Corona-Pandemie in NRW

1000 Impfdosen mehr pro Woche: Tempo im Kreis Gütersloh wird angezogen

Der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven Georg Adenauer (CDU), macht der Bevölkerung Mut: In der Region soll schon bald mehr geimpft werden.

Gütersloh – Die Coronavirus-Pandemie lässt uns nicht los. Es scheint fast, wie verhext: Kaum einigten sich Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs auf eine Inzidenz von 35, um neue Lockerungen zu ermöglichen, stagnieren die Zahlen. Laut dem RKI liegt der deutschlandweite Inzidenzwert aktuell (Stand: 26. Februar) bei 62,6. Der für NRW liegt mit 63,9 laut dem Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW) zwar nur knapp darüber, vom Vorgabewert 35 sind Bund und Land jedoch weit entfernt. Auch deshalb liegt weiterhin große Hoffnung auf der Coronavirus*-Impfung.

KreisGütersloh
Einwohner364.938
BundeslandNRW
LandratSven Georg Adenauer (CDU)

Kreis Gütersloh: Landrat verspricht mehr Impfdosen

Doch die Impfkampagne in Deutschland läuft schleppend. Immerhin: Schon in der ersten März-Hälfte sollen Lehrkräfte in NRW geimpft werden können. Grund ist die Wirksamkeit des viel gescholtenen Corona-Impfstoffes Astrazeneca, den unter anderem Alexander Kekulé kritisiert. Da dieser seine höchste Wirksamkeit bei den unter 65-Jährigen entfaltet, können einzelne Personengruppen hochpriorisiert und somit eher geimpft werden. Für die Gruppe 1 (80+) bleiben nach wie vor die Impfstoffe von Moderna und Biontech reserviert. Von letzterem soll es im Kreis Gütersloh nun mehr geben.

Sven Georg Adenauer, Landrat des Kreises, sagte gegenüber Radio Gütersloh, dass das Impftempo ab kommender Woche (1. März) angezogen werden soll. Pro Woche erhalte der Kreis rund 1000 zusätzliche Impfdosen von Biontech. Somit kann im Impfzentrum Gütersloh bald im Zweischicht-System gearbeitet werden. Über 80-Jährige haben dann die Möglichkeit, auch vormittags einen Impftermin zu vereinbaren. Bei der Vergabe von Impfterminen hatte es zuletzt unter anderem in Bielefeld große Probleme gegeben.

Der Kreis Gütersloh bekommt mehr Biontech-Impfdosen.

Eine Übersicht über alle Impfzentren in OWL finden Sie bei owl24.de.

Impfstrategie und Tests: Jens Spahn in der Kritik

Die Impfstrategie in Deutschland und NRW hat ein Gesicht: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)*. Doch während dem gebürtig aus Ahaus im Münsterland* stammenden Minister im vergangenen Jahr noch ein guter Job attestiert wurde, wächst die Kritik mit zunehmender Verzögerung der Impfungen in Deutschland. Zu wenig Impfstoff, chaotische Organisation, leere Versprechungen – dies sind nur einige Kritikpunkte an Spahns Impfpolitik, die sich auch auf OWL und den Kreis Gütersloh auswirkt.

Doch auch das zweite Steckenpferd des Gesundheitsministers, die Corona-Schnelltests, könnten ihm nun zum Verhängnis werden. Noch vor einigen Tagen kündigte Jens Spahn kostenlose Schnelltests für alle ab Anfang März an*. Doch daraus scheint nichts zu werden. Wegen des Schnelltest-Debakels musste sich Spahn jüngst kritischen Fragen im Bundestag stellen*. Der SPD-Fraktionsvorsitzende bezeichnete ihn gar als „Ankündigungs-Minister“. (*Msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Friso Gentsch

Auch interessant

Kommentare