Gesundheitsgefahr

Eichenprozessionsspinner in Gütersloh: So wird der Befall bekämpft

Der gefährlichen Eichenprozessionsspinner machte schon in den vergangenen Jahren deutschlandweit Schlagzeilen. In Gütersloh soll es der Raupe nun an den Kragen gehen.

Gütersloh – Der Landesbetrieb Straßen NRW geht gegen den Eichenprozessionsspinner vor. Rund 3000 Bäume, die an Bundes- und Landstraßen im Kreis Gütersloh stehen, sollen mit einem natürlichen Mittel besprüht werden. So soll die gefährliche Raupe, die einmal zu einem braunen Falter wird, unschädlich gemacht werden.

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Gütersloh: Straßen.NRW bekämpft Eichenprozessionsspinner

Am Mittwochabend (28. April) beginnen die Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßen NRW damit, die Eichen in Herzebrock-Clarholz zu besprühen. Bis Ende der Woche sollen die Arbeiten im Süden des Kreises Gütersloh abgeschlossen sein. Ab kommenden Montag (3. Mai) soll es dem Eichenprozessionsspinner dann im Norden an den Kragen gehen. Die steigenden Temperaturen locken viele Menschen in der Coronavirus-Pandemie* nach draußen in die Natur. Gleichzeitig erwachen auch Flora und Fauna zu neuem Leben.

Experten rechnen auch in diesem Jahr mit einer Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners. Die Schmetterlingsart ist für Menschen nicht ganz unkritisch, weil sie im Raupenstadium allergische Reaktion auslösen kann. Schuld daran sind ihre Brennhaare. Die Nester des Eichenprozessionsspinners sind auch für Hunde gefährlich*. Die Straßen.NRW-Meistereien sind deshalb ab Ende April wieder im Einsatz, um die Populationen des Insekts zurückzudrängen.

Gütersloh: Wie geht Straßen.NRW bei einem Eichenprozessionsspinner-Befall vor?

Die Sorge der Bewohner in Gütersloh wegen des Eichenprozessionsspinners nahm in den vergangenen Jahren zu. Immer wieder erhielt die Stadt Anrufe von besorgten Bürgerinnen und Bürgern, die Nester von der Raupe fanden. Sobald ein Befall mit Eichenprozessionsspinner-Raupen festgestellt wird, weist Straßen.NRW an der betroffenen Stelle mit Warnschildern auf die Gefahren hin oder sperrt den Bereich ab. Gleichzeitig wird zudem eine Beseitigung in Auftrag gegeben.

Doch da die Population des Eichenprozessionsspinners in der Vergangenheit stark zugenommen hat, dauert es mancherorts einige Zeit, bis der Befall tatsächlich von einem Fachunternehmen entsorgt werden kann. Experten warnen davor, die Nester der giftigen Raupe selbst zu entfernen, denn dabei könne man schnell mit den Brennhaaren in Kontakt kommen. Die Tiere werden in der Regel samt Nester abgesaugt und eingesammelt.

In Gütersloh geht es dem Eichenprozessionsspinner nun an den Kragen.

Eichenprozessionsspinner: Flüssigkeit soll Ausbreitung in Gütersloh eindämmen

Eine mit einem bestimmten Bakterium versetzte Flüssigkeit wird von Straßen.NRW auf die Blätter der Eichen gesprüht. Damit soll die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners eingedämmt werden. Das Mittel (Wirkstoff: Bacillus thuringiensis) wird durch die jungen Raupen über die Nahrung aufgenommen. Erst im Darm des Insekts entfaltet der Stoff seine Wirkung. Die Raupen sterben ab, bevor sie das für den Menschen gefährliche Lebensstadium erreichen können. Gesundheitliche Bedenken für andere Lebewesen besteht nicht.

„Damit sich das Mittel gleichmäßig auf den Bäumen verteilen kann, muss die Sprühaktion bei trockenem Wetter durchgeführt werden“, teilte der Landesbetrieb mit. Bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in Gütersloh geht Straßen.NRW nicht großflächig, sondern nur punktuell gegen die Raupen vor. Dort, wo bereits im letzten Jahr ein entsprechender Befall festgestellt wurde, kommt das Mittel zum Einsatz. „Dass dabei in Einzelfällen zum Teil Hubschrauber zum Einsatz kommen, widerspricht dieser Vorgehensweise nicht. Vielmehr kann genau damit eine Konzentration auf die als befallen bekannten Bereiche erreicht werden“, heißt es dazu in der offiziellen Mitteilung des Betriebs.

Vorbeugend werden in einigen Niederlassungen auch Nematoden (Steinernema) gegen die Raupen eingesetzt. Das Mittel wird auch von vielen Gartenbaubetrieben standardmäßig zur Bekämpfung von Schädlingen genutzt. Hierfür wurden die Fahrzeuge mit Hochleistungspumpen und einem speziellen, etwa 40 Kilogramm schweren Spritzkopf mit mehreren Düsen und einem leistungsstarken Gebläse ausgerüstet. Mit einem acht Meter langen Arm können die Fadenwürmer direkt in die betroffenen Baumkronen gesprüht werden. Da diese lichtempfindlich sind, werden sie abends und nachts in die Bäume gespritzt. Zusätzlich sollen Nistkästen für Vogel die Verbreitung des Eichenprozessionsspinners eindämmen. (*msl24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Straßen.NRW

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