coronavirus-Infektionen werden in Gütersloh während der Weihnachtszeit zu spüren sein. Die Stadt hat sich dafür entschieden, den Weihnachtsmarkt 2020 in Gütersloh abzusagen. Grund seien unter anderem die vielen Hotspots in NRW und die Absagen der Weihnachtsmärkte in umliegenden Gemeinden, wie es in einer Mitteilung heißt:

Steigende Infektionszahlen und neue Hot Spots in NRW, ebenso wie die aktuellen Absagen in den umliegenden Gemeinden und in sehr vielen weiteren Städten in Deutschland führten nun auch in Gütersloh zu dem Entschluss, den diesjährigen Weihnachtsmarkt abzusagen.

Stadt Gütersloh

Zwar arbeitet die Gütersloh Marketing GmbH intensiv an einem alternativen Konzept, um die Innenstadt dennoch in weihnachtliche Stimmung zu versetzen. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse auf dem Berliner Platz ist ein Weihnachtsmarkt in Kombination mit den Corona-Auflagen jedoch nicht umzusetzen.

Corona in NRW: Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen informiert über die aktuelle Lage (Symbolfoto).

Bei der Stadt Gütersloh bleibt jedoch ein Fünkchen Hoffnung bestehen, dass man nicht komplett auf das Weihnachtsmarkt-Feeling verzichten muss: „[...] vielleicht ist eine kleine Anzahl an Ständen verteilt über die Innenstadt ja doch noch möglich. Genauere Informationen zur weiteren Ausgestaltung können aber erst in den nächsten Wochen gegeben werden und sind natürlich stark abhängig von der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens.“

Andernorts in OWL wird die Innenstadt trotz des Coronavirus nach Glühwein duften: In Bielefeld soll der Weihnachtsmarkt unter besonderen Corona-Auflagen dennoch stattfinden. (*Ruhr24.de und msl24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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