Covid-19

Corona-Ausbruch in Gütersloh betrifft Kita in Lippstadt – schwere Vorwürfe erhoben

Die Kita-Leiterin in Lippstadt, die aus Gütersloh kommt, infizierte sich mit dem Coronavirus. Die Einrichtung blieb aber offenbar noch tagelang geöffnet.

  • Das Coronavirus ist in einer Kita in Lippstadt ausgebrochen. 
  • Die Leiterin stammt aus dem Kreis Gütersloh. 
  • Trotz des Verdachtsfalls blieb der Kindergarten noch mehrere Tage geöffnet. 

Lippstadt – Seit dem 8. Juni dürfen Kinder im Kreis Gütersloh und in ganz NRW wieder regulär die Kita besuchen. Nach der langen Pause wegen der Coronavirus-Pandemie ist das eine Erleichterung für viele Eltern – in einer Tagesstätte in Lippstadt hat das jedoch möglicherweise Konsequenzen. 

Gütersloh
Einwohner96.404 (Stand 2010)
Höhe75 Meter
Fläche 112 Quadratkilometer
BürgermeisterHenning Schulz (CDU), geboren in Bielefeld

Seit Donnerstag (16. Juli) dürfen die Mitarbeiter von Deutschlands größtem Schlachtunternehmen wieder arbeiten: Im Kreis Gütersloh hat der Fleischkonzern Tönnies aus Rheda-Wiedenbrück (NRW) seinen Betrieb wieder aufgenommen und Landrat Sven Georg Andenauer geriet in die Kritik, weil er nach Auffassung der SPD-Mitglieder etwas verschweige. 

Coronavirus im Kindergarten in Lippstadt ausgebrochen: Leiterin wohnt im Kreis Gütersloh

Der Kindergarten St. Josef, dessen Leiterin aus dem Kreis Gütersloh kommt, hat nun mehrere Krankheitsfälle zu beklagen. Seit mehreren Tagen hing dort ein Schild mit dem Hinweis auf ein grassierendes Magen-Darm-Virus aus. Inzwischen seien mehr als 50 Prozent der Belegschaft betroffen, wie ein Vater berichtet, dessen Kind die Kita besucht. 

Die Eltern wurden am Mittwoch (24. Juni) per Mail gebeten, ihre Kinder nach Möglichkeit nicht in die Kita in Lippstadt zu bringen. Auch die Leiterin der Einrichtung aus dem Kreis Gütersloh ist erkrankt – ob sie jedoch mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 infiziert ist, ist derzeit noch nicht bekannt. 

Erzieher aus dem Kreis Gütersloh: Zahl der Coronavirus-Fälle in Kita noch unklar

Am Tag darauf erhielten die Eltern der Kita in Lippstadt eine weitere Mail: In der Einrichtung gibt es nun einen bestätigten Fall des Coronavirus. Darüber hinaus heißt es, die betroffene Erzieherin befinde sich schon seit mehreren Tagen in freiwilliger Quarantäne. Fraglich ist, ob es sich bei der Person um die Leiterin der Tagesstätte aus dem Kreis Gütersloh handelt.

Einige der Erzieher der Kita stammen ebenfalls aus dem Kreis Gütersloh, wo die Fallzahlen des Coronavirus seit einem Ausbruch bei der Firma Tönnies sprunghaft angestiegen sind. Unklar ist nun noch, wie viele Angestellte tatsächlich mit dem Virus infiziert sind, oder ob es sich bei den zahlreichen Krankmeldungen tatsächlich um ein Magen-Darm-Virus handelt. 

Kita in Lippstadt: Kinder werden auf das Coronavirus getestet

Die Kita in Lippstadt wurde am Freitag (26. Juni) geschlossen. In der Vergangenheit wurden ähnliche Einrichtungen bereits bei einem Verdachtsfall dicht gemacht – nicht so jedoch bei diesem Kindergarten. Derzeit gilt im Kreis Gütersloh noch der Lockdown nach dem großen Coronavirus-Ausbruch. 

Nach dem Coronavirus-Ausbruch wurde die Kita in Lippstadt nun geschlossen. (Symbolbild)

Alle Kinder befinden sich inzwischen in Quarantäne. Diese gilt jedoch nicht für ihre Angehörigen. Die Kinder müssen sich am kommenden Mittwoch (1. Juli) einem Test auf das Coronavirus unterziehen. Dann wird sich zeigen, ob die späte Schließung der Kita Konsequenzen hat.

Am vergangenen Wochenende (27./28. Juni) wurden zwei Personen aus einem Corona-Hotspot beleidigt und bedroht: Eine Mutter und ihre Tochter aus Gütersloh wurden in ihrem Wagen mit GT-Kennzeichen in Münster angefeindet und mussten von der Polizei sicher aus der Stadt gebracht werden.

Das Verschwinden eines 35-jährigen Mannes sorgt in der Stadt seit Sonntag (5. Juli) ebenfalls für Aufmerksamkeit: Nachdem der vermisste Marco R. aus Gütersloh spurlos verschwand, starte seine Schwester einen Suchaufruf bei Facebook, der tausendfach geteilt wurde. 

Anfang Juli gelang einem Expertenteam in Ostwestfalen-Lippe nun bei der Bekämpfung des Erregers SARS-CoV-2 ein Erfolg: In Bielefeld (NRW) haben Forscher der Universität einen neuen Corona-Schnelltest entwickelt, der bereits nach 16 Minuten ein Ergebnis bringen soll.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare