Test-Option

„Notbremse“: Weiterer Kreis in OWL verschärft die Corona-Regeln

In NRW gelten in einigen Kreisen und Städten neue Corona-Regeln. Gütersloh griff zur „Notbremse“ mit Test-Option. So könnte man die Regelverschärfung umgehen.

Gütersloh – Für den Kreis Gütersloh hat das NRW-Gesundheitsministerium die „Notbremse“ gezogen. Die 7-Tage-Inzidenz lag hier am Sonntag (28. März) bei 131,1. Schon am Freitag wurde hier der kritische Wert 100 überschritten, ab dem strengere Corona-Regeln* gelten sollen. Auch in der benachbarten kreisfreien Stadt Bielefeld sieht es ähnlich aus.

StadtGütersloh
Einwohner100.861 (31. Dez. 2019)
BundeslandNRW

Gütersloh: Kreis zieht „Notbremse“ mit Test-Option

Am Montag (29. März) ist das sogenannte „Click and Meet*“, also das Shoppen mit Termin, in Gütersloh noch möglich. Doch schon am Dienstag (30. März) müssen wahrscheinlich alle Geschäfte, die keine Waren für den täglichen Gebrauch anbieten (Baumärkte, Buchhandlungen, Textilgeschäfte etc.), schließen. Nur noch „Click and Collect“ könnte dann möglich sein, wenn die vereinbarte „Notbremse“ angewendet wird.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Armin Laschet (CDU) verkündet, dass die Corona-Notbremse in NRW nicht flächendeckend eingesetzt werde. Das Instrument zur Eindämmung des Coronavirus wird nur in Kommunen eingesetzt, in denen die Inzidenz über 100 liegt. Die strengeren Corona-Regeln, die bereits bis zum 7. März 2021 galten, könnte der Kreis Gütersloh jedoch mithilfe von Schnellteststationen abmildern. Einkaufen mit negativem Schnelltest, wäre dann beispielsweise weiterhin möglich, wenn eine Kommune dies per Allgemeinverfügung festgehalten und geregelt hat.

Voraussetzung dafür ist jedoch ein entsprechend ausreichendes Angebot an kostenlosen Corona-Schnelltests. Auch der Kreis Lippe zog die Corona-Notbremse aufgrund steigender Infektionszahlen. In Lage war es in einer Baptistengemeinde das Coronavirus* ausgebrochen. Der Kreis musste ebenfalls die Geschäfte wieder schließen. Hier wird nun geprüft, ob es genug kostenlose Schnelltests gibt, um die Läden zeitnah wieder öffnen zu können.

Gütersloh: So könnte die „Notbremse“ die Corona-Regeln über Ostern beeinflussen

Die Stadt Gütersloh hatte zuletzt die Maskenpflicht in der Innenstadt ausgeweitet, um die Menschen vor einer Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 zu schützen. Nun sollen die privaten Kontakte weiter eingeschränkt werden. Ab Dienstag (30. März) sind nur noch Treffen mit einer Person eines anderen Hausstandes erlaubt. Kinder unter 14 Jahren zählen dabei nicht mit. An den Osterfeiertagen wird die Maßnahme gelockert. Aus zwei Haushalten können sich dann bis zu fünf Personen treffen – auch dann werden Kinder (U14) nicht mit eingerechnet. Im Details sehen die Regeln wie folgt aus:

  • Kontakte sind nur zwischen einem Hausstand und maximal einer weiteren Person erlaubt. Eine Ausnahme gilt an Ostern (1.- 5. April). In diesem Zeitraum dürfen sich alternativ auch zwei Hausstände mit maximal fünf Personen im öffentlichen Raum treffen. Kinder unter 14 Jahren werden hier in beiden Fällen nicht berücksichtigt.
  • Geschäfte, die keine Waren für den täglichen Gebrauch verkaufen (Bau- und Gartenmärkte, Textilgeschäfte, Buchhandlungen etc.) dürfen nur Abholservice (Click and Collect), jedoch keinen Verkauf im Geschäft mit Terminvereinbarung (Click and Meet) anbieten.
  • Körpernahe Dienstleistungen, bei denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, (Kosmetik, Nagelstudios, Massage etc.) sind nicht erlaubt. Medizinisch erforderliche Dienstleistungen, Friseurdienstleistungen, Fußpflege und Personenbeförderung sind hingegen zulässig.
  • Museen, Kunstausstellungen und andere Freizeitattraktionen bleiben geschlossen. Auch der Besuch von Zoos und Tierparks bleibt untersagt.

Die Notbremse mit Test-Option gilt auch in Bielefeld, jedoch hat diese keinen Einfluss auf die schärferen Regelungen zur Kontaktbeschränkung. Diese sollen weiterhin gelten. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) stellte in diesem Zusammenhang klar, dass die Test-Option keine aufgeweichte Notbremse sei: „Die Infektionen verbreiten sich nicht in Geschäften mit begrenzter Kundenanzahl und Maske, sondern vor allem im Privatbereich, wo Menschen eng zusammenkommen. Wenn wir das vermeiden wollen, müssen wir mehr Infektionswege durch mehr Testungen aufdecken“, so der CDU-Politiker. (*msl24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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